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Oschatz Portalpraxis für Oschatz: Ärzte und Patienten müssen sich noch gedulden
Region Oschatz Portalpraxis für Oschatz: Ärzte und Patienten müssen sich noch gedulden
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06:03 08.01.2019
Die Oschatzer Collm-Klinik.. Quelle: Hagen Rösner
Oschatz

Für die Collm-Klinik Oschatz ist vorerst keine Portalpraxis vorgesehen. Dies bestätigte der ärztliche Leiter des Krankenhauses Dr. Mario Günther unlängst bei einer Gesundheitsveranstaltung der CDU. Er äußerte dazu aber auch sein Bedauern. Derzeit wird das Modell der Portalpraxen getestet. Diese werden gemeinsam von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern betrieben. Dabei gibt es einen großen Vorteil: Für die Hilfesuchenden gibt es eine Anlaufstelle. Dort wird je nach Schwere des Falls entschieden, ob der Bereitschaftsarzt oder die Notfallambulanz des Krankenhauses weiterhilft. „Ich finde diese Verzahnung sehr hilfreich, vor allem weil sich die Portalpraxis in oder neben einer Rettungsstelle befindet“, schätzt der ärztliche Leiter ein.

Delitzsch, Eilenburg und Torgau sind Modellprojekte

Parallel zu den Portalpraxen soll ein medizinischer Fahrdienst unterwegs sein, der Patienten zu Hause aufsucht. Dieser Fahrdienst hat festgelegte Einsatzzeiten, soll aber in erster Linie in der Zeit am Wochenende und während der Schließzeiten der Portalpraxis unterwegs sein. „In Nordsachsen ist erst einmal eine Pilotpraxis in Delitzsch und Eilenburg eingerichtet worden. Und für unsere Oschatzer Region soll die Portalpraxis in Torgau eingerichtet werden“, informiert Günther zum bisherigen Stand der Dinge.

Der Mediziner verschweigt auch nicht, dass diese Entscheidung bei niedergelassenen Kollegen in der Collm-Region – aber auch in der Collm-Klinik – für gemischte Gefühle gesorgt hat. „Gleich, als es die Möglichkeit der Einrichtung einer Portalpraxis gab, haben wir einen entsprechenden Antrag gestellt, sind aber nicht berücksichtigt worden“, so Günther. Sicher scheint, dass in diesem Jahr die Portalpraxis für den Altkreis Torgau-Oschatz am Torgauer Krankenhaus installiert wird. Zu diesem Bereich kommen auch die Regionen Mügeln und Wermsdorf dazu. Das war bisher nicht der Fall. Fazit: Hilfesuchende aus der Collm-Region müssen ins Krankenhaus nach Torgau oder werden von einer Fahrbereitschaft besucht, die zwischen Ablaß und Dommitzsch unterwegs ist.

Der Oschatzer Klinik-Chef fragte zu den Hintergründen der Entscheidung nach. Hier seien wohl die schlechtere hausärztliche Versorgung in der Torgauer Region sowie die größere Patientenfrequenz in der Notfallambulanz des Torgauer Krankenhauses ausschlaggebend gewesen.

Lange Wege von Patienten in die Klinik

Allerdings sind die Messen bei der Portalpraxis für Oschatz noch nicht gesungen. Das Modell soll ein Jahr lang erprobt werden, um daraus weitere Rückschlüsse zu ziehen. Dann könnte die Einrichtung einer Portalpraxis für Oschatz wieder auf der Agenda stehen. Bis dahin sieht Günther keine ernstzunehmende Entlastung der Oschatzer Notfallambulanz. „Niemand aus unserer Region fährt bei Rückenschmerzen oder akuten Problemen ins Torgauer Krankenhaus oder wartet ein paar Stunden, bis die Fahrbereitschaft da ist. Ich befürchte, dass wir diese Patienten dann wieder in unserer Notfallaufnahme haben, aber genau das sollte ja verhindert werden“, so Günther.

Trotzdem oder gerade deshalb sendet Dr. Mario Günther ein Statement an die Einwohner der Collm-Region aus. „Kommen Sie in unser Krankenhaus. Hier wird niemand abgewiesen. Das könnte das Signal an die Kassenärztliche Vereinigung sein, auch in Oschatz eine Portalpraxis einzurichten. Die räumlichen und personellen Voraussetzungen sind bereits vorhanden.

Die Oschatzer Collm-Kinik ist für die Einrichtung einer Portalpraxis bereit. „Wir schauen jetzt mal, wie sich das Modell in diesem Jahr entwickelt“, ist Günther gespannt.

Von Hagen Rösner

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