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Oschatz Oschatzer Wohnstätten-Geschäftsführer zur Mietpreis-Entwicklung in der Stadt
Region Oschatz Oschatzer Wohnstätten-Geschäftsführer zur Mietpreis-Entwicklung in der Stadt
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16:59 07.05.2019
Die ehemalige Reithausstraße 1 a/b, jetzt Borngässchen 4. Quelle: Oschatzer Wohnstätten
Oschatz

Das Bauvorhaben der Oschatzer Wohnstätten GmbH in der Badergasse 14 (ehemals An der Döllnitz 2) läuft planmäßig. „Laut ursprünglichem Bauablaufplan wäre mit den Maurerarbeiten erst im Juni begonnen worden, aktuell steht jedoch schon das Erdgeschoss“, sagte Geschäftsführer Marc Etzold zur Grundsteinlegung Mitte April. Ursache hierfür sei die schnelle Erteilung der Baugenehmigung sowie schnellere Arbeit aller bisherigen Gewerke. „Ziel ist es, das Gebäude bis zum Herbst geschlossen zu haben, so dass im Winter mit dem Ausbau begonnen werden kann. Ein Bezug der Wohnungen ist im 3. Quartal 2020 vorgesehen“, nennt der Geschäftsführer den weiteren Zeitplan. Die Gesamtkosten schätzt er auf 3,7 Millionen Euro. Diese werden aus Eigenkapital und Fremdkapital finanziert. Finanzierungspartner ist die Volksbank Riesa, die genaue Höhe der Fremdfinanzierung nannte er auf Nachfrage nicht.

Gestiegene Anforderungen

Der Mietpreis der Wohnungen wird voraussichtlich bei zehn Euro pro Quadratmeter Kaltmiete liegen. „Sicherlich ist dies eine hohe Miete, allerdings resultiert sie aus den aktuellen Baupreisen und nicht aus einem Gewinnstreben unseres Unternehmens. Als kommunales Unternehmen ist es unsere Aufgabe, Wohnraum für möglichst viele Menschen zur Verfügung zu stellen. Ein Neubau lässt sich nicht preiswerter errichten und deshalb entstehen hier auch nur 13 Wohnungen“, erklärt der Geschäftsführer.

Borngässchen 4 in Oschatz sanierter Altbau der Oschatzer Wohnstätten GmbH Quelle: Christian Kunze

Auch sei es ein Irrglaube, dass Wohnraum in Oschatz preiswerter sein muss als in Leipzig. „Die für uns tätigen Firmen orientieren sich am Markt und bieten ihre Leistungen an. Wir haben nur die Möglichkeit, diese in Anspruch zu nehmen oder nicht. Der Preis für eine Handwerkerstunde ist dabei in Leipzig der gleiche wie hier und auch die eingebauten Materialien kosten das gleiche“. Somit müsse auch das Produkt, die Wohnung, das gleiche kosten. Hinzu kämen laut Etzold gestiegene Anforderungen an die Bauwerke in punkto Wärmedämmung und Einsatz erneuerbarer Energien, ein immer umfangreicheres Planungs- und Genehmigungsverfahren und weitere Auflagen, die erfüllt werden müssten.

Bedarfsgerecht wohnen

Den in sozialen Medien von FDP-Stadtratsbewerber und Bauingenieur Thomas Grundmann in Verbindung mit dem Neubau geäußerten Vorwurf, die Oschatzer Wohnstätten trieben den Mietpreis künstlich in die Höhe, kontert Etzold wie folgt: „Wir schaffen modernen, zeitgemäßen Wohnraum. Wohnen ist ein Grundbedürfnis der Menschen und muss bezahlbar bleiben. Allerdings muss sich jeder Einzelne auch fragen: Passen meine Ansprüche zu meinem Einkommen? Braucht eine einzelne Person eine Drei- oder Vierraumwohnung oder ist eine barrierefreie Zweiraumwohnung, gerade im Alter, ausreichend? Es gibt viele andere Dinge, die zu den Grundbedürfnissen des Menschen zählen, etwa Lebensmittel, Wasser, Energie, Mobilität. Hier sind die Preise in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten um mehrere Hundert Prozent gestiegen und somit deutlich mehr als die Mieten, die jetzt in der Diskussion sind.“

So wird der Neubau in der Badergasse aussehen. Quelle: Oschatzer Wohnstätten GmbH

Ein weiteres Beispiel ist die sanierte Reithausstraße 1a/b, welche jetzt Borngässchen 4 heißt. Hier wurden insgesamt 2,1 Millionen Euro Eigenmittel investiert. Gerade an diesem Objekt zeigten sich die Bemühungen zum Denkmalschutz in Oschatz, entgegnet Etzold jenen, die sagen, das Unternehmen würde sich nicht um den Erhalt historischer Bausubstanz kümmern. Entstanden sind 16 barrierearme Zweiraumwohnungen in zentraler Lage. Alle Wohnungen verfügen über Bäder mit bodengleichen Duschen und einem stufenlosem Zugang. Zu jeder Wohnung gehört ein Stellplatz, bis auf eine haben alle einen Balkon. „Es ist uns gelungen, Denkmalschutz, wirtschaftliche Sanierung und Ansprüche an Mietwohnungen in Einklang zu bringen“, resümiert der Geschäftsführer. So wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz Balkone an der Straßenseite, eine Wärmedämmung sowie Kunststofffenster an- und eingebaut. „All dies trug dazu bei, dass bereits alle Wohnungen vermietet sind“, schätzt Etzold ein.

Eine Übersicht zur Mietpreisentwicklung in Oschatz und weiteren sächsischen Städten finden Sie hier.

Von Christian Kunze

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