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Oschatz Sachsenforst tagt in Wermsdorf zu Sturmschäden
Region Oschatz Sachsenforst tagt in Wermsdorf zu Sturmschäden
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00:44 27.04.2018
Sachsenforst veranstaltet in Wermsdorf Tagung für Waldbesitzer Quelle: Axel Kaminski
Wermsdorf

Mit der Wahl des Themas seiner Regionaltagung für Waldbesitzer hatte der Staatsbetrieb Sachsenforst offensichtlich ins Schwarze getroffen. Davon zeugten gut gefüllte Reihen im Kultursaal von Schloss Hubertusburg. Vorträge und Exkursion in das Revier Collm standen unter dem Motto „Schadensbewältigung nach Sturmschäden – Krisenmanagement und Möglichkeiten der Wiederbewaldung“.

Zeitiges Temperaturhoch verkürzt Pflanzperiode im Wald

Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirks Leipzig, begrüßte die Gäste. Der allgemeinen Euphorie über den Frühling, der als Frühsommer daherkomme, wolle er sich nicht anschließen. Diese früh auftretende Wärme verkürze die Pflanzperiode. Außerdem seien erste Borkenkäfer gesichtet worden.

Forstbezirk Leipzig erwartet 350 000 Kubikmeter Schadholz

Auch wenn ursprünglich anders geplant worden sei, habe man wegen des Themas der Regionaltagung 2018 nicht lange überlegen müssen. Zwar müsse man die Zahlen immer noch nach oben korrigieren, je weiter man beim Aufarbeiten der Schäden vorankomme, doch allein im Forstbezirk Leipzig müsse man mit 350 000 Kubikmetern Schadholz rechnen. Die Bezeichnung Katastrophe sei da durchaus berechtig. Nun gäbe es beim Aufräumen um einen Konkurrenzkampf um leistungsfähige Unternehmen.

Bürgermeister dankt für schnell freigeräumte Hauptwege im Wald

In seiner Begrüßung hob Bürgermeister Matthias Müller (CDU) die lange Verbindung zwischen dem Ort, seinen Einwohnern und dem Forst hervor. Er dankte den Waldarbeiter dafür, dass die Hauptwege durch den Wald nach Orkan „Friederike“ schnell frei geräumt worden seien. Sein Dank galt außerdem dem Freistaat, der das Parkett im Kultursaal und am Vormittag vor der Regionaltagung sogar noch die Fensterrahmen erneuert hatte.

Fehlendes „Krisenwissen“ führt zu falschen Entscheidungen

Im ersten der drei Vorträge dieser Tagung beschäftigte sich Sandra Collin vom Deutschen Forstwirtschaftsrat mit dem Thema Krisenmanagement. Sie analysierte zunächst, dass zwar Krisenereignisse insgesamt zunehmen würden, auf einzelne Regionen betrachtet aber kaum Erfahrungen im Umgang mit solchen Ereignissen bestünden. Dafür lägen Krisen, wie solch ein schwerer Sturm, zeitlich zu weit auseinander. Es fehle daher meist an „Krisenwissen“. Das führe oft zu falschen Entscheidungen, Mehrkosten und zum Teil auch Unfällen. Sandra Collin riet dazu, die übliche Abfolge von Intervention und Instandhaltung, auf die dann Prävention und Vorbereitung folgten, umzukehren. Wer sich ohne Zeitdruck vor einer Krise schon darauf vorbereite, könne diese besser bewältigen.

Innehalten nach dem ersten Aufräumen hilfreich

Sven Martens, der anschließend über die Wiederbewaldung von Sturmflächen anhand eines Waldstücks bei Radeburg referierte, konnte aus eigenem Erleben die von seiner Vorrednerin geschilderte Gefahr der Fehlentscheidungen bestätigen. Er regte deshalb an, nach dem ersten Aufräumen innezuhalten. Sehr anschaulich stellte er da, welche Kosten und Effekte das Bepflanzen vom Sturmflächen in verschiedenen Varianten haben kann. Nach seiner Erfahrung müsste die Wiederbewaldung auf jenen Flächen beginnen, wo das Kronendach durchbrochen, aber noch vorhanden sei. Ziehe man andere Flächen vor, dann werde der Umbau erschwert, weil dann der Kronenbewuchs wieder flächig da sei. Anschließend solle man sich kleineren und dann erst größeren frei gewordenen Flächen zuwenden. Je größer die freien Flächen seien, desto mehr solle man sie aufsplitten zwischen Pflanzaktionen, dem Anlegen von Vorwald und der Naturverjüngung.

Eichenpflanzung trotz höherer Kosten wirtschaftlich interessant

Als letzter Referent ging Daniel Thomann auf Fördermöglichkeiten für den Waldumbau ein. Deren Ziel seien vielfältige, anpassungsfähige und stabile Wälder. Beim Waldaufbau außerhalb von Schutzgebieten sei deshalb eine Förderung von Fichten- und Kiefernpflanzungen ausgeschlossen. Bei der Verjüngung des Bestandes in Schutzgebieten werde „heimische Waldgesellschaft“ nach der vorher ermittelten Baumartenpalette gefördert. Daniel Thomann belegte anhand einer Musterrechnung, dass auch die zunächst teurere Wiederaufforstung mit Eichen dank der Förderung für den Waldbesitzer interessant sei und riet zur forstfachlicher Beratung. Mehrere Nachfragen gab es hinsichtlich des Zaunbaus, der zur Bedingung bei Neupflanzungen gemacht werde, den Waldbesitzer nach den Stürmen der vergangenen Monaten aber erhebliche Zusatzkosten beschere.

Nach dem theoretischen Teil konnten die Tagungsteilnehmer im Revier Collm unter anderem miterleben, wie Schadholz aufgearbeitet wird. Dabei gab es neben Technik-Tipps auch praxistaugliche Empfehlungen zum Arbeitsschutz.

An Parkplätzen fehlt´s im Revier

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Matthias Müller auf das bevorstehende Jubiläum der Regionaltagung verwiesen und angekündigt, dass man sich für die zehnte „etwas einfallen lassen müsse“. Eine gute Idee wären mehr Parkplätze. Der zur Sonderschau der Staatlichen Kunstsammlungen 2013erschlossene Besucherplatz war jedenfalls einige Zeit vor Veranstaltungsbeginn schon voll belegt. Freundlicherweise hatte der Sachsenforst einen Mitarbeiter abgestellt, der weitere Gäste von einer sinnlosen Suche nach einer Lücke dort abhielt und auf Stellplätze „weiter hinten“ verwies. Wer dann weiter hinter fuhr und keinen Platz mehr in einer der gepflasterten Parktaschen an der Hubertusburger Straße ergattern konnte, hatte die Wahl, anderweitig am Straßenrand zu parken oder zu spät zu kommen. Nach Tagungsende fanden dann eine Reihe von Teilnehmern unliebsame Zettel mit Hineisen auf ihre Ordnungswidrigkeit and er Frontscheibe ihrer Autos vor.

Von Axel Kaminski

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