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Oschatz „Selfie“ vom Kurprinz als Verlobungsgeschenk
Region Oschatz „Selfie“ vom Kurprinz als Verlobungsgeschenk
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10:03 22.06.2019
Im Schloss Hubertusburg läuft bis Oktober eine spektakuläre Sonderausstellung. Quelle: Jana Brechlin
Wermsdorf

Aktuell wird im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg an die Glanzzeit der herrschaftlichen Anlage erinnert: Bis Oktober ist dort die Sonderschau „Friedrich August und Maria Josepha – das verlorene sächsische Rokoko“ zu sehen. Dazu haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zahlreiche Schätze aus ihren Ausstellungen und Depots geholt. An dieser Stelle zeigen wir jeweils einen „Schatz der Woche“, für den sich bereits der Weg ins Schloss Hubertusburg lohnt. Rund 150 Exponate wurden für die Ausstellung in der Beletage zusammengetragen. Hier bekommt der Besucher einen Eindruck von der Sammelleidenschaft der Wettiner und den Geschenken, mit denen Gäste und Partner die Kurfürstenfamilie beeindrucken wollten.

Diplomaten bereiten Hochzeit vor

Anlass für die aktuelle Sonderausstellung ist der 300. Jahrestag der Hochzeit zwischen Kurprinz Friedrich August und Maria Josepha. Bevor es zu den ausladenden Feierlichkeiten, die einen Monat dauerten, kam, war ein langer und zeremonieller Weg der Anbahnung zu absolvieren. Und ein kleines Schmuckstück, das derzeit in Wermsdorf zu sehen ist, ist ein Zeugnis davon. Gerade einmal 7,6 Zentimeter hoch ist ein Anhänger mit dem Bildnis des Kurprinzen – quasi ein Selfie jener Zeit. Eine Woche vor der Hochzeit war das Schmuckstück das offizielle Verlobungsgeschenk an die Habsburger Tochter.

Werben auf Kavalierstour

Der Anhänger mit Emailbildnis des Kurprinzen stammt aus der Werkstatt von Georg Friedrich Dinglinger. Quelle: Jana Brechlin

Friedrich August hatte Maria Josepha auf seiner Kavalierstour kennengelernt. Gerade 14-jährig begann der Kurprinz seine mehrjährige Reise durch europäische Königshäuser. Das geschah auf Betreiben seines Vaters, August des Starken. Zwar war eine solche Kavalierstour damals durchaus üblich, aber der Kurfürst und König von Polen wollte seinen Sohn mit der Reise auch aus dem Dunstkreis von dessen Mutter lotsen, die evangelisch war und den Prinz auch in diesem Glauben erzog. Sollte der junge Friedrich August aber eines Tages seinem Vater auf den polnischen Thron folgen, so ging das nur als Katholik. Die Rechnung von August dem Starken diesbezüglich ging jedenfalls auf, der Kronprinz wechselte später wie schon sein Vater zum katholischen Glauben.

Besuch in Versailles

Während seiner Reise durch Europa weilte der junge Wettiner zum Beispiel auch in Versailles bei Ludwig XIV. und war dort so beeindruckt von dem ausladenden Schloss, dass ihn dieses unverkennbar beim Bau von Hubertusburg inspirierte. Später kam er schließlich auch nach Wien und warb um seine künftige Braut. Vertreter beider Häuser übernahmen dann die Verhandlungen, die zur Hochzeit führen sollten, wobei der jungen Braut das Verlobungsgeschenk durch Abgesandte des Wettiner Hofes überreicht wurde – nachdem deren Onkel, Kaiser Karl VI., Mutter, Tante und Großmutter ihr Okay gegeben hatten.

Dinglinger gestaltet Schmuckstück

Der Schmuckanhänger stammt aus der Werkstatt von Georg Friedrich Dinglinger. Die Emailmalerei auf Kupfer, die den Kurprinz im Alter von 23 Jahren zeigt, wird auf 1719 datiert, die Goldfassung mit Diamanten auf das gleiche Jahr. Um 1750 wurde nochmals Hand an das Schmuckstück gelegt – vermutlich kam in jenem Jahr die kleine Krone hinzu. Seinen Weg zurück nach Sachsen fand das Verlobungsgeschenk über 200 Jahre später: 1928 wurde die Arbeit für das Grüne Gewölbe gekauft. Zu finden ist der kleine Schatz in einer Vitrine im Raum eins in der Ausstellung im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg.

Von Jana Brechlin

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