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Oschatz Sandro Oschkinat verlässt AfD Nordsachsen
Region Oschatz Sandro Oschkinat verlässt AfD Nordsachsen
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10:54 11.09.2018
Sandro Oschkinat.
Sandro Oschkinat. Quelle: privat
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Nordsachsen/Mockrehna

Er war einer der markantesten und aktivsten AfD-Politiker im Landkreis Nordsachsen – doch nun verlässt Sandro Oschkinat die Partei. Und das offenbar im Streit. In einer Erklärung gab er jetzt offiziell seinen Austritt zum 1. Oktober bekannt. „Ich habe gerade in den letzten Monaten im Alleingang versucht, in meinen Funktionen im Kreisvorstand Nordsachsen, die AfD zu einer ,sozialen Volkspartei’ zu machen, welche nach meinen Vorstellungen vernünftige Menschen von links und rechts demokratisch sammeln und extensiv den Dialog mit allen Andersdenkenden suchen sollte“, so Oschkinat. „Nun muss ich rückblickend einsehen, dass dieses Vorhaben wohl zu gewagt war. Einige Mitglieder teilten meine Ansichten nicht oder lehnten sie rigoros ab. Die damit verbundenen, teilweise sehr unsachlichen Diskussionen, haben uns alle viel Zeit, Nerven und Kraft gekostet.“

„Alle Konflikte sind für mich hinfällig“

Für seine „energischen, verbalen Angriffe“ wolle er sich bei allen Beteiligten entschuldigen, so Oschkinat weiter. Jetzt solle die AfD Nordsachsen wieder in Ruhe arbeiten können. „Alle Konflikte sind für mich nun hinfällig.“

Als Hauptgrund für seinen Rückzug nannte er zudem sein Privatleben. Er habe „im anstrengenden politischen Eifer und Diskurs der letzten Monate viel zu oft genau jene Menschen fatal vernachlässigt, die mir familiär und emotional am nächsten standen, und meine Aufmerksamkeit somit in dieser Zeit ebenfalls dringend gebraucht hätten. Mit den Folgen dieser Dummheit, muss ich nun allein zurechtkommen, und kann nur sämtlichen AfD-Mitgliedern mahnend empfehlen, bei allem berechtigten patriotischen Enthusiasmus, ihr intaktes Familienleben niemals der Politik zu opfern.“

Demo gegen Merkel

Sandro Oschkinat ist auch Gründer des Spektrums Aufrechter Demokraten. Im September 2017 hatte er eine Demonstration gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel angemeldet, als diese zu einer Wahlkampfveranstaltung nach Torgau kam. Die lautstarken Proteste sorgten damals bundesweit für Aufsehen.

Von lvz