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Oschatz Schülerin aus Luppa macht Schlagzeilen: Elisabeth Beier tippt Zeitung zur Völkerschlacht
Region Oschatz Schülerin aus Luppa macht Schlagzeilen: Elisabeth Beier tippt Zeitung zur Völkerschlacht
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14:33 10.07.2019
Elisabeth Beier hat eine Zeitung über die Ereignisse der Völkerschlacht in ihrem Heimatort Luppa geschrieben. Quelle: Christian Kunze
Luppa

Der 17. Dezember 1813 war ein Dienstag – diesen Fakt hat Elisabeth Beier genau so akribisch recherchiert wie zahlreiche andere große und kleine Begebenheiten des Jahres, in dem die Völkerschlacht tobte – in ganz Europa, aber eben auch mit Auswirkungen auf die Region und ihren Heimatort Luppa. Für ihren Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten war die penible Arbeit notwendig – und wurde jetzt belohnt. Die 13-Jährige gehört zu den zwölf sächsischen Landessiegern und hat damit Chancen auf eine Prämierung im Bundesfinale im Herbst – inklusive eines Besuchs auf Schloss Bellevue und Treffen mit dem Initiator Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Das Motto des Schüler-Ausscheids der Körber-Stiftung lautet 2018/2019 „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“. Die Siebtklässlerin aus Luppa beschäftigte sich zunächst gemeinsam mit ihrer Geschichtslehrerin Claudia Döring im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft am Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasium mit den eigenen Vorfahren zu Zeiten der Völkerschlacht. „Ich hatte mir vorgenommen, für den Wettbewerb etwas über die Rolle meiner Familie in der Vergangenheit herauszufinden. Allerdings war da die Quellenauswahl doch etwas dürftig – der einzige, der mir etwas dazu erzählen konnte, war ein Großonkel, der heute in Mecklenburg-Vorpommern lebt“, berichtet die Schülerin. Der Abgabetermin für die Arbeit rückte immer näher, und so musste sie sich entscheiden – aus dem wenigen, was sie hatte, etwas machen, oder doch umschwenken?

Tageszeitung als Inspiration

Sie wählte letzteres, ermutigt durch ihren Vater, der als stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Luppa etwas darüber zu berichten wusste, welche „kleine“ Krise sich parallel zur großen Krise der Völkerschlacht direkt auf den Ort Luppa auswirkte. Fortwährende Auseinandersetzungen zwischen den Dorfbewohnern und ihrem Gutsherren im benachbarten Börln hatte der Verein im Jahr 2005 schon einmal im Rahmen eines Theaterstücks aufgegriffen. Anlass war damals das 190-jährige Jubiläum des Friedensschlusses. Eine dröge, trockene Abhandlung dieser doch recht lebendigen Ereignisse nach streng wissenschaftlichen Kriterien war jedoch nicht in Elisabeths Sinn. „Es bestand auch die Möglichkeit, eine kreative Arbeit einzureichen. Da ich mich schon mal im Schreiben solcher Texte versucht habe, setzte ich dort an“. Inspiration war für Elisabeth die allmorgendliche Lektüre der Oschatzer Allgemeinen am Frühstückstisch.

Das Ergebnis, zwei Ausgaben des „Luppaer Rundblick“, einer fiktiven Tageszeitung, die Ereignisse im Jahr 1813 während es Krieges und schließlich den daraus resultierenden Umbruch im Jahr 1815 beleuchtet, sei unter anderem deshalb in dieser Form entstanden, weil der Zeitdruck für ihre Kreativität förderlich gewesen sei, sagt sie rückblickend. „Die trockene Recherche in der Parochie, also den Kirchenbüchern von Luppa, war das eine, die Aufarbeitung das andere. Ich stieß beim Blättern in den Unterlagen auch auf Anzeigen aus der damaligen Zeit. Diese habe ich 1:1 übernommen. Namen, Orte, Umstände – alles authentisch“, berichtet sie begeistert.

