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Oschatz Schneller von Leipzig nach Dresden: Fallen weitere Haltestellen beim RE 50 weg?
Region Oschatz Schneller von Leipzig nach Dresden: Fallen weitere Haltestellen beim RE 50 weg?
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06:43 14.03.2019
Mit dem Talent 2 schien die Ära der Doppelstockzüge zwischen Dresden und Leipzig vorbei zu sein. Nun wird darüber wieder nachgedacht. Quelle: Anja Schneider
Bornitz

Der „Saxonia-Express“ hält schon seit Jahren nicht mehr in Bornitz. Im Gespräch ist, dass es weitere Orte an der Bahnstrecke Dresden-Riesa-Leipzig treffen könnte, dass dieser Zug an ihrem Bahnhof durchfährt.

Offenbar wird dieses Thema in Gremien des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberelbe (ZVOE) diskutiert. Zur Debatte stehen die Halte in Glaubitz, Nünchritz und Niederau. Ziel sei, den „Saxonia-Express“ zu beschleunigen. Abgesehen von mehreren S-Bahn-Stationen in Dresden und Radebeul bedient dieser Zug alle Stationen unterwegs. Er ist also im Prinzip kein Express, sondern eher das, was man früher als Personenzug oder umgangssprachlich Bummelzug bezeichnet hat.

Dazu, wie viel Zeit das Auslassen der Halte an den Stationen sparen könnte, lässt sich offiziell niemand aus. Bis dieser Gedanke Realität werden könnten, soll noch der Rest der Strecke ausgebaut werden. In Riesa und von Zeithain bis Weißig sind die Bahnanlagen noch nicht für eine Geschwindigkeit bis 160 km/h ausgelegt. Nach dem Ausbau ändere sich ohnehin einiges an den Fahrzeiten.

Glaubnitz, Nünchritz und Niederau sollen anderweitig bedient werden

Glaubitz, Nünchritz und Niederau sollen – anders als Bornitz und Dornreichenbach auf der „Leipziger Seite“ der Strecke – nicht vom Nahverkehr abgehängt werden. Vielmehr ist in der Diskussion, eine Regionalbahn-Verbindung (RB) zu schaffen, die diese Stationen einschließt. War früher eine S-Bahn von Dresden nach Riesa im Gespräch, so denkt man jetzt darüber nach, die Regionalbahn von Dresden über Großenhain nach Elsterwerda in Priestewitz zu trennen und mit einem Teil nach Riesa weiter zu fahren. Für alle, die von und nach Riesa fahren, böte diese Variante eine zusätzlichen Reisemöglichkeit – allerdings nicht in diesem oder nächsten Jahr.

Konkreter Zeitplan nicht benannt

„In diesen Diskussionen geht es nicht um aktuelle Fahrplanänderungen, sondern um den Nahverkehrsplan“, betont Christian Schlemper, Pressesprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO). Darin werde festgeschrieben, wie sich das Angebot mittel- und langfristig entwickeln soll. Zu einem konkreten Zeitplan für wegfallende Halte beim RE und eine neue Regionalbahn könne er sich nicht äußern. Fakt ist jedoch, dass der derzeitige Verkehrsvertrag des VVO und des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) mit der Deutschen Bahn für den RE 50 bis 2025 gilt. Man könne ihn zwar ändern, ob das zweckmäßig sei, stehe aber auf einem anderen Blatt. Dass vorerst keine Änderung ansteht, belegen frühere Aussagen zum Einsatz der Fahrzeuge. Mit dem Talent 2 als Fahrzeug ist man schon länger unzufrieden, wollte aber wegen dieses Details den ansonsten guten Verkehrsvertrag nicht kündigen.

Mittelfristig sind Doppelstockfahrzeuge denkbar

In Sachen Fahrzeuge denkt man nun wieder an eine Rolle rückwärts. „Zur Hauptverkehrszeit ist der Talent 2 voll und die Bahnsteiglängen sind ausgeschöpft“, erläutert Christian Schlemper. Also müsse man sich Gedanken darüber machen, wieder Doppelstockfahrzeuge einzusetzen. Aber eben mittel- bis langfristig.

Für den ZVNL gibt es solche Gedankenspiele nicht.„Der ZVNL denkt derzeit nicht über eine Reduzierung der Haltestellen nach. „Die Beschleunigung des RE 50 ist unsererseits schon vor Jahren erfolgt, als durch die Erweiterung des mitteldeutschen S-Bahn-Netzes mehrere Zwischenstopps für den Saxonia-Express wegfallen konnten“, erklärt Nordsachsen Landrat Kai Emanuel, der Verbandsvorsitzender des ZVNL ist. Folglich werde man sich erst dann wieder damit beschäftigen, wenn es neue S-Bahn-Verbindungen zu den vom RE 50 angesteuerten Ortschaften gibt. „Aktuell bewegt uns viel mehr die Frage, wie wir den sogenannten kleinen Grenzverkehr zwischen Oschatz im MDV- und Riesa im VVO-Gebiet vernünftig regeln können. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dazu in den zuständigen Gremien noch in diesem Monat eine gute Lösung finden werden.“, schildert der Landrat seine Prioritäten.

Von Axel Kaminski

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