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Oschatz Riesa erwartet am Wochenende 300.000 Besucher
Region Oschatz Riesa erwartet am Wochenende 300.000 Besucher
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08:15 05.09.2019
So endete im vergangenen Jahr der Tag der Sachsen in Torgau: Der Torgauer Bär gibt den Staffelstab an den Riesaer Riesen weiter. Quelle: Stadtverwaltung Riesa
Riesa

Zum zweiten Mal nach 1999 ist Riesa Gastgeber für den Tag der Sachsen. Und zu feiern gibt es in diesem Jahr genug in der Elbestadt – so auch die Ersterwähnung des Klosters Riezowe vor 900 Jahren. Um dieses Kloster herum entstand einst der Ort, der durch den Anschluss an die erste deutsche Ferneisenbahnstrecke einen gewaltigen Entwicklungsschub erfuhr.

Zum Tag der Sachsen 1999 konnte Riesa mehrere ehrgeizige Investitionen abschließen, die nun ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Dazu gehört neben der Sachsen-Arena, die damals ihre Pforten öffnete, der Gastronomiekomplex „Riesenhügel“ mit der hauseigenen Brauerei. Gleich nebenan steht die „Rieseneiche“. Eigentlich heißt die von Jörg Immendorf geschaffenen Skulptur „Elbquelle“, aber der Riese ist eben in Riesa immer mit an Bord. Obwohl der Name der Stadt aus dem Slawischen kommt und nichts mit großen Fabelwesen zu tun hat, ist der Riese als Wappenzier auf dem Riesaer Stadtwappen zu finden.

300.000 Besucher erwartet

Nach der Sage verdankt die Stadt natürlich auch einem Riesen ihre Entstehung. Diesen drückten demnach, als er bei seiner Wanderung an der Elbe ankam, Sand und Steine im Stiefel. Also zog er sein Schuhwerk aus, bevor er den Fluss überquerte und schüttete den störenden Inhalt aus. Auf dieser Erhebung an der Elbe entstand später Riesa.

Als Riese wäre man unter den 300.000 Besuchern, die die Organisatoren am bevorstehenden Wochenende erwarten, leicht im Vorteil – was den Überblick betrifft. Tatsächlich ist der Riese im Riesaer Stadtbild rar, wenn nicht gerade Gunter Spies, der das Maskottchen verkörpert, unterwegs ist. Spies, der bei der Marine als Koch gearbeitet hatte, kam übrigens vor 20 Jahren zur Eröffnung des „Riesenhügels“ in die Stadt und ist seither dort hauptamtlich Braumeister und nebenberuflich eben Riese.

Riesa klotzt auch 2019: Rathausplatz wurde saniert

Mit der „Elbquelle“ hat Riesa zwar ein riesiges Kunstwerk– die höchste Skulptur aus Stahlguss in Europa – der Riese als Skulptur kommt aber erst am Festwochenende dazu. Dann sollen drei die Weltkugel tragende Riesen auf dem Kreisverkehr nahe dem Krankenhaus enthüllt werden. Ein kleinerer, etwas stilisierter Riese ist schon seit fast einem Jahrzehnt vor dem Rohrforschungszentrum in Riesa-Gröba zu finden.

Als „Riese“ wurde bis 2013 in Riesa auch geehrt, wer im vergangenen Jahr besondere Leistungen in Kultur, Sport oder Wirtschaft vollbracht hat. Dazu gibt es einen Riesen aus Keramik. Für besondere Fehlleistung gab es bis 2003 auch den „Stinkstiefel“, den Riesenpreis der anderen Sorte.

In diesem Jahr hat Riesa zum Stadtjubiläum und für seine vielen Gäste insbesondere den Rathausplatz frisch herausgeputzt. Vor 15 Jahren wurde der obere Teil des Platzes neu gestaltet und unter anderem der ungewöhnliche Zunftbaum aufgestellt. Er besteht – was in einer Stadt mit über 170-jähriger Stahltradition nicht verwundert – aus Stahl. Ebenso wie die „Elbquelle“ ist er ein Wahrzeichen der Stadt und ein echter Hingucker – bei einem Spaziergang über das Festgelände sollte man beide nicht auslassen.

Das Festgebiet umfasst 22 Themenmeilen, zehn Themenbühnen und drei Medienbühnen. Quelle: www.tagdersachsen2019.de

Sachsens Vereine entern die Bühne

Das Festgebiet ist in 22 Themenmeilen, zehn Themenbühnen und drei Medienbühnen eingeteilt. Ein Wegweiser-System erleichtert die Orientierung. Daneben wird an sieben Infopunkte Hilfe angeboten. Zudem sind Informationen per Smartphone unter www.tagdersachsen2019.de zugänglich.

Während sich etwa auf der Blaulichtmeile das Technische Hilfswerk, die Polizei oder auch das Deutsche Rote Kreuz präsentieren, von der Wasserrettung bis zur US Army Band, ist die Bühne des Sächsischen Landtags den sächsischen Vereinen vorbehalten: Dort treten unter anderen der SC, ESV Lok und der VfL Riesa auf, aber auch die Schalmeienzunft Strehla, die Lommatzscher Spielleute oder der Fanfarenzug des Carneval Clubs der Muldenschiffer zu Westewitz.