Elisabeth Beier im Garten ihres Elternhauses in Luppa. Quelle: Christian Kunze

Das Herzstück der Publikationen sind jedoch die Meldungen, Berichte und Interviews, die analog der heutigen Zeitung, das Geschehen sowohl im Großen als auch im Kleinen abbilden und gegenüberstellen. Auf knapp 20 Seiten bringen es die beiden „Extrablätter“, mit Fotos, Kommentaren der Urheberin, einem Layout versehen, das denen der damals tatsächlich gedruckten Zeitungen nachempfunden ist. Ohne die Unterstützung ihrer Eltern habe sie das jedoch nicht geschafft – als Würdigung hat sie die Daten ihrer Geburtstage in der Zeitung verewigt.

Mit jedem Detail, das sie, gemeinsam mit ihrer Mutter, während der Recherche herausfand, sei die Arbeit spannender geworden. Aus 55 Seiten Kirchenbüchern haben sie die Quintessenz gezogen und sogar hier und da noch Stoff für eine Randnotiz gefunden. Weitere Stationen waren Schloss Hubertusburg in Wermsdorf und der ebenfalls in Wermsdorf lebende Historiker Dr. Jens Kunze. „All das führt dazu, dass die Ereignisse von Luppaer Seite sehr umfangreich betrachtet werden. Auf Börlner Seite habe ich leider nur sehr wenig Material gefunden. So ist es vielleicht nicht ganz ausgewogen“, sagt sie selbstkritisch zum Ergebnis.

Chance auf Bundespreis

Lob gab es dagegen von Lehrerin Claudia Döring für das Engagement der künftigen Achtklässlerin. „Sie hat sich vieles selbst erarbeitet und ihr Ding gemacht. Das Ergebnis spricht nun für sich. Bei der Preisverleihung bekamen wir einen Einblick in die Bandbreite der Beiträge. Da war von ganz sachlichen Abhandlungen über einen Podcast und Videos bis hin zu einem Lernspiel alles vertreten. Aber die gute alte Tageszeitung hatte sich niemand sonst ausgesucht. Ich denke, dass das auch zur Prämierung beigetragen hat“, sagt sie. Nun heißt es Daumen drücken, denn die Zeitung ist im Rennen um eine Auszeichnung auf Bundesebene. Für den Heimatverein Luppa bietet die Arbeit der Schülerin einen guten Anlass, Lokalhistorie greifbar zu machen, auszustellen und für andere aufzubereiten und zugänglich zu machen – in einer Form, die einlädt, sonst eher schwierig zugängliche Ereignisse leserfreundlich präsentiert zu bekommen.

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Der Wettbewerb, seit 1973 von der Hamburger Körber-Stiftung und dem Bundespräsidialamt ausgerichtet, geht zurück auf die Initiative des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und des Hamburger Stifters Kurt Körber. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte zu wecken, Selbstständigkeit zu fördern und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Mit bislang über 146 500 Teilnehmern und rund 33 500 Projekten ist er der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Teilnehmen können alle zwei Jahre Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter 21 Jahren – allein, in Gruppen oder mit der gesamten Klasse. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Auszeichnung der besten Arbeiten in den Bundesländern erfolgt auf den Landespreisverleihungen – für Sachsen war dies am 26. Juni 2019. Die 250 Landessieger im Wettbewerb haben die Chance, einen von 50 Bundespreisen zu erringen. Prämien sind auf Bundesebene fünf erste Preise zu je 2 000 Euro, 15 zweite Preise zu je 1 000 Euro, 30 dritte Preise zu je 500 Euro, auf Landesebene 250 Preise für Landessieger zu je 250 Euro und 250 Förderpreise zu je 100 Euro. Insgesamt sind in diesem Jahr 1992 Beiträge von Teams oder Einzelpersonen bei der Körber-Stiftung eingegangen. Damit ist es die beitragsstärkste Ausschreibung seit dem Jahr 1993.

Von Christian Kunze

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