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Oschatz Parteien und Wählervereinigung in Wermsdorf zufrieden
Region Oschatz Parteien und Wählervereinigung in Wermsdorf zufrieden
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18:00 29.05.2019
Die Wähler in Wermsdorf haben entschieden, wer in den nächsten fünf Jahren im Gemeinderat mitarbeiten wird. Quelle: picture-alliance/ dpa
Wermsdorf

Die CDU hat bei der Gemeinderatswahl in Wermsdorf eingebüßt, bleibt mit sieben errungenen Sitzung aber stärkste Kraft. Insgesamt hat die Union in Wermsdorf 35,21 Prozent erreicht, bei der Wahl vor fünf Jahren waren es noch 44,7 Prozent. Spitzenkandidatin Kerstin Krause verweist darauf, dass mit Dr. Ulrich Hofmann und Kurt Müller zwei Zugpferde, die verlässlich stets viele Stimmen gewonnen haben, nicht mehr angetreten sind. „Mit der Einbuße war deshalb zu rechnen. In Anbetracht dessen sind wir zufrieden mit dem Ergebnis. Jetzt wollen wir die Gemeinde weiter voranbringen und freuen uns darauf, die konstruktive Arbeit der vergangenen Jahre fortzusetzen“, sagte Kerstin Krause.

Diese 18 Frauen und Männer sind in den Gemeinderat von Wermsdorf eingezogen

Die SPD ist in der Wählergunst von 17 Prozent 2014 auf jetzt 20,6 Prozent gestiegen und gewinnt einen Sitz hinzu – konträr zum Katzenjammer, der bei der Partei derzeit in Berlin herrscht, hatten die Wermsdorfer durchaus etwas zu feiern. „Das ist ein tolles Ergebnis: Wir haben zugelegt in Zeiten, in denen die SPD bundesweit auf dem absteigenden Ast ist“, bilanziert Ortsverbandschef Roman Becker. Das sei der sehr guten Arbeit der bisherigen Gemeinderäte und der Tatsache geschuldet, dass Kommunalwahlen oft eben auch Personenwahlen sind.

Wählervereinigung gestärkt

Gestärkt zieht die Wählervereinigung Luppa, Calbitz, Malkwitz in den Gemeinderat ein. Sie verbesserte sich von 16,4 Prozent auf 19,2 Prozent. An der Zahl ihrer Sitze ändert das nichts – auch künftig werden drei Vertreter im Alten Jagdschloss mitbestimmen. Der Stimmenzuwachs sei ein Zeichen dafür, dass die Wählervereinigung bisher gut arbeitet habe, so Lutz Abitzsch von der Wählervereinigung. Dennoch habe er auf einen Sitz mehr gehofft, schließlich sei man für die gesamte Gemeinde aktiv, was von den südlichen Ortsteilen offenbar noch nicht gesehen werde. „Das Ergebnis kann deshalb jetzt nur Ansporn sein, weiter eine sehr gute Arbeit als Ortschafts- und Gemeinderat für die Bürger in den kommenden fünf Jahren zu leisten.“ Abitzsch selbst hatte nicht für den Gemeinderat, sondern für den Ortschaftsrat kandidiert, an dessen Spitze sich der bisherige Vorsitzende Günter Grosch zurückgezogen hatte. Jetzt holte stattdessen Abitzsch die meisten Stimmen.

Wiedersehen mit Barbara Scheller

Nach längerer Pause ist Barbara Scheller für Bündnis 90/Die Grünen wieder dabei – und davon selbst überrascht. Zwar saß sie früher schon im Gemeinderat, verpasste vor fünf Jahren aber einen neuerlichen Einzug und engagierte sich seitdem im Ortschaftsrat. „Die Grünen sind europaweit im Aufwind, das wirkt sich auch auf dem platten Land aus“, schätzt sie ein. Sie freue sich auf die Zeit im Rat. „Der Wermsdorfer Bürgermeister hört zu, wenn ihm Bürger und Ortschaftsräte etwas zu sagen haben. Und auch bei meinen Besuchen im Gemeinderat habe ich die Arbeit dort immer konstruktiv erlebt. Die Räte sind selbst im Meinungsstreit tolerant – mal sehen, ob das auch in Zukunft so weitergeht“, so Scheller.

Durchmarsch für AfD-Bewerber

Auf Anhieb haben es die drei AFD-Bewerber in den Rat geschafft. „Es ging bei dieser Wahl sicher vor allem um die Personen“ sagt Rico Winterlich, Wahlkampfleiter der AfD Nordsachsen und künftiges Mitglied im Mügelner Stadtrat. Sein Vater Frank Winterlich wird in Wermsdorf für die AfD in den Stadtrat einziehen. „Er hat sich schon in der DDR politisch engagiert, die Leute kennen ihn“, erklärt sich den Winterlich den Erfolg. Ebenso würde es sich mit Hubertus Ziegler, dem AfD-Kandidaten mit den meisten Stimmen in Wermsdorf, verhalten. Doch auch das Partei-Image der Alternative für Deutschland habe nach Einschätzung von Winterlich Wähler in Wermsdorf angesprochen: „Einen gewissen Frustbonus gibt es auch“, sagt er. „Viele sind mit der bisherigen Politik einfach nicht zufrieden.“

Linke schon ohne Bewerber

In Wermsdorf nicht mehr mitmischen wird dagegen Die Linke: Urgestein Bernhard Müller hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet und Günter Schmidt, der bisher zuverlässig Stimmen für die Partei holte, war noch im Winterquartier in Brasilien als die Linken ihre Bewerber nominierten.

Bürgermeister Matthias Müller (CDU) hofft, mit dem jetzt gewählten Rat die Gemeinde Wermsdorf weiter voranbringen zu können. Beim Blick auf die künftige Konstellation meint er: „Es sind doch viele bekannte Gesichter dabei, so dass wir sicher nahtlos an die konstruktive Arbeit der vergangenen Jahre anknüpfen können.“ Er sei aber auch gespannt, weil sich einige der neuen Räte bisher weder mit ehrenamtlichen Engagement noch mit Arbeit für die Kommune hervorgetan haben, meint Müller ohne jemand konkret anzusprechen.

Von Jana Brechlin

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