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Oschatz Schließung der Dahlener Herberge hinterlässt Lücken
Region Oschatz Schließung der Dahlener Herberge hinterlässt Lücken
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16:13 23.01.2018
Sandra Brandt Quelle: Foto: Andreas Döring
Dahlen

Nach ihrer Schließung verursacht die Jugendherberge ihrer Eigentümerin – der Stadt Dahlen – zunächst nur noch Kosten. Allerdings reichen die Folgen, die die Kündigung des Pachtvertrages durch den Landesverband Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerkes hat, über die Stadt hinaus.

Der Dahlener Heide gehen die Wander- und Ausflugsziele aus

„Direkte Auswirkungen auf uns hat die Schließung zunächst nicht“, erläutert Susan Pelzer vom gleichnamigen Reudnitzer Hotel. Gelegentlich habe die Herberge den von der Waldschänke betriebenen Heideexpress gemietet, weitergehende Kooperationen habe es aber nicht gegeben. „Es ist schade, wenn wieder ein Player im Tourismus in der Region ausfällt – so wie zuletzt die ’Mühle’ in Bucha“, betont Susan Pelzer. Es wäre wünschenswert, wenn das Dahlener Objekt privatisiert oder in einer anderen Form wiedeeröffnet würde. „Das würde ich nicht als Konkurrenz sehen, sondern als Belebung des Angebotes“, erklärt sie. Es werde immer mehr zum Problem, Urlaubern, die ein paar Tage länger in der Region bleiben, Wander- und Ausflugstipps zu geben.

Oschatz und Torgau übernehmen Dahlener Zielgruppe

„Aus touristischer Sicht bedauern wir die Schließung der Jugendherberge“, betont Sandra Brand, Geschäftsführerin des Tourismusvereines Sächsisches Heideland. Es sei immer sehr schade, wenn Kapazitäten vom Netz gehen, da dadurch der Wirtschaftsfaktor im Ort geschmälert wird. Auch wenn die Schüler als Zielgruppe an sich vielleicht keine so enorm hohe Kaufkraft in den Ort gebracht hätten, gäbe es sicherlich den einen oder anderen Zulieferer, wie zum Beispiel Bäcker oder Wäscherei, der nun keinen Auftrag mehr daraus erziele. „In der Region selbst wird demnächst die neue Jugendherberge in Torgau diese Zielgruppe übernehmen und auch eine Erweiterung des Europäischen Jugendcamps Oschatz durch Übernachtungsmöglichkeiten im ’Platsch’ würde einen Ausgleich für die Region bringen. Für die Stadt Dahlen sind diese Gäste dann aber nicht mehr relevant“, erläutert Sandra Brandt.

Vereinzelte Anfragen in Strehla

Auf der Internetseite des Herbergsverbandes wird auf die Schließung verwiesen. Den Gästen werden Alternativen empfohlen, unter anderem die Jugendherberge in Strehla. Deren Leiter Robert Müller konnte schon Ende des Jahres eine Gruppe in seinem Haus aufnehmen, die zu den Dahlener Stammgästen gehörte. „Es gab vereinzelt Anfragen von ehemaligen Dahlener Gästen bei uns“, schildert er die Resonanz auf die Empfehlung auf der Internetseite. Dahlen habe früher eher in Richtung Leipzig um Gäste geworben, das Strehlaer Haus war mehr in Richtung Meißen und Dresden orientiert. Robert Müller vermutet, dass sich die Gruppen aus der Region Leipzig dann künftig eher nach Colditz und Bad Lausick orientieren würden. „Die Dahlener Herberge ist ein sehr schönes Haus mit einem großzügigen Außengelände. Es ist aus meiner Sicht schade für den Landesverband, das es nun nicht mehr zur Verfügung steht, schildert Robert Müller seine Sicht auf die Schließung. Die habe ja aber auch ihre Gründe gehabt, die er aber nicht kommentieren wolle.

Ähnliches Reiseziel schwer zu finden

Heike Wogawa, Leiterin der Oschatzer Grundschule „Zum Bücherwurm“ war schon mehrmals auf Klassenfahrt in der Jugendherberge Dahlen. Eine Alternative hat sie bisher noch nicht gesucht. „Ich habe gerade eine zweite Klasse. Ich bin sonst immer mit der Vierten für fünf Tage nach Dahlen gefahren, habe also noch etwas Zeit nach einem neuen Ziel zu suchen“, erklärt sie. Man habe sich immer rechtzeitig kümmern müssen, um dort noch einen freien Termin zu bekommen. Deshalb könne sie nicht nachvollziehen, dass wirtschaftliche Gründe für die Schließung ins Feld geführt würden. Die Kinder hätten dort sehr viele Freiheiten genossen. Dazu käme, dass diese Fünf-Tages-Fahrt in die nähere Umgebung für alle Eltern erschwinglich gewesen sei. „Das ist sehr schade, wenn wir dort nicht mehr hinfahren können“, betont Heike Wogawa. Ein ähnliches Reiseziel werde schwer zu finden sein.

Von Axel Kaminski

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