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Oschatz Sicher mit Rad, Auto, Bus und zu Fuß: Verkehrswacht Oschatz zieht Bilanz
Region Oschatz Sicher mit Rad, Auto, Bus und zu Fuß: Verkehrswacht Oschatz zieht Bilanz
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16:57 16.04.2019
Die Busschule der Oschatzer Verkehrswacht in Kooperation mit der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland und der Polizei durchliefen 2018 rund 300 Vorschüler.
Die Busschule der Oschatzer Verkehrswacht in Kooperation mit der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland und der Polizei durchliefen 2018 rund 300 Vorschüler. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Gerne würden die Oschatzer Verkehrswächter den jüngsten Teilnehmern im Straßenverkehr an einem richtigen Zebrastreifen zeigen, wie sie sich zu verhalten haben. Da es jedoch keine gibt, muss eine mobile Lösung her. Das war einer der wenigen Wermutstropfen in der Rückschau des Vorsitzenden Frank Boden. Der Fahrlehrer berichtete den Mitgliedern zur Jahreshauptversammlung über Aktivitäten der ehrenamtlichen Verkehrswächter im vergangenen Jahr.

Auto-Übungsplatz kaum bekannt

„Wir sind in aller Munde, vielerorts schätzt man unsere Arbeit, das liegt wohl vor allem daran, dass uns nach dem Einbruch in den Container mit zahlreichen Diebstählen vor zwei Jahren große Solidarität zu teil wurde. Diese wirkt bis heute nach“. Auch nach dem Einbruch kam es am Verkehrsgarten immer wieder zu Vandalismus und Verschmutzungen. „Das ist einfach nur ärgerlich“, so der Vorsitzende.

Die Oschatzer Grundschüler sind starklar für die Radfahrausbildung. Quelle: Christian Kunze

Nichts desto Trotz ist der Verkehrsgarten beliebt. Zur Zeit absolvieren die Viertklässler der Region ihre Radfahrausbildung. Dass es neben dem Parcours für Fahrräder den Übungsplatz für Autofahrer und solche, die es werden wollen gibt, hat sich offenbar noch nicht herumgesprochen. Geschuldet sei dies eventuell dem Umstand, dass der Übungsplatz relativ abgelegen zu finden sei. Die Mitglieder waren sich darin einig, ihn stärker publik zu machen. „Es ist ganz einfach, Anruf genügt, dann werden Termine ausgemacht“, so Boden. Neben den Wochentagen sei ein solcher Testlauf sonnabends möglich. „Dem versperren wir uns nicht“.

Fahrlehrer stark eingebunden

Weder mit dem Fahrrad noch mit dem eigenen Auto sind zahlreiche Erstklässler zwischen Wohn- und Schulort unterwegs. Ihr erstes Verkehrsmittel ist der Bus. Auch hier will das richtige Verhalten gelernt sein. In der Busschule der Verkehrswacht, gemeinsam initiiert mit Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland (OVH) und Polizei, waren 2018 rund 300 Kinder aus 26 Kindertagesstätten und einer Förderschule dabei. Die Initiative ist Vorbild: Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) holte sich in Oschatz Anregungen für ähnliche Projekte in seinem Einzugsgebiet.

Andreas Neumann, Disponent der Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland und Mitglied der Verkehrswacht Oschatz, übt mit den Kindern der Tagesstätten "Unterm Regenbogen" und "Am Holländer" das richtige Verhalten am und im Bus. Quelle: Christian Kunze

Für die erwachsenen Kraftfahrer der Region bietet Fahrlehrer Frank Boden Verkehrsteilnehmerschulungen an. Vereine, freiwillige Feuerwehren und Firmen nutzen dies. Allerdings, so signalisierte Boden, könne er das bisherige Pensum an Terminen nicht mehr allein abdecken. „Die Zahl der Fahrlehrer geht zurück, die der Fahrschüler steigt – unterm Strich also mehr Arbeit“, begründete er. Er rief auf, aus den Reihen der Mitglieder jemanden zu gewinnen, der ihn bei der Absicherung der Verkehrsteilnehmerschulungen unterstützt.

Tempolimit wird ignoriert

Schließlich gehören auch jene Menschen zur Zielgruppe der Verkehrswacht, die schon mehrere Jahrzehnte im Besitz eines Führerscheins und eines Fahrzeugs sind. Die Senioren sind ebenfalls angehalten, im Rahmen eines Aktionstages Neuerungen der Straßenverkehrsordnung zu erfahren oder in speziellen Tests ihr Reaktionsvermögen auf die Probe zu stellen.

Aktionen wie der Rauschbrillen-Parcours richten sich nicht nur an Senioren. Quelle: Sven Bartsch

Gemischte Gefühle ruft die neu geschaffene Tempo 30-Zone auf der Ernst-Schneller-Straße in Lonnewitz hervor. „Sie existiert, aber kaum jemand hält sich an die Begrenzung“, monierte Frank Hermann vom Vorstand. In der Diskussion kam die Idee auf, eine mobile elektronische Tafel mit Anzeige des lachenden und traurig schauenden Gesichtes anzuschaffen, die Fahrer auf korrekte und überhöhte Geschwindigkeit hinweist.

Von Christian Kunze

16.04.2019
16.04.2019