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Oschatz Schneemassen machen Gasse in Calbitz unpassierbar
Region Oschatz Schneemassen machen Gasse in Calbitz unpassierbar
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18:00 09.01.2019
Winter 1979 fotografiert in Calbitz Quelle: Gottfried Kluge
Calbitz

Unpassierbare Wege, tief verschneite Gleise und ganze Orte ohne Strom: Eine Kaltfront, die zum Jahreswechsel 1978/1979 aus dem Norden kam, hat das öffentliche Leben in der ganzen damaligen DDR zeitweise lahm gelegt worden. Auch Einwohner der Collm-Region erinnern sich noch gut an die Herausforderungen, die die Schneemassen zum Jahresbeginn vor 40 Jahren mit sich brachten. Für die OAZ hat der Calbitzer Hobbyfotograf Gottfried Kluge sein Fotoalbum geöffnet.

„Auch Calbitz blieb von dieser Katastrophe nicht verschont“, blickt der Rentner zurück. So hatten die Einwohner auch hier mit Stromausfällen zu kämpfen und mussten sich die Wege aus dem Haus und auf den Straßen regelrecht frei schippen. Größere Probleme habe die Familie aber nicht gehabt. „Wir hatten damals schon eine Schwerkraftheizung und waren nicht auf Strom angewiesen, um die Räume warm zu bekommen“, erzählt er. Problematisch sei vor allem der Verkehr gewesen, dennoch habe er sich auf den Weg zur Arbeit in die Waagenfabrik gemacht. „Dabei hatten es längst nicht alle in den Betrieb geschafft. Und unser Werkleiter hat uns letztlich wieder nach Hause geschickt, damit wir uns um die Grundstücke und Wege kümmern konnten.“

Nachdem die Schneefälle eine Pause eingelegt hatten und die Sonne wieder schien, habe man das Winterwetter sogar genießen können. „Wir mussten regelrecht Gänge schippen, um von Haus zu Haus zu kommen – für die Kinder war das ein großer Spaß und richtig abenteuerlich“, berichtet der 76-Jährige. Gemeinsam mit seiner Frau Christine habe er dann die Langlaufski hervorgeholt und sich zu langen Touren aufgemacht. „Die Gelegenheit haben wir gerne genutzt“, erinnert sich das Ehepaar.

Christine Kluge schnallte 1979 die Ski an und drehte in Calbitz ihre Runden. Quelle: Gottfried Kluge

Schließlich habe man sonst immer zum Wintersport in die Ferne aufbrechen müssen. Früher steuerte die Familie dafür Jahr für Jahr Ziele im Erzgebirge, der Tatra oder im Riesengebirge an – mal mit dem eigenen Auto und manchmal auch mit dem Wintersportzug, der vom Leipziger Hauptbahnhof aus startete. Nach der Wende entdeckten die Kluges dann Skigebiete in den Alpen und reisten bis nach Südtirol. „Das waren immer schöne Urlaube und einmal haben wir dort sogar Oschatzer um Dr. Beckert getroffen“, so die Calbitzer. In Teilen dieser Gebiete kämpfen die Menschen derzeit so mit extremen Schneefällen wie die Einwohner in hierzulande vor 40 Jahren, gibt Gottfried Kluge zu bedenken.

Von Jana Brechlin

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