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Oschatz Sonderschau im Schloss Hubertusburg mit Blick auf Hochzeits-Politik
Region Oschatz Sonderschau im Schloss Hubertusburg mit Blick auf Hochzeits-Politik
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10:01 01.06.2019
Prinzessin Maria Kunigunde war die achte Tochter von Friedrich August und Maria Josepha. In der Ausstellung ist das Porträt von Pietro Antonio Rotari zu sehen. Quelle: Foto: Jana Brechlin
Wermsdorf

Zurzeit wird im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg an die Glanzzeit der herrschaftlichen Anlage erinnert: Bis Oktober ist dort die SonderschauFriedrich August und Maria Josepha – das verlorene sächsische Rokoko“ zu sehen. Dazu haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zahlreiche Schätze aus ihren Ausstellungen und Depots geholt. An dieser Stelle zeigen wir jeweils einen „Schatz der Woche“, für den sich bereits der Weg ins Schloss Hubertusburg lohnt.

150 Exponate in Beletage

Rund 150 Exponate wurden für die Ausstellung in der Beletage zusammengetragen. Hier bekommt der Besucher einen Eindruck von der Sammelleidenschaft der Wettiner und den Geschenken, mit denen Gäste und Partner die Kurfürstenfamilie beeindrucken wollten. Im Raum sechs bekommt die Schau dann ein Gesicht, genauer: viele Gesichter, denn hier sind „Familie und Dynastie“ versammelt. Dafür haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) unter anderem eine Porträtserie des italienischen Hofmalers Pietro Antonio Rotari ausgestellt, der nicht nur Friedrich August und Maria Josepha in Öl festhielt, sondern auch ihre Kinder malte. Die von August dem Starken geschickt eingefädelte Vermählung seines Kurprinzen mit der Habsburger Tochter war eine Ehe, aus der viele Kinder hervorgingen.

Graf von Brühl als Kