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Oschatz Schmannewitzer gegen Rettungswache auf der grünen Wiese
Region Oschatz Schmannewitzer gegen Rettungswache auf der grünen Wiese
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14:44 24.05.2019
Rüdiger Preuß, Karl-Heinz Trudel und Roland Dietze (v.l.) wollen die Wiesenaue erhalten. Der Landkreis will hier eine Rettungswache bauen. Quelle: Jana Brechlin
Schmannewitz

Der Landkreis will in Schmannewitz eine neue Außenstelle der Rettungswache bauen. Gegen den Standort allerdings regt sich Widerstand im Ort. Gebaut werden soll nämlich auf einem Grundstück an der Waldstraße, das bislang Wiese ist. Die Fläche kauft der Kreis von der Stadt Dahlen, was beide – Stadt- und Kreistag – bereits mehrheitlich bestätigt haben.

Aktuelle Anforderungen verlangen Neubau

Nach den Plänen der nordsächsischen Behörde soll noch Ende des Jahres mit dem Bau begonnen werden. Der Neubau werde notwendig, weil die Räumlichkeiten am alten Standort Am Mühlgraben aktuellen Anforderungen nicht mehr genügen.

„Jetzt soll eine Rettungswache auf die unverbaute Wiesenaue am Ortsrand gestellt werden. Das muss doch nicht sein“, findet Roland Dietze. Der Schmannewitzer verweist darauf, dass es im Ort durchaus andere Grundstücke gebe, die man dafür nutzen könne. „Das wäre eine Chance für den Ort, einen Schandfleck verschwinden zu lassen“, verweist Ortschaftsratmitglied Rüdiger Preuß auf verschiedene ungenutzte Grundstücke.

Lückenbebauung contra grüne Wiese

Dafür müsse man eben private Eigentümer ansprechen. „Für den Landkreis ist es sicher am einfachsten, ein Grundstück von der Stadt zu kaufen und dort auf der Wiese neu zu bauen“, sagt er und schränkt ein: „Ideal ist das aber nicht. Außerdem sollte gerade der Kreis Verantwortung übernehmen, wenn es um die Entwicklung in den Orten geht. Hier ist doch Lückenbebauung vorzuziehen.“

Stadtrat Karl-Heinz Trudel hat den Bebauungsplan 1994 selbst mit aufgestellt und weiß, dass das Areal vor dem Neubau der Reha-Kliniken dafür extra aus dem Schutzgebiet ausgegliedert wurde. Jetzt habe der Dahlener Stadtrat den Bebauungsplan ändern und das Baufenster einzeichnen müssen, damit ein vereinfachtes Verfahren ohne Prüfung der Umweltverträglichkeit möglich wurde. „Einem privaten Antragsteller würde es dagegen nie gestattet, an dieser Stelle zu bauen“, ist er sicher.

Kein Gespräch mit Ortschaftsrat

Die Schmannewitzer kritisieren vor allem auch die Vorgehensweise der Behörden. „Als Ortschaftsrat wurden wir vorher nicht gefragt, dabei hätten wir auch zur Entscheidungsfindung beitragen können“, so Rüdiger Preuß. Auf der Wiesenaue müsse man Leitungen neu verlegen, das sei ein erheblicher Aufwand. Ein Abriss und Neubau am alten Standort oder an anderer Stelle im Ort sei aus ihrer Sicht die bessere Variante.

Das Landratsamt begründet den Neubau auf der grünen Wiese damit, dass eine Ertüchtigung der Rettungswache Am Mühlgraben nach geltenden Vorschriften nicht möglich ist. Vielen Schmannewitzern gehe es darum, die Wache zu erhalten, damit im Notfall schnell Hilfe da ist, weiß Roland Dietze. „Die Leute wollen die Rettungswache, mit dem Standort für den geplanten Neubau sind aber viele nicht einverstanden – da rumort es im Ort.“

Spielplatz dagegen wird nicht genehmigt

Sauer sei man auch, weil für die Behörde ein Baufeld in der Wiesenaue frei gemacht werde, die Schmannewitzer selbst aber seit mehr als zehn Jahren auf einen neuen Spielplatz im Dorf warten. Als Grund werde angeführt, dass die dafür vorgesehene Wiese in einem Flora-Fauna-Habitat liege. „Dass man da kein Haus bauen darf ist klar, aber was gegen ein paar Spielgeräte einzuwenden ist, verstehen wir nicht“, kritisieren sie.

Von Jana Brechlin

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