Zum Teil haben diese auch Auftritte auf der Kleingärtnermeile, wo es außerdem fachlichen Rat und Vorführungen rund um das Gärtnern oder den Obstbaumschnitt gibt. Zusätzlich sind hier unter vielen anderen auch die Free Line Dancer Torgau, die Tanzgruppe Glauchau/Hohenprießnitz, die Black Diamonds Hartha oder auch die Tanzperlen des Zschopautals zu finden.

Die Bühne des Landessportbundes hingegen ist an den drei Tagen den Sportlern, Tänzern und Athleten wie den Akrobaten des Krostitzer SV oder auch des SV Rot Weiß Dahlen vorbehalten. Der Turnverein Wermsdorf tritt hier ebenso auf wie die Döbelner Dance Company. Am Sonnabend, ab 20.30 Uhr spielt die Himmelfahrtsband, ab 23 Uhr gibt es ZweiTakt. Auf der Stadtwerke-Riesa-Bühne spielt am Freitag ab 20 Uhr die Cover-Band Second Straights, gefolgt vom Torgauer Carneval Club und DJ Frank Lattig.

Der „Tag der Sachsen“ – hier im Jahr 2018 in Torgau – ist das größte Volksfest im Freistaat. Quelle: Nadja Kühne/Stadtverwaltung Torgau/dpa

„Tag der Sachsen“ endet mit gewohntem Festumzug

Tag-der-Sachsen-Höhepunkt ist der Festumzug am Sonntag, der in 87 Bildern nicht nur der 900-jährigen Geschichte Riesas folgt. Er beginnt 13 Uhr. Die Vereine und Verbände Sachsens haben in einem zweiten Block ihren Auftritt, während ein dritter den sächsischen Kulturräumen gewidmet ist.

Wer sich lieber auf mittelalterliche Spuren begibt, wird an allen drei Tagen an der Bühne im Klosterinnenhof fündig, wo sich die Historische Meile befindet: Ritterumzüge mit Trommeln und Fahnenträger warten hier, aber auch Schwertkämpfe, historische Tänze und die Bands Donner & Doria (Freitag), Vintage Wine (Sonnabend) sowie Irregang. Einen Kontrast dazu bietet die Sachsen-Arena, wo es von Freitag, 17 Uhr, bis Sonntag, 13 Uhr, möglich ist, sich auf’s Glatteis zu begeben. 200 Quadratmeter Eisbahn laden zum Schlittschuhlaufen ein.

Die Pausitzer Straße, Ecke Lutherplatz hingegen wird zum politischen Parkett: Das Live-Bühnenprogramm bietet Talkrunden mit Gästen aus Politik und Zeitgeschichte zum Thema 70 Jahre Grundgesetz.

Höhepunkte zum Tag der Sachsen

Freitag

17 Uhr: Eröffnungsveranstaltung des MDR am Rathausplatz, ab 19 Uhr Die ABBA Revival Show, NDW-Paket

ab 17 Uhr: DJ Alex Pitchens, Soundmietzen, Magic Affair in der Sachsen-Arena

ab 17 Uhr: Elbland Philharmonie Sachsen – „Filmmusik meets Beatboxer“ in der Stadthalle „stern

ab 18 Uhr: Stimmungskonzert aus Rock, Pop & Schlager der Schalmeienzunft Strehla 1962, gefolgt von Partyshakers, Londonbeat, DJ Antoine, Hitradio RTL Partypiloten auf dem Widmann-Gelände

ab 18 Uhr: Energy Sachsen on Tour mit Anstandslos & Durchgeknallt am Technikum

14 bis 1 Uhr: 70er/80er-Jahre-Party im Innenhof Margenberg

Sonnabend

14 bis 1 Uhr: Schlagernacht mit Roland Kaiser Double im Innenhof Margenberg

ab 15 Uhr: Peritzer Ukulelenkapelle, RAINA & the Girls, Matze Wiesner, Marquess, Stereoact auf dem Widmann-Gelände

ab 17 Uhr: Energie Sachsen on Tour mit MC Fitti und The Prince Karma am Technikum

ab 17 Uhr: 20 Jahre Sachsen-Arena mit Tom Gregory, Michael Schulte, Stefanie Heinzmann, DJ Vize

Sonntag

ab 10 Uhr: „Kika kommt zu dir!“ mit Moderator Alex Huth, TanzTapir und Bernd das Brot in der Sachsen-Arena

ab 12.45 Uhr: Mariuzz – Westernhagen Tribute Show am Rathausplatz

ab 13 Uhr: Festumzug

15 Uhr: The Firebirds auf dem Widmann-Gelände. Dort findet um 17 Uhr auch die Abschlussveranstaltung zum 28. Tag der Sachsen statt.

Von Axel Kaminski und Manuel Niemann

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