Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Premiere für Landfunkstellen Oschatz und Mügeln bei Orkan Friederike
Region Oschatz Premiere für Landfunkstellen Oschatz und Mügeln bei Orkan Friederike
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:54 25.01.2018
Michelle Seydewitz und Danny Kaschel nehmen eingehende Notrufe in der Oschatzer Feuerwache entgegen. Quelle: Foto: Hagen Rösner
Anzeige
Mügeln

Als durch Orkan Friederike die Rettungsleitstelle in Leipzig überlastet war und dies durch die in vielen Orten auftretenden Stromausfälle auch Folgen für das Telefonnetz hatte, wurden die neu eingerichteten Landfunkstellen aktiviert. Insgesamt ist vorgesehen, dass in 14 Orten des Landkreises Nordsachsen solche eingerichtet werden. Die in Bad Düben, Dommitzsch, Torgau, Oschatz und Mügeln können im Notfall bereits arbeiten – und hatten ihre erste Bewährungsprobe.

Seit 2017 Landfunkstelle in Oschatz in Betrieb

2017 wurde die Landfunkstelle in Oschatz in Betrieb genommen. „Aber eigentlich haben wir uns das System schon seit dem Hochwasser 2002, als es sich bewährte, bewahrt. Es ist sinnvoll, nicht zeitkritische Einsätze auf diese Weise abzuarbeiten“, erklärt der Oschatzer Stadtwehrleiter Lars Natzke. Am vergangenen Donnerstag war die Oschatzer Landfunkstelle bereits ab 15 Uhr mit zwei Personen besetzt und konnte so die Arbeit aufnehmen. „Drei Minuten nachdem wir uns angemeldet hatten, ging es schon los“, so Natzke. Insgesamt fünf Ortsfeuerwehren mit 46 Einsatzkräften wurden am Donnerstag und auch nochmals am Freitag in der Zeit von 8 bis 19 Uhr von hier aus erfolgreich koordiniert. Das sei auch durch das Notfallmanagement der Stadt unterstützt worden. Noch im vergangenen Herbst sei in die technische Ausrüstung der Landfunkstelle durch die Kommune investiert worden.

Anzeige

Seit Jahresbeginn Landfunkstelle in Mügeln einsatzfähig

Seit Jahresbeginn ist eine Landfunkstelle auch im Feuerwehrdepot der Stadt Mügeln vorhanden und einsatzfähig. Zum Sturmtief Friederike erlebte sie ihre Premiere – und bestand. Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler) setzte sich gegen 15.30 Uhr mit Mitgliedern der Stadtwehrleitung in Verbindung und kurz darauf waren auch hier die ersten Feuerwehrleute vor Ort.

„Auf jeden Fall waren wir froh, dass wir von hier aus die Einsätze unserer sechs Wehren im Stadtgebiet nach der Aktivierung durch die Zentrale Leitstelle koordinieren und lenken konnten“, so Stadtwehrleiter Ingo Fischer. Diese Möglichkeit hätte man in der Region schon viel früher gebraucht. Erst im vergangenen Jahr habe der Gesetzgeber den Einsatz entsprechender Funktechnik im Depot salonfähig gemacht, so Fischer weiter. Vom Depot aus wurden 19 Einsätze koordiniert und die Einsatzkräfte mobilisiert. Da in einigen Bereichen der Strom schon ausgefallen war, erfolgte das über die sogenannte stille Alarmierung. Allein von der Mügelner Ortswehr waren 17 Feuerwehrleute im Einsatz. Hinzu kamen noch die ehrenamtlichen Helfer der anderen Wehren. Ein Glücksumstand sei es gewesen, dass es in Mügeln, wo sich das Depot mit der Landfunkstelle befindet, nur kurzweilig zum Stromausfall kam. „Wir waren gerade dabei, das Notstromaggregat in Betrieb zu nehmen, da kam der Strom hier wieder“, berichtet Fischer.

Ortswehren brauchen Schulung in Funktechnik

Die wenigen Stunden, in der die Landfunkstelle in Betrieb war, hätten aber auch manche Dinge offenbart, aus denen Konsequenzen gezogen werden müssten. Gut sei es, dass jede Wehr über ein Notstromaggregat verfügt. „Aber das hat ja nur eine begrenzte Leistung. Würden wir den E-Herd im Depot zur Versorgung der Einsatzkräfte nutzen, dann bleibt für alles andere weniger Kapazität übrig“, so Fischer. Deshalb müsse vorgesorgt werden. Für Fischer steht auch fest, dass es nützlich wäre, wenn in der Landfunkstelle die Feuerwehrleitung die Koordination übernehme, sondern auch Mitarbeiter der Kommune dabei wären. Das könnte vieles vereinfachen, ist er sich sicher. Von Seiten der Wehren habe sich gezeigt, dass die einzelnen Ortswehren nochmals in der Handhabung und Umstellung der Funktechnik geschult werden müssten.

Bei der Dienstberatung des Mügelner Bürgermeisters stand das Thema Landfunkstelle in dieser Woche ebenfalls auf der Tagesordnung. „Wir werden unser Notfallmanagement überarbeiten und auch die eine oder andere Vorsorge hinsichtlich Ausstattung öffentlicher Gebäude vornehmen müssen“, so Bürgermeister Ecke.

Von Bärbel Schumann