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Oschatz Oschatzer Pfarrer Christof Jochem feiert mit alternativem Gottesdienst Premiere
Region Oschatz Oschatzer Pfarrer Christof Jochem feiert mit alternativem Gottesdienst Premiere
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06:00 23.09.2017
Christof Jochem Quelle: Foto: Anton Zirk
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Oschatz

Die St.-Aegidien-Kirchgemeinde Oschatz bekommt einen neuartigen Gottesdienst. Pfarrer Christof Jochem hat gemeinsam mit Pädagogin Katja und Kantor Matthias Dorschel die „Atempause“ erdacht. „Die Gemeinde musste einen Leitbildprozess durchlaufen, Stärken und Schwächen herausstellen. Anhand dieser Erkenntnisse haben wir das neue Format entwickelt“, erklärt Jochem. Wichtigste Änderung: Die Andacht wird für zwei Termine vom Sonntagmorgen auf den Abend verlegt. Dies habe einen einfachen Grund: „Der Alltag der Menschen ist individueller geworden und der Gottesdienst um 10 Uhr etwas aus dem Blick gerückt. Dem wollen wir Rechnung tragen“, sagt Jochen. „Es ist wichtig, die eigenen Mauern bei Bedarf auch mal zu verlassen“, so der Pfarrer weiter.

Gottesdienst soll alltagsmäßiger werden

Das Grundgerüst des Gottesdienstes soll auch im neuen Konzept erhalten bleiben, jedoch gebe es neben der Zeit noch einige andere Änderungen. „Ich werde mich zum Beispiel in einer anderen Wortwahl versuchen. Es soll noch alltagsmäßiger werden und ich verzichte auf den Talar“, kündigt Jochem an und fügt hinzu: „Musikalisch wird es ebenfalls noch abwechslungsreicher. Wir werden von der MusikWerstatt unterstützt – ein Projekt von Jugendlichen, die unter anderem mit Gesang, dem Cajon und einem Keyboard arbeiten.“

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Sorgen, dass ältere Besucher des traditionellen Gottesdienstes vom neuen Konzept abgeschreckt werden könnten, hat der Geistliche nicht: „In Oschatz wird die Sonntagsandacht am Morgen besonders von Älteren leider nicht so wahrgenommen, wie wir uns das erhoffen. Das hat auch mit der schwierigen Nahverkehrs-Anbindung zu tun und ist unter der Woche ganz anders.“

Junge Menschen im Fokus

Die „Atempause“ richte sich vor allem an junge Menschen, die womöglich schon Nachwuchs haben. Deshalb werde es eine Kinderbetreuung geben. Und Jochem verspricht: „Wir bieten auch etwas zum Essen an, damit das sonntagabendliche Ritual mit der Familie nicht zu sehr durcheinander kommt.“ Die „Atempause“ ist, betont Jochem, nicht als zusätzliches Angebot zu verstehen: „Morgendliche Gottesdienste wird es an diesen Tagen nicht geben. Dafür fehlen die personellen Kapazitäten.“

Die erste „Atempause“ findet morgen 18 Uhr unter dem Thema Balance in der St.-Aegidien-Kirche statt, die zweite am 5. November mit Unterstützung der Aegidien Gospel Singers in der Klosterkirche.

Von Anton Zirk

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