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Oschatz Schatz der Woche im Schloss Hubertusburg
Region Oschatz Schatz der Woche im Schloss Hubertusburg
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06:00 06.06.2019
Die Schnupftabakdose aus Meißner Porzellan zeigt den sächsischen Kurfürsten als König August III. von Polen. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Wermsdorf

Zurzeit wird im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg an die Glanzzeit der herrschaftlichen Anlage erinnert: Bis Oktober ist dort die Sonderschau „Friedrich August und Maria Josepha – das verlorene sächsische Rokoko“ zu sehen. Dazu haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zahlreiche Schätze aus ihren Ausstellungen und Depots geholt. An dieser Stelle zeigen wir jeweils einen „Schatz der Woche“, für den sich bereits der Weg ins Schloss Hubertusburg lohnt.

150 Ausstellungsstücke

Rund 150 Exponate wurden für die Ausstellung in der Beletage zusammengetragen. Hier bekommt der Besucher einen Eindruck von der Sammelleidenschaft der Wettiner und den Geschenken, mit denen Gäste und Partner die Kurfürstenfamilie beeindrucken wollten. Ein schönes Beispiel dafür sehen Besucher im Raum zwei, der sich „Hofkultur und Repräsentation“ widmet.

Kleinod, das entdeckt werden will

Hier gilt es, ein echtes Kleinod zu entdecken: Eine Schnupftabakdose aus Meißner Porzellan um 1750. In der Innenseite des Deckels blickt dem Betrachter der Kurfürst Friedrich August II. entgegen – hier abgebildet als polnischer König August III. mit dem Orden des Goldenen Vlies.

Dosen dieser Art waren typische Galanteriewaren, die im 18. Jahrhundert als Geschenk oder Sammlerstück hergestellt wurden, heißt es in der Beschreibung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Rubine verarbeitet

Das kleine Schmuckstück ist gerade einmal gut sieben Zentimeter breit und zieht die Blicke womöglich nicht so auf sich wie großformatige Gemälde oder üppige Tafelaufsätze, ein genaues Hinsehen lohnt sich dennoch. Unendlich fein und detailreich ist die farbige Bemalung auf dem Porzellan und die Kupfervergoldung, mit der die Kanten in Öffnung und Deckel eingerahmt sind, ist mit kleinen Schwüngen verziert. Den Deckel schmücken außerdem Rubine und Diamantrosen – ein kostbares Kästchen, dem ein Ehrenplatz gebührt.

Ideale des Herrschertums

Beim Auftrag des Porträts habe man sich an einem Kupferstich des Franzosen Jean Daullé orientiert, verweisen die SKD. Die weitere Bemalung der Schnupftabakdose ist geprägt von Blüten und schwungvollen Linien und nimmt Bezug auf das Ideal des Herrschertums jener Zeit. Es sind Personifizierungen von Stärke im Kampf, Handel, Landwirtschaft und Wissenschaft zu sehen – alles Bereiche, in denen die Wettiner ambitioniert waren und glänzen wollten. Schon August der Starke war bestrebt, kluge Köpfe seiner Zeit an den sächsischen Hof zu holen und hier Entwicklungen voranzutreiben und sein Sohn Friedrich August setzte diese Bemühungen fort. Klar, das sich dies dann auch in noch so kleinem Zierrat wie eben dieser Schnupftabakdose niederschlug.

Sonderöffnung zu Pfingsten

Das Stück gehört zum Bestand des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und ist noch bis Anfang Oktober in der Ausstellung in Wermsdorf zu bewundern. Wer es bisher noch nicht geschafft hat, die Schau zu besuchen, hat über Pfingsten dazu einen Tag zusätzlich die Möglichkeit, denn am Pfingstmontag sind die Räume ebenfalls von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Jana Brechlin

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