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Oschatz Oschatzer fliegen zum musikalischen Gastspiel nach Afghanistan
Region Oschatz Oschatzer fliegen zum musikalischen Gastspiel nach Afghanistan
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18:03 20.02.2019
Die zwei Oschatzer Felix Knabe (3.v.l.) und Steven Dornbusch (rechts) reisten zusammen mit den Musikern Sidney King (2.v.r.), Louis Garcia (links) und Jason Nussbaum (2.v.l.) nach Afghanistan. Quelle: privat
Oschatz

Die Planungen laufen auf Hochtouren. Am 26. Februar startet der Flieger um 14.10 Uhr in Richtung Frankfurt. Dann geht es mit einem Aufenthalt in Istanbul direkt nach Mazar-e Scharif; Afghanistan. Die beiden Oschatzer Felix Knabe und Steven Dornbusch haben schon fast alles dafür vorbereitet. Nun stellt sich noch die Frage, welche DJs, Musiker oder Sänger sie dieses Mal zu den Soldaten begleiten.

Es ist noch gar nicht lange her, da begaben sich die Beiden bereits auf diese Reise. Mit dabei hatten sie die Künstler Louis Garcia, DJ aus Erfurt, Sidney King, Sänger und Songwriter aus Borna und Jason Nussbaum, Volksmusiker aus Südtirol.

Musik für die Soldaten

Doch was machen Musiker in Afghanistan? Ganz klar: Sie machen Musik. Steven Dornbusch ist Eventmanager und war selbst Soldat. Er kennt die Betreuungsmaßnahmen bei der Bundeswehr, um den Soldaten, die in Afghanistan stationiert sind, auch mal ein paar schöne Stunden zu ermöglichen. Der Kontakt besteht noch heute und so entstand die Idee, die Künstler selbst nach Afghanistan zu fliegen, um den Soldaten hier eine tolle Show und ein paar Stunden Freude zu ermöglichen. „Vor Ort gibt es Betreuungsoffiziere, die sich um den Alltag der Soldaten kümmern. Als ich von Steven Dornbusch von seiner Idee erfuhr, wollte ich sofort dabei sein. Ich bin abenteuerlustig und war auf diese Reise wirklich gespannt. Als wir es geschafft haben, mit den Künstlern einen geeigneten Termin zu finden, da jeder von ihnen ja selbst viel unterwegs ist, reisten wir vom 10. bis 14. November 2018 nach Afghanistan“, sagt Felix Knabe. Für ihn hieß das, die Veranstaltungstechnik, die gute 1,6 Tonnen wog, nach Mazar-e Scharif zu schicken. „Ich musste diese vor unserem Abflug versenden, damit sie durch den Zoll auch rechtzeitig ankam. Doch es hat alles reibungslos funktioniert.“ Sämtliche Vorbereitungen lagen in der Hand von Steven Dornbusch. Und am 10. November stiegen sie in den Flieger.

Kontrolle zur Sicherheit und netter Empfang im Camp

Gestartet sind sie von Leipzig. Abflug war 11.25 Uhr. Bei einem Zwischenstopp in Istanbul mussten sie acht Stunden auf ihren Anschlussflug warten und landeten so erst 7 Uhr am folgenden Tag am Airport von Mazar-e Scharif. „Der Flugplatz war sehr klein. Für uns ging es direkt in den Bundeswehrbus, mit dem man uns abholte und direkt ins Camp brachte. Das Fahrzeug wurde direkt bei unserer Ankunft gespiegelt und Spürhunde um das Auto geschickt. Kontrolle zur Sicherheit“, erinnert sich Felix Knabe. Empfangen wurden sie von den Betreuungsoffizieren, die ihnen erst einmal einen kräftigen Kaffee anboten und ihnen das Camp zeigten. Unter anderem organisieren sie Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen. So wie dies auch die angereisten Musiker planten.

Konzert im Bunker

„Die Unterkünfte der Soldaten bestanden aus Containern beziehungsweise Stahlblechhallen. Das Camp könnte man als eine Art Dorf beschreiben, ist aber dennoch komplett anders. Früher sei dieses noch größer gewesen. Unweit entfernt, das Camp der Amerikaner, welches ähnlich aufgebaut ist. Ausgerüstet mit einer Art Zeppelin, welcher mit Kameras ausgestattet ist und einen Überblick von mehreren Kilometern auf die Landschaft hat. Nur Sand weit und breit“, so der Techniker. Während die Musiker ihre Shelter (Unterkunft) bezogen und sich noch einmal aufs Ohr legten, hieß es für Felix Knabe: Technik aufbauen. Diese hatte, im für das Konzert zur Verfügung stehenden Bunker, bereits auf ihn gewartet. Als er die Veranstaltungstechnik aufgebaut hatte, war keine Zeit mehr, sich noch einmal auszuruhen. Denn das Konzert begann zeitig. Bereits 18 Uhr war Veranstaltungsbeginn. Die Soldaten kamen nach ihrem Dienst zum „Party-Bunker“. Alle in Uniform und mit entsprechenden Utensilien.

Zugabe in der Kirche

„Um die 800 Gäste waren da. Es gab die Zwei-Dosen-Regel und daran wurde sich strikt gehalten. Mehr Bier wurde nicht getrunken. Es konnte ja immer zum Einsatz kommen. Die Stimmung unter den Gästen war sehr ausgelassen. Sie haben es sehr zu schätzen gewusst, dass sich jemand darum bemüht, sie von ihrem doch recht schweren Alltag abzulenken. Die Soldaten waren fast alle aus Ostdeutschland, was bedeutete, dass viele die Künstler auch kannten. Sie genossen sichtlich das Freizeitprogramm und das am liebsten ohne Ende. Dennoch mussten wir halb 12 aufhören“, berichtet Felix Knabe. Die Musik kam so gut an, dass Jason Nussbaum gebeten wurde, am folgenden Tag in der Kirche zu spielen. Mit dem Akkordeon sorgte er für eine passende Stimmung in der Halle. „Es handelte sich dabei um eine kleine Holzkirche für rund 30 bis 40 Mann. Diese war optisch sehr ansprechend.“

Führung durch das Camp

An den Tagen wurden die Gäste durch das Camp gefühlt. Zwei Tage waren beinahe zu wenig, um alles zu erkunden. Aufregend für sie war auch das Klettern auf den Turm, von dem man einen weiten Ausblick auf das Camp und darüber hinaus hatte. Sie besichtigten die Flugzeuge, lernten die Arbeit in den einzelnen Bereichen kennen und alles Andere, was es im Camp zu sehen gab. Diese Möglichkeit war der Dank dafür, dass sich die Musiker für die Soldaten ins Zeug gelegt hatten. Am letzten Abend entschied sich die kleine Gruppe spontan, im Treffpunkt der Soldaten Musik zu machen.

Bereits am nächsten Tag startet der Flieger in Richtung Heimat. Alle waren begeistert von ihrem Trip nach Afghanistan. Und so sind sie bereits wieder mitten in der Planung. Nur noch wenige Tage. Dann geht es wieder los. Am 27. Februar um 7 Uhr am Morgen wird der Flieger in Mazar-e Scharif landen. Der Flug ist gebucht, die Technik wird langsam zusammengepackt, um sie wieder vorzuschicken. Denn gleich am Tag ihrer Ankunft wird wieder Musik im Camp gemacht.

Von Kristin Engel

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