Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Pflegetag in Oschatz rückt Demenz in den Fokus
Region Oschatz Pflegetag in Oschatz rückt Demenz in den Fokus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:56 13.11.2019
Zahlreiche Angebote präsentierten sich beim dritten Nordsächsischen Pflegetag in Oschatz: Quelle: Christian Kunze
Oschatz

Ein gutes Pflegeheim zeichnet sich dadurch aus, dass die Bewohner dort ihre Kartoffeln fürs Mittagessen selber schälen dürfen. Dies war nur einer von vielen praktischen Tipps, die Besucher des Pflegetages in der Stadthalle erhielten – und zwar von Dr. Peter Grampp, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Fachkrankenhaus Hubertusburg Wermsdorf.

Abweichen von der Norm

Die Demenzerkrankung stand im Mittelpunkt des Nachmittags in der Stadthalle. Heike Schmidt, Sozialdezernentin des Landkreises Nordsachsen als Initiator des Tages, hatte Zahlen parat. Derzeit sind 47 000 Menschen im Kreisgebiet 65 Jahre und älter (23 Prozent) , 2030 werden es 63 000 sein (38 Prozent). Vor dem Hintergrund, dass zwei Drittel aller Pflegebedürftigen im heimischen Umfeld und nicht in Pflegeeinrichtungen betreut werden, warb Dr. Peter Grampp dafür, sich intensiver mit den Betroffenen und deren Angehörigen zu beschäftigen und die Erkrankten weiter in den Alltag einzubinden, sie nicht aufzugeben. „Vor der Hilflosigkeit im Umgang mit Demenzerkrankten rührt unsere größte Angst, nicht vor der Krankheit selbst“, verdeutlichte er.

Erzählsalon Demenz: Beim Pflegetag berichten die Initiatoren des Netzwerks über ihre Intention, mitzuwirken. Quelle: Christian Kunze

Der Krankheitsverlauf ist meist schleichend, die Symptome nicht heilbar. „Darin vereint sich das Bewusstsein, nichts dagegen tun zu können mit der dem Menschen eigenen Angewohnheit, sich an Dinge zu gewöhnen“, so der Facharzt. Fatal sei es jedoch, demente Patienten oder Familienmitglieder sich selbst zu überlassen. „Wir müssen sie weiterhin am Leben teilhaben lassen“ – das beginne bei so kleinen Dingen wie Aufgaben im Haushalt (das eingangs erwähnte Kartoffelschälen). Trügerisch sei, dass sich bei der Demenz für den Patienten weniger ändere als für sein Umfeld. „Wenn der Geist nachlässt, empfinden das die Menschen um einen herum als Abweichen von der Norm, als Diskrepanz zwischen dem was wir von anderen erwarten und dem, was real geschieht“.

Für Demenz sensibilisieren

Passend dazu stellte sich bei der dritten Auflage des Pflegetages erstmals ein in diesem Jahr gegründetes Netzwerk zu Demenz vor. Die Initiative aus Oschatz geht aus von der Seniori-Vital-Alltagsbetreuung um Jana Heimanns und Olaf Kozok hervor. „Im Zuge unserer Arbeit stellten wir fest, dass es eine immer größer werdende Nachfrage zum richtigen Umgang mit Demenz gibt. Schnell wurde uns klar, dass wir das nicht allein bewältigen können. Wir haben uns Partner gesucht – und wurden auch recht schnell fündig“, berichtet Olaf Kozok.

Dritter Nordsächsischer Pflegetag in Oschatz Quelle: Christian Kunze

Gemeinsam mit Sozialplanerin Brit Gruhne und Pflegekoordinatorin Carolin Scheffler, beide tätig für die Landkreisverwaltung, holten sie mehr Menschen ins Boot. Ziel des Netzwerkes ist es, auf die Situation Demenzerkrankter und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. „Wir geben in erster Linie Informationen zum Krankheitsbild und vermitteln Angebote zur Unterstützung“, so Kozok. Auch das Zusammenbringen von Akteuren sei wichtig für ihn. Der nächste Schritt sind ein Demenzschaufenster im Sitz der Seniori-Vital-Alltagsbetreuung in der Theodor-Körner-Straße und thematische Schulungen

Von Christian Kunze

Zwei Sicherheitsexperten informierten in Oschatz über lauernde Gefahren im Netz. Anschaulich entlarvten sie die Unbedarftheit der Zuhörer und sorgten für den einen oder anderen Aha-Moment.

13.11.2019

Mügeln entzieht eine Teilstrecke des Weges „Am alten Wasserwerk“ aus dem öffentlichen Gemeingebrauch. Die Entwidmung soll helfen, einen Anliegerkonflikt vor Ort zu entschärfen. Doch bereits dieser Schritt sorgte im Stadtrat für Diskussionen.

13.11.2019

Weit entfernt von der innerdeutschen Grenze erlebten die Filderstädter vor 30 Jahren den Mauerfall. Das Interesse, wie die Menschen in der Partnerstadt Oschatz dieses Ereignis in Erinnerung haben, ist deshalb groß.

13.11.2019