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Oschatz Regionales Lexikon: Häuserbuch
Region Oschatz Regionales Lexikon: Häuserbuch
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14:48 24.02.2019
Der Historiker Jens Kunze möchte ein Häuserbücher für Wermsdorf auf den Weg bringen. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
Wermsdorf

Jedes Haus, jedes Grundstück hat seine eigene Geschichte. Eine, die von seinen Besitzern oder Bewohnern geprägt und geschrieben wird. Doch selten haben Eigentümer Zeit oder gar Interesse, diese aufzuschreiben, in Dokumenten zu sichern. Dabei können selbst Eintragungen in Grundbüchern interessant sein und damit auch das Interesse von Historikern oder Heimatforschern wecken. In einigen Städten und Dörfern wurden in der Vergangenheit alle Daten zu jedem Haus in sogenannten „Häuserbüchern“ gesammelt und veröffentlicht.

Warum hat Wermsdorf kein Häuserbuch

Der promovierte Historiker Jens Kunze, der vor rund zehn Jahren nach Wermsdorf zog, fragte sich beim Beschäftigen der Unterlagen zu seinem Grundstück: Warum hat Wermsdorf kein Häuserbuch? Eine Frage, die Kunze auch den Mitgliedern des Wermsdorfer Heimatvereins, dessen Mitglied er ist, stellte. Diese griffen das Thema auf und baten Jens Kunze darum, in einem Vortrag darzulegen, wie man in Wermsdorf zu einem Häuserbuch kommen und damit auch eine Vorreiterrolle für andere Orte leisten könnte.

Ideen und Vorschläge vorhanden

Eindrucksvoll zeigte der Historiker auf, welche Quellen dafür zur Verfügung stehen könnten. Quellen, die zugleich auch gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln. So zeigte Kunze anhand des Erbzinsregisters von 1556 was damals bereits über einzelne Orte, vorhandene Häuser und deren Bewohner notiert wurde und welche Einnahmen aus den Dörfern erzielt wurden und welche Dienste ihre Bewohner für ihre Herren leisten mussten. Später gaben Gerichtsbücher der Ämter oder Brandkataster Auskunft. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden erste Karten angefertigt. Die zeigten zum Beispiel für Wermsdorf auf, welche Gebäude weichen mussten, damit der König freie Sichten von seinem Schloss auf das Umfeld hatte.

Delitzsch ist Vorbild

Auch Versicherungskataster würden jede Menge Wissenswertes bereit halten, schilderte der Historiker. So seien auf diese Weise für ganz Wermsdorf detaillierte Maße von Gebäuden und Grundstücken vorhanden. Auch die heute noch geführten Grundbücher verrieten lückenlos eine Menge an Daten. Es würde also viel Zeit und Mühen kosten, um in Archiven alle Daten für ein Wermsdorfer Häuserbuch zu sammeln und aufzubereiten. Kunze beließ es nicht bei dieser Feststellung, sondern machte gleich auch noch Vorschläge, in welcher Form ein solches Buch entstehen könnte. „Ein digitales Häuserbuch gibt es zum Beispiel von Mainz. Bei der Datenbank sind auch Bauforschungen und Restaurierungen eingeflossen“, schilderte er. Beispielhaft sei auch das Häuserbuch von Delitzsch, an dessen Entstehung Bürgermeister Manfred Wilde großen Anteil habe. Nach Jens Kunzes Vortrag steht fest: Ein Häuserbuch für Wermsdorf wird in Angriff genommen.

Liptitz hat ein

Nach dem Vortrag zeigte sich, dass es in einem der Ortsteile eines sogar schon gibt. „Ernst Risse hat vor zehn Jahren ein solches Buch über Liptitz bereits erarbeitet und herausgebracht. Das ist heute schon ein wahres Schätzchen“, berichtete Barbara Scheller aus dem Nachbarort. Anreiz sicher für den „großen“ Nachbarort, dem nachzueifern.

Von Bärbel Schumann

Kerstin Bittner ist christliche Gesundheits- und Ernährungsberaterin. Auf Natürliches setzt sie dabei und überwand so die Arbeitslosigkeit. Nun gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen in Kursen weiter. Dafür hat sie das Kloster in Sornzig für sich entdeckt.

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