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Oschatz Oschatzer Unfallgrundstück ist ein Favorit für Regenrückhaltebecken
Region Oschatz Oschatzer Unfallgrundstück ist ein Favorit für Regenrückhaltebecken
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19:57 14.03.2019
Im August 2017 krachte ein Lkw in den Vorgarten des Grundstücks Dresdener Straße 10. In den kommenden Jahren könnte hier ein Regenrückhaltebecken entstehen. Quelle: Foto: Feuerwehr Oschatz
Oschatz

Weicht das Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsbank in der Dresdener Straße 10 unweit der Kreuzung B6/Eichstädt-Promenade bald einem Regenrückhaltebecken? Der Abwasserverband (AZV)„Untere Döllnitz“ zieht das Grundstück als potenziellen Standort in Erwägung, erfuhr die OAZ auf Nachfrage bei Geschäftsführer Frank-Peter Streubel. Geprüft dafür noch weitere Flächen im Stadtgebiet von Oschatz.

Rückblick: Das Haus samt Grundstück erregte besondere Aufmerksamkeit Ende August 2017. Damals kippte der mit Schrott beladene Anhänger eines Lastwagens von der Fahrbahn in den Vorgarten. Die Beräumung des Ganzen erfolgte erst im Januar 2019. Nach Informationen des Oschatzer Oberbürgermeisters Andreas Kretschmar, der auch Verbandschef bei „Untere Döllnitz“ ist, hat der AZV das Grundstück samt Haus gekauft. Zuvor gehörten Grund und Gebäude einer größeren Familie, die vermutlich aus Osteuropa stammt.

Mehrere Standorte möglich

Der Bedarf an Maßnahmen zur Regenrückhaltung und damit dem Hochwasserschutz ergibt sich für den Abwasserverband aus der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Gemeinsam mit der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes Nordsachsen, dem Freistaat Sachsen mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dem Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft (IWS) und Planungsbüros wird ein sogenannter Generalentwässerungsplan (GEP) in Verbindung mit einem Mischwasserkonzept umgesetzt, so der Geschäftsführer. Zielstellung sei, Maßnahmen zu ergreifen, die sicherstellen, dass die Wasserqualität der Döllnitz „nicht negativ beeinflusst wird“, betont Streubel.

Das offene Regenrückhaltebecken im Oschatzer Ortsteil Lonnewitz Quelle: Abwasserverband Untere Döllnitz

Mögliche Standorte für Stauraumkanäle, ein weiteres Instrument zur Hochwasservorsorge, werden in der Mannschatzer Straße, am Zuckertütenweg und am Wiesenweg untersucht. Ein Regenrückhaltebecken könnte zudem auf der derzeitigen Brachfläche des ehemaligen Sozialgebäudes der Barockchemie entstehen. Zur optimierten Entwässerung in der Oschatzer Kernstadt werden zusätzliche Staukanäle, Regenbecken und Überleitungen im Bereich Promenade, Schmorlstraße, Freiherr-vom-Stein-Promenade sowie Friedens-, Bahnhof- und Ambrosius-Marthaus-Straße untersucht. Hier soll die hydraulische Überlastung bei Starkregen gemindert werden. Perspektivisch wird zudem der Bau zusätzlicher Rückhaltebecken für Hubertusburger Straße, Hangstraße, Nossener Straße und an besagter Stelle der Dresdener Straße geprüft.

Informationen zu Hochwasservorsorge

Hochwasserschutz an Gewässern ist primär staatliche Aufgabe. „Doch für die Sicherung seines Grund- und Gebäudeeigentums ist jeder Bürger laut Wasserhaushaltsgesetz selbst verpflichtet“, so Frank-Peter Streubel. Der Abwasserverband nimmt das Thema beim nächsten Tag der offenen Tür in den Fokus. Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Hochwassereigenvorsorge Sachsen informieren dann über bauliche Möglichkeiten der Hochwassereigenvorsorge und Unterstützung bei der Umsetzung. Zudem wird der Sächsische Hochwasservorsorgeausweis vorgestellt – ein Papier zur Bewertung der Schadensanfälligkeit von Gebäuden bei Überflutungen durch Flusshochwasser, Starkregen oder Kanalüberstau. Er beinhaltet Informationen zu Gefahren am und im Gebäude und gibt Auskunft über Vorsorge und Schadensminderung.

Tag der offenen Tür im Klärwerk Oschatz, Abwasserverband Untere Döllnitz, Mannschatzer Straße 38, am 13. April, 9 bis 13 Uhr.

Von Christian Kunze

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