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Oschatz Oschatzer für soziales Engagement im Projekt "Fahrräder für Afrika" nominiert
Region Oschatz Oschatzer für soziales Engagement im Projekt "Fahrräder für Afrika" nominiert
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16:15 05.07.2012
Runde Sache: Johannes Wolf sammelt Fahrräder, die per Seecontainer nach Afrika verschickt werden.
Runde Sache: Johannes Wolf sammelt Fahrräder, die per Seecontainer nach Afrika verschickt werden. Quelle: Sven Bartsch
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Oschatz/Berlin

Von Frank Hörügel

"Ich kannte den Preis vorher nicht und war von der Nominierung total überrascht", sagte der 26-Jährige gestern gegenüber der OAZ. Unter seiner Regie sind bisher insgesamt 1350 Fahrräder nach Afrika verschifft worden. Dass er als einer der Kandidaten für den bundesweit ausgeschriebenen Preis ausgewählt wurde, wertet der BWL-Student so: "Ich sehe das als Anerkennung für unsere Arbeit, die wir seit anderthalb Jahren mit begrenzten Mitteln leisten."

Am Sonntag wird der Container, der im Juni von Oschatz aus auf die Reise ging, in Südafrika landen und von dort aus auf der Straße nach Kabwe in Sambia transportiert. Wie bei der Aktion im Vorjahr, als ein Container voller Fahrräder nach Namibia geschickt wurde (wir berichteten), sollen auch diesmal vor Ort Fahrradmechaniker ausgebildet werden. Die Spenden aus Deutschland bilden den Grundstock für den Aufbau einer Werkstatt und tragen zudem für eine verbesserte Mobilität der einheimischen Bevölkerung bei.

Auf das Engagement von Johannes Wolf ist die Berliner Panter-Stiftung durch den Internet-Blog des Oschatzers von der Aktion 2011 aufmerksam geworden. "Der Panter-Preis ist nach dem Tier Panther benannt, das sich mit voller Kraft einsetzt", sagt Andrea Kaden vom Organisationsteam des Panter-Preises. Wolf ist einer von insgesamt sechs Nominierten, die bis Ende Juli in der Sonnabendausgabe der linksalternativen Tageszeitung taz vorgestellt werden. Über die zwei Preisträger entscheiden eine Fachjury und die Leser. Die können ab 4. August im Internet unter www.taz.de/panter abstimmen.

Die Sieger werden am 15. September geehrt und erhalten je 5000 Euro. Aber auch die anderen vier Nominierten gehen nicht leer aus. "Während der Leserwahl werben wir massiv für Spenden für die Nichtgewinner-Projekte", kündigt Andrea Kaden an.

Preis-Träger 2011

Kazim Erdogan, der unter anderem die ersten Männer-Gesprächsgruppen für Migranten gründete, erhielt den Preis der Jury für seinen vielfältigen und ausdauernden Einsatz für mehr Integration.

Hadja Kitagbe Kaba engagiert sich mit ihrem Verein "Mama Afrika" seit Jahren gegen die noch immer weit verbreitete Praxis weiblicher Genitalverstümmlung und wurde dafür mit dem Leser-Preis geehrt.