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Oschatz Schlangenalarm in Oschatz: Jagd auf Ringelnatter im Lottoshop
Region Oschatz Schlangenalarm in Oschatz: Jagd auf Ringelnatter im Lottoshop
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14:10 10.09.2019
So groß war die Ringelnatter: Sylke Zeller, Inhaberin des Lotto- und Zeitungsshops, vor dem Regal, hinter dem sich die Schlange versteckt hatte. Quelle: Fotos: Frank Hörügel
Oschatz

Sie musste schon eine Weile auf diese Gelegenheit gewartet haben. Als eine Viertelstunde vor Ladenschluss am Montagabend ein Kunde die Tür zum Lotto- und Zeitungsshop in der Bahnhofstraße öffnete, huschte die Ringelnatter von draußen in den Laden – und verkroch sich hinter einem Regal. Der Inhaberin Sylke Zeller gelang es zusammen mit ihrem Mann Leo nicht, das flinke Tier wieder einzufangen. Die 54-Jährige wusste sich schließlich keinen anderen Rat und rief die Polizei zur Hilfe. Die Beamten alarmierten schließlich die Feuerwehr.

Sehr angriffslustige Schlange

„Die war schon sehr angriffslustig“, sagt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Oschatz, Lars Natzke. Einer der sechs Feuerwehrmänner, die bei diesem Einsatz dabei gewesen waren, konnte die Ringelnatter dann fangen. Er war mit einem Handschuh geschützt. „Mit einem beherzten Griff hinter den Kopf hat er die Schlange gepackt – und dann ab in den Karton“, so Natzke. Eine Spezialzange, die von der Feuerwehr für solche Fälle mitgeführt wird, musste nicht eingesetzt werden. Natzke: „Die Kameraden haben die Ringelnatter anschließend im Wald ausgesetzt.“ Der Wehrleiter schätzt, dass die Schlange etwa 40 Zentimeter lang war.

Stinkendes Sekret hinterlassen

Im Lotto- und Zeitungsshop hat das Reptil einen „Abschiedsgruß“ hinterlassen, an den die Inhaberin auch am Dienstag noch unangenehm erinnert wurde. „Die hat gezischt und so ein Sekret abgesondert, dass erbärmlich gestunken hat. Davon habe ich eine ganz pelzerne Zunge bekommen, was sich jetzt noch spüre“, sagt Sylke Zeller.

Tatsächlich entleeren Ringelnattern, wenn sie in die Enge getrieben und festgehalten werden, das stark stinkende Sekret ihrer Postanaldrüsen. Dieses Sekret kann allergische Reaktionen bei Menschen hervorrufen. So richtig gefährlich sind selbst Bisse von Ringelnattern für Menschen jedoch nicht. Lediglich Schwellungen und Verfärbungen der gebissenen Bereiche können die Folge sein.

Viele kleine Ringelnattern in diesem Jahr

Im Lottoladen war der Schlangenbesuch am Dienstag das Top-Thema. „In diesem Jahr gab es viele kleine Ringelnattern“, hat Wolfgang Wiesner beobachtet, der im Stadtteil Zschöllau wohnt. Im Frühjahr habe er im Inneren des Hauses neben seinem Kellerfenster zwei kleine Schlangen gefunden und im Garten ausgesetzt. Im benachbarten Gartenteich habe der 66-Jährige außerdem auch mehrere größere Ringelnattern gesehen.

Ringelnattern mobil auf Nahrungssuche

Gibt es in diesem Jahr eine Ringelnatter-Schwemme? „Eher nicht“, sagt Frank Meyer, Pressesprecher des sächsischen Umweltministeriums. Die Schlangen hätten in diesem Jahr keine besonders guten Bedingungen vorgefunden. Da kleinere Bäche und sumpfige Wiesen wegen des heißen Sommers ausgetrocknet sind, gab es auch weniger Frösche. Genau das könnte aber auch der Grund für den Eindruck sein, dass 2019 ein Ringelnatter-Jahr sei. „Die Ringelnattern sind deshalb auf der Nahrungssuche mobiler als sonst, – und werden auch öfter gesehen“, so Meyer.

Schlange guckt aus der Badetasche

Für die Oschatzer Feuerwehr war es nicht das erste Mal, dass die Einsatzkräfte wegen einer Schlange alarmiert wurden. Im vergangenen Jahr wurden die Kameraden in eine Wohnung – ebenfalls in der Bahnhofstraße – zur Hilfe gerufen. Eine Frau war mit ihrem Kind in einem Naturbad gewesen und wollte anschließend zu Hause die Badesachen wieder auspacken. „Da guckte plötzlich eine 60 bis 70 Zentimeter lange Otter aus der Tasche“, erinnert sich Natzke.

Familie Zeller hat bereits Konsequenzen aus dem Schlangenbesuch gezogen. „Unser Kellerfenster lassen wir jetzt immer zu“, sagt die Geschäftsinhaberin.

Von Frank Hörügel

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