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Oschatz Schloss Hubertusburg soll Bauteile- und Archivdepot bekommen
Region Oschatz Schloss Hubertusburg soll Bauteile- und Archivdepot bekommen
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15:01 05.04.2019
Staatssekretär Günther Schneider kam mit Neuigkeiten nach Wermsdorf und kündigte den Aufbau eines zentralen Bauteile- und Archivgutes an. Quelle: Jana Brechlin
Wermsdorf

Sie haben ein Auge auf historische Gemäuer, stehen Bauherren bei der Sanierung alter Substanz zur Seite und kämpfen für den Erhalt geschichtsträchtiger Gebäude: Am Freitag trafen sich über 150 ehrenamtlich Beauftragte in der Denkmalpflege zu ihrer Jahrestagung in Wermsdorf. Auf Einladung des Landesamtes für Denkmalpflege war dabei die „Schlossanlage Hubertusburg – das sächsische Versailles“ in den Mittelpunkt gerückt worden.

Anlage soll kulturell aufgewertet werden

Die Anlage stand dabei als Synonym für die Vielzahl historischer Gebäude im ganzen Freistaat, deren Verfall gestoppt und die Sanierung in Angriff genommen werden konnte. Die Landeskonservatorin Rosemarie Pohlack erinnerte sich an ihre Eindrücke Anfang der 1990er Jahre: „Das Schloss war äußerlich heruntergekommen und im Inneren verwahrlost. Der Gesamteindruck war trist.“ Seitdem sei unter Federführung des Sächsischen Immobilien- und Baumanagement viel geschafft worden. Das Ziel des Landesamtes sei die kulturelle Aufwertung der einst grandiosen Anlage, wobei niemand allein den riesigen Baukörper bewältigen könne. Zur oft geforderten nachhaltigen Nutzung erinnerte sie an eine bereits früher vorgelegte Konzeptstudie, in Hubertusburg das sächsische Bauteilearchiv einzulagern, das derzeit noch auf verschiedene Standorte verteilt ist.

Platz für Bergelager Trebsen

Hier knüpfte Günther Schneider, Staatssekretär aus dem sächsischen Innenministerium, an. Just am Donnerstag sei in seinem Büro eine sogenannte Bedarfsanmeldung eingegangen, im Schloss Hubertusburg ein zentrales Bauteile- und Archivdepot aufzubauen. Dafür sei eine Fläche von 2500 Quadratmetern vorgesehen, in der auch das Bergelager Trebsen aufgehen könne. „Der Freistaat bekennt sich zu diesem Ort“, betonte Schneider und fügte hinzu, er sei froh, dass diesem wunderbaren Ambiente im Teil eine Nutzung zugefügt werden könne. Details oder einen zeitlichen Ablauf nannte er am Freitag nicht. Das werde nun Schritt für Schritt umgesetzt und er werde sich für eine konzentrierte und schnelle Realisierung einsetzen, kündigte er an.

Schloss hat Potenzial für vielfältige Nutzungen

Dass das Schloss in Wermsdorf noch weit mehr Raum für mögliche Nutzungen bietet, davon konnten sich die Tagungsteilnehmer bei Rundgängen im Anschluss an die Vorträge überzeugen. So waren es auch die Vertreter von Vereinen wie dem Freundeskreis Schloss Hubertusburg, der seit Jahren ehrenamtlich Führungen in der Anlage durchführt und Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU), die für eine nachhaltige Nutzung plädierten. Sehr viele Konzepte seien bereits geschrieben worden, jetzt gelte es diese umzusetzen, so Müller. Dass das Interesse für das Schloss groß ist, habe die Sonderschau 2013 gezeigt und mit der nächsten Ausstellung, die am 28. April eröffnet wird, liege ein weiteres glanzvolles Jahr vor der königlichen Jagdresidenz.

Zu deren Bauhistorie, Sanierungsmaßnahmen und Erkenntnissen rund um die einstige Gartenanlage gab es weitere Informationen. So stellte Landschaftsarchitektin Kathrin Franz einen Maßnahmeplan vor, wie Eckpunkte der historischen Gärten wieder herausgearbeitet werden können.

Von Jana Brechlin

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