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Oschatz Oschatzer Schulhof erinnert an Symbol der europäischen Währung
Region Oschatz Oschatzer Schulhof erinnert an Symbol der europäischen Währung
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05:02 27.07.2019
Die Hofgestaltung der Robert Härtwig- Oberschule in Oschatz erinnert an ein Eurozeichen. Quelle: Grafik: Leipziger Leuchten GmbH
Oschatz/Mannschatz

Ab dem kommenden Schuljahr sehen die Stadträte, Verwaltungsmitarbeiter, Schüler, Lehrer, Eltern, weitere Besucher der Robert-Härtwig-Oberschule Oschatz und vor allem der Kämmerer der Stadtverwaltung Oschatz, Jörg Bringewald, den Hof der Bildungseinrichtung womöglich mit ganz anderen Augen als bisher.

Eventuell übernehmen sie den Blick, den der Verfasser dieses Beitrags auf die Grafik zum beabsichtigen Beleuchtungskonzept für den Hof hat. Aus der Vogelperspektive auf das Schulgelände geschaut, wird nämlich deutlich, dass die Wege, welche vom Tor an der Bahnhofstraße zu den Eingängen, der Turnhalle, den Parkplätzen an der benachbarten Härtwigstraße und dem oberhalb des Gebäudes gelegenen Sportplatz führen, aus der Luft betrachtet, aussehen ein Euro-Zeichen – ein großer Halbkreis, von dessen Mitte, parallel zueinander verlaufend, zwei schmalere Balken abgehen.

Voigt: D statt E

Zugegeben, diese Betrachtungsweise ergibt sich wirklich erst dann, wenn man ganz bewusst die Perspektive wechselt und, wie auf der Grafik geschehen, alle Bäume vom Hof der Schule dabei wegdenkt. Ein reguläres Luftbild, wie es etwa bei Google Maps eingesehen werden kann, erschwert aus genau diesem Grund den Blick auf das finanzkräftige Symbol. Da ist es also nicht ganz so offensichtlich und für jeden klar erkennbar. Hinzu kommt, dass das Euro-Zeichen, vom Haupttor der Bahnhofstraße aus betrachtet, auf der Seite liegt und nicht, wie gewöhnlich, an den Buchstaben E erinnernd, aufrecht steht.

Ein Buchstabe aus Menschen in Mannschatz. Quelle: Heimatverein Mannschatz

Auf die Ähnlichkeit zu einem € angesprochen, gibt der Oschatzer Bauamtsleiter Michael Voigt zu, überrascht von dieser Interpretation zu sein. „Mir ist das noch nicht aufgefallen“. Mit Blick auf deren Ursprung, das Beleuchtungskonzept und die vorgesehene Anordnung der Leuchten auf dem Schulhof gibt er allerdings zu bedenken, dass die Anordnung der Laternen nach Fertigstellung weniger an ein E als vielmehr an ein D erinnern werde, denn parallel zur Südfassade der Härtwigschule werden dann ebenfalls Leuchten angebracht sein. Jedoch, so Voigt, sei die Symbolik bei genauerer Überlegung schon passend, „denn immerhin sind in den vergangenen Jahren ja sehr viele Investitionen an der Schule getätigt worden, die Sanierung, Ausstattung und Instandhaltung stehe mit etlichen Millionen Euro zu Buche im Haushalt der Stadtverwaltung Oschatz. Allein die Außensanierung kostete über acht Millionen Euro, für die Sportanlagen kommen noch einmal rund 1,5 Millionen Euro hinzu, rechnet er vor.

Vorbild Barockgarten

Schulleiterin Kerstin Wasiak zeigt sich ebenfalls überrascht von der neuen Betrachtungsweise auf den Schulhof ihres Arbeitsplatzes. „Ursprünglich war die Außenanlage einmal als Barockgarten konzipiert worden. Von daher kann man wohl getrost ausschließen, dass diejenigen, die ihn so angelegt hatten, dies beabsichtigt haben“, gibt sie schmunzelnd zu.

Kathrin Reinhardt vom beteiligten Ingenieurbüro Voigt in Zschaitz-Ottewig hofft, dass durch die Position des auf dem Rücken liegenden Euro-Zeichens keine negativen Assoziationen entstehen. „Wenn es künftig heißt, in Oschatz liegt der Euro flach, dann wäre das natürlich nicht gut“, sagt sie. Sie hofft vielmehr, dass durch die markante Beleuchtung der Hof und das darin geborgene Symbol ins richtige Licht gerückt werden. Von dort ist es bis zur Assoziation der leuchtenden Eurozeichen gar nicht mehr weit.

Der Rasen des Barockgartens von Schloss Hubertusburg wurde kürzlich ebenfalls mit Motiven versehen, die, aus der Höhe betrachtet, besondere Formen bilden. Quelle: Frank Schmidt

Verantwortlich für die Grafik ist jedoch nicht das Ingenieurbüro, sondern das Unternehmen Leipziger Leuchten GmbH. Mitarbeiterin Anja Schubert, verantwortlich für die Lichtplanung, war an der Grafik beteiligt. „Wir versuchen natürlich, die Gegebenheiten der Objekte, um die es sich handelt, so detailliert wie möglich darzustellen. Allerdings ist bei der Vielzahl an Aufträgen, die das umfasst, ein Blick für solche Ähnlichkeiten kaum gegeben“, sagt sie auf Nachfrage. Im Falle der Härtwigschule habe man das liegende Eurozeichen, welches der Hof bildet, vorab nicht als solches erkannt.

Betrachtet man die Stadt Oschatz von oben, ergeben sich bei genauerem Hinsehen auch an anderen Stellen besondere Blicke. Die Blumenhalle des O-Schatz-Parks, dem Gelände, auf dem 2006 die 4. Sächsische Landesgartenschau stattfand, heißt in Anlehnung an das große O, mit dem der Ortsname Oschatz beginnt, nicht nur „das O“, sondern sie sieht, von oben betrachtet, eben auch wie ein kreisrundes O aus. Und hier kann man den Planern ohne weiteres Absicht unterstellen – sie handelten genau nach Auftrag und schufen ein großes O für Oschatz.

Menschliche Buchstaben

In voller Absicht feiern die Mannschatzer seit einigen Jahren auch ihr Straßen- und Buchstabenfest im Ort mit einem ganz besonderen Höhepunkt. Auf dem Sportplatz unweit des Ortseingangs oder an anderen ausreichend großen freien Flächen wird einer der Buchstaben des Ortsnamens gestellt – aus lebenden Personen, die stehen, liegen, hocken oder sitzen. Die daraus resultierenden Luftbilder sind schon legendär. Beteiligt sind nicht selten auch Einwohner des Nachbarortes Schmorkau. Federführend ist hier der Heimatverein, der beide Dörfer vereint. Vor allem deshalb sollte diese Tradition mit den einzelnen Lettern des Wortes Schmorkau weitergeführt werden.

Von Christian Kunze

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