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Oschatz Sommertöne-Festival setzt auf Frauen
Region Oschatz Sommertöne-Festival setzt auf Frauen
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09:05 06.06.2019
Das Damenorchester Aphrodites Töchter ist bei den Sommertönen am Biedermeierstrand Hayna zu erleben. Quelle: Agentur
Nordsachsen

In Schlössern, Kirchen oder unter freiem Himmel am Strand: Das Sommertöne-Festival lädt im Juni an mehrere Konzertorte ein. Acht Auftritte ganz verschiedener Künstler in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig sollen sommerlich-leichten Musikgenuss verbreiten. Möglich wird das durch die Unterstützung der Sparkasse Leipzig. Worauf sich Konzertbesucher freuen können, wie eine Fahrradtour oder ein Kino in das Konzept passen, darüber haben wir mit Tobias Rosenthal vom gleichnamigen Musikmanagement, der das Festival organisiert, gesprochen.

Carion spielen zu den Sommertönen im Schloss Hohenprießnitz Quelle: Christian Kern

Die Sommertöne gehen in diesem Jahr in ihre 14. Saison. Wie sehr ist das Festival im Kulturkalender der Region verankert?

Die Sommertöne sind auf jeden Fall eine feste Größe mit einem treuen Publikum. In all den Jahren ist ein großer Interessentenstamm gewachsen, allein 1000 Musikfreunde haben unseren Flyer erhalten und oft fragen Konzertbesucher schon am Jahresanfang nach dem neuen Programm.

Das Motto in diesem Jahr heißt „Chapeau, Madame!“. Was verbirgt sich dahinter?

Anlass dafür ist der 200. Geburtstag von Clara Schumann. Mit unseren Sommertöne-Konzerten möchten wir das Jubiläumsjahr der Stadt Leipzig CLARA19 mitgestalten. Im Andenken an diese große Komponistin rücken wir Damen in den Mittelpunkt. So treten zum Beispiel Sjaella im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg oder das Damenorchester Aphrodites Töchter am Biedermeierstrand Hayna auf. Und in der Julius Blüthner Pianofortefabrik in Großpösna spielen die Lehnert-Schwestern. Wir haben also verschiedene Künstlerinnen auf der Bühne, und natürlich wird auch Musik von Clara Schumann zu hören sein.

Auf diese Künstler können sich die Besucher ab dem 14. Juni freuen.

Sie bringen ungewöhnliche Orte mit Musik und Publikum zusammen. Welchen Anspruch verfolgen Sie dabei?

Wir wollen sehr gute Musiker und ein spannendes Programm bieten. Dabei geht es uns nicht darum, rein klassische Konzerte zu veranstalten. Natürlich haben die Künstler eine klassische Herkunft, dazu aber auch ein gewisses Faible für Crossover und Unterhaltungsmusik – und genau das passt zu einem sommerlichen Musikfestival.

Wie treffen Sie die Auswahl über die Orte für die Sommertöne?

Wir bemühen uns, immer auch neue Orte vorzustellen. In diesem Jahr sind das die Obermühle in Bad Düben mit Amarcord und das Kulturkino Zwenkau. In Zwenkau wird zudem der Film „Frühlingssinfonie“ über Clara Schumann gezeigt. Das Meisterwerk aus dem Jahr 1983 mit Nastassja Kinski, Herbert Grönemeyer und Rolf Hoppe ist immer noch sehenswert. Das Kulturkino erlaubt uns diese tolle Kombination aus Film und einem Konzert mit dem Alliage Quintett, das wir auf Wunsch des Publikums erneut eingeladen haben. Und natürlich gibt es Orte, die häufiger oder wiederholt dabei sind, einfach weil sie so wunderbar für Aufführungen geeignet sind – ich denke da zum Beispiel an das Barockschloss in Delitzsch oder die Kirchenruine Wachau in Markkleeberg, auch wenn beide dieses Jahr nicht auf dem Programm stehen.

Sie engagieren für das Festival mitunter auch Musiker und Gruppen, die sich anderswo durchaus schon einen Namen gemacht haben, in der Region aber bislang kaum zu hören waren. Ist das nicht etwas riskant?

Vielleicht, aber wenn wir das nicht machen, wer dann? Wir merken seit Jahren, dass uns das Publikum vertraut und sich gern auf etwas Neues einlässt. Das Konzerterlebnis funktioniert auch dann, wenn man einfach hingeht und etwas ausprobiert. Das Interesse steigt, das zeigt sich daran, dass viele Orte fast immer ausverkauft sind. Wir müssen uns glücklicherweise keine Sorgen mehr machen, dass Künstler vor leeren Sälen spielen, im Gegenteil.

Die Spielorte wechseln, wobei es Angebote und Kooperationen gibt, damit Besucher mehrfach ins Konzert gehen. Funktioniert das tatsächlich?

Das klappt erfreulicherweise wirklich, denn die Sommertöne haben ein reiselustiges Publikum. Wir haben viele Gäste, die mitziehen, ungefähr die Hälfte von ihnen besucht mehr als ein Konzert und manche verfolgen sogar alle Auftritte. Die Menschen vor Ort, die die Gelegenheit nutzen, das Festival zuhause zu erleben, sind uns aber genauso wichtig. Da wir in den S-Bahnen für die Konzerte werben, versuchen wir, Orte zu finden, die auch per S-Bahn erreichbar sind. Das klappt nicht immer, aber dafür gibt es dieses Jahr noch eine Kooperation mit dem ADFC und dem Grünen Ring Leipzig, die die Anreise zum ersten Konzert als geführte Radtour organisieren.

Am 14. Juni geht es los. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Es freut mich sehr, dass wir dieses Jahr das Leipziger Ensemble Sjaella im Programm haben. Und auch Friend ’n Fellow sind eine glatte Empfehlung: Sie spielen eine tolle Mischung aus Soul und Jazz und haben mit Thomas Fellow einen der gefragtesten Gitarristen in seinem Bereich. Aber ich bin überzeugt, dass sich wirklich jeder Konzertbesuch lohnt.

Alle Termine auf einen Blick

Freitag, 14. Juni, 19 Uhr, Kulturkino Zwenkau: Alliage Quintett und Film „Frühlingssinfonie“

Sonnabend, 15. Juni, 19 Uhr, Rittergutsschloss Taucha: Friend ’n Fellow

Sonntag, 16. Juni, 15 Uhr, Schloss Hohenprießnitz, Zschepplin: Carion

Freitag, 21. Juni, 19 Uhr, Julius Blüthner Pianofortefabrik Großpösna: Das Preisträgerpodium mit Babett, Marie und Florentine Lehnert (Klavier), Robert Pohlers (Tenor), Friederike Pank (Klavier); Führung durch die Pianofortefabrik 17 Uhr

Sonnabend, 22. Juni, 16 Uhr, St. Michaeliskirche Frohburg: Amarcord

Sonntag, 23. Juni, 16 Uhr, Obermühle Bad Düben: Amarcord unter freiem Himmel

Sonnabend, 29. Juni, 15 Uhr, Schloss Hubertusburg, Wermsdorf: Sjaella

Sonntag, 30. Juni, 15.30 Uhr, Biedermeierstrand Hayna am Schladitzer See, Schkeuditz: Damenorchester Aphrodites Töchter

Karten & Informationen: Rosenthal Musikmanagement, Telefon 0341/99187150; Musikalienhandlung Oelsner Leipzig, Telefon 0341 9605656; in reservix-Verkaufsstellen und unter www.sommertoene.de

Von Jana Brechlin

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