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Oschatz Parkettleger arbeiten im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg
Region Oschatz Parkettleger arbeiten im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg
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14:14 17.08.2018
Vorbereitungen für die Parkettarbeiten in Wermsdorf. Video unter www.lvz.de/region/oschatz
Vorbereitungen für die Parkettarbeiten in Wermsdorf. Video unter www.lvz.de/region/oschatz Quelle: Foto: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Wo sonst stets Stille herrscht, kreischen derzeit die Sägen: Im hinteren Teil des Schlosses Hubertusburg in Wermsdorf haben Parkettleger aus ganz Deutschland mit der Arbeit begonnen. Vor dem Hubertussaal werden Galerie und Teile der angrenzenden Räume für den neuen Bodenbelag vorbereitet.

„Zuerst mussten wir Spanplatten verlegen, um Unebenheiten auszugleichen und einen vernünftigen Untergrund zu schaffen“, erklärte der Dahlener Parkettlegemeister Steve Klose gestern.

Klose hatte bereits im vergangenen Jahr das „Workcamp Parquet“ in das Schloss nach Dahlen geholt. Jetzt wiederum hat er die Aktion in Wermsdorf initiiert: Hier sollen bis Montagnachmittag Teilnehmer eines Meisterkurses 12 000 Parkettteile verlegen. Gestern waren die Handwerker dabei, die einzelnen Stücke aus Eiche, Kirsche, Nussbaum oder Ahorn zuzusägen und als Elemente zusammenzufügen.

Als solchen Elementen entsteht der Fußboden. Quelle: Jana Brechlin

Am Montag soll der Fußboden dann übergeben werden. Ein sportliches Ziel, aber Ernst Müller, Ausbilder in der gewerblichen Schule Ehingen, winkt ab, schließlich hat er Erfahrungen aus vergangenen Workcamps. „Wir haben stets nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung und schaffen es immer – manchmal wird es abends eben später“, sagte er.

Die Herausforderung bei einer solchen Aktion liege darin, immer genügend Teile vorrätig zu haben, damit der Parkettboden zügig Gestalt annimmt: „Sobald die ersten Platten zusammengebaut sind, wird verlegt.“ Auf dem Weg dahin, ist Genauigkeit an der Säge gefragt, damit der Verschnitt möglichst gering ausfällt und tatsächlich ein Stück wie das andere ist. Im Gegensatz zum „Workcamp Parquet“, bei dem vor allem Lehrlinge arbeiten, sind jetzt angehende Meister dabei. „Wir haben viele Profis auf der Baustelle, das macht es leichter“, so Müller.

Steve Klose (l.) und Ernst Müller beraten die Arbeiten. Im Vordergrund entsteht eine Abbildung des St. Heinrichsordens, der 1736 erstmals im Schloss Hubertusburg verliehen wurde, und in den Fußboden eingearbeitet werden soll. Quelle: Jana Brechlin

Abgesehen davon, dass hier für Sponsoren eine repräsentative Fläche geschaffen wird, soll die Aktion auch genutzt werden, um für das Handwerk zu werben. „Wir wollen zeigen, was man mit Parkett alles machen kann. Das Klickparkett, dass die meisten Leute aus dem Baumarkt oder Fernsehsendungen kennen, hat mit Handwerk nicht viel zu tun“, fügt er hinzu. Das sei auch Werkzeugherstellern und Materiallieferanten wichtig, die mit der Bereitstellung ihrer Produkte die Aktion erst ermöglicht haben, unterstreicht Steve Klose.

Auszubildende Lisa Kujau (l.) und Juristin Marion Kenklies kleben Einzelteile zusammen. Quelle: Jana Brechlin

Neben vielen Profihandwerkern steht dieser Tage auch eine Juristin an der Werkbank im Wermsdorfer Schloss. Marion Kenklies berät sonst beruflich Handwerker zu den Themen Gewährleistung und Haftung. „Ich will so viel Nähe zum Handwerk wie möglich und hab deshalb gefragt, ob ich hier mitmachen kann“, begründet sie. Das sei wichtig, um die Herausforderungen der Branche besser zu verstehen. Alles, was mit Holz und Gestaltung zu tun habe, fasziniere sie: „Ich finde Parketthandwerk super spannend.“ Noch bis Montag ist die Juristin Teil des Teams, das im Schloss Hubertusburg für neuen Fußboden sorgt.

Von Jana Brechlin