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Oschatz Premiere für Oschatzer Dialoge: AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber berichtet
Region Oschatz Premiere für Oschatzer Dialoge: AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber berichtet
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14:03 15.04.2019
Franziska Schreiber E-Werk Oschatz mit Moderator Ricardo Glaser. Quelle: Christian Kunze
Oschatz

Franziska Schreiber schätzt die Bedeutung der AfD (Alternative für Deutschland) für die hiesigen Kommunalwahlen als gering ein. „Im Kreis- , Stadt- oder Gemeinderat ist es nicht möglich, das System zu stürzen“, so die Aussteigerin am Sonnabend im E-Werk. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Oschatzer Dialoge“ las sie aus ihrem 2018 veröffentlichten Buch „Inside AfD“ und kam anschließend mit den knapp 40 Zuhörern ins Gespräch.

FDP-Stadtratskandidat Thomas Grundmann aus Mannschatz widersprach ihr. Es werde sich auswirken, dass ein ehemaliger FDP-Stadtrat aus Thalheim, Uwe Joite, für die AfD antrete. „Kommunalwahlen sind Personenwahlen. Die Leute wählen das Gesicht, nicht die Partei.“ Stimmungsmache, so Grundmann, sei dann ganz einfach. Wichtig sei deshalb, schloss er, dass sich die Vertreter bestehender Stadtratsfraktionen nach der Wahl auf Inhalte besinnen, um Populismus etwas entgegen zu setzen.

Ziel: Größtmögliche Empörung

Bedenklich, so Aussteigerin Schreiber, sei eher, dass sich etablierte Parteien den Thesen der AfD annäherten, in der Hoffnung, Wähler wiederzugewinnen. Der Umgang mit AfD-Wählern und Sympathisanten müsse laut Schreiber „hart in der Sache, aber weich mit dem Menschen“ geschehen. Sprich, nicht die Person diskreditieren, sondern deren Argumenten etwas entgegen setzen, sei wichtig.

Es gehöre zur Taktik der Ein-Themen-Partei, gezielt Skandale zu provozieren, um in die Medien zu kommen. Sie setze gezielt auf Provokation anstatt auf Inhalte. „Wer trifft den provokantesten, gerade noch verfassungskonformen Ton? Wer erntet das lauteste Empörungsgeschrei? Es ging darum, ein Thema so auf die Spitze zu treiben, dass unsere Anhänger jubelten, die Presse sich maximal echauffierte und die Justiz keinen Anhaltspunkt fand.“ Die Grenzüberschreitung sei legitimes Mittel, um die eigene Machtposition zu stärken.

CDU entscheidet über Zukunft der AfD

Mit Beginn der „Flüchtlingskrise“ 2015 sei der Rechtsextremismus in der Partei immer offener zu Tage getreten. Die Mär von Merkels „Grenzöffnung“ habe man sich gezielt ausgedacht. „Nach dem Attentat am Breitscheid-Platz brach in den internen Foren und Facebook-Gruppen die Party los“, schildert Schreiber. Von all dem sei 2013, als sie eintrat, nichts zu spüren gewesen. „Die Kritik Bernd Luckes am Euro und der Europäischen Union war für mich nachvollziehbar. Themen wie der Islam haben Lucke nie interessiert.“

Die Zukunft der AfD im Bund und Sachsen macht Schreiber vor allem an der jeweils regierenden CDU fest. „Wenn Angela Merkel nicht mehr Kanzlerin ist, wird die AfD an Macht verlieren, denn dann bricht ihr Feind Nr. 1 weg“, prognostiziert sie. Mit Blick auf mögliche Regierungsbündnisse nach der Landtagswahl in Sachsen spricht sich Schreiber dafür aus, dass die CDU mit der AfD koalieren sollte. „Warum? Weil dann die Möglichkeit besteht, die vermeintliche Alternative vorzuführen und ihre Schwachpunkte gezielt offen zu legen“, so die Insiderin.

Weitere Dialoge geplant

Weitere „Oschatzer Dialoge“ sind geplant am 17. Mai zum Thema „Fridays for Future“ sowie am 31. Mai zum Thema „Seenotrettung“, letztere mit Nordsachsens CDU-Bundestagsabgeordneten Marian Wendt im Podium.

Von Christian Kunze

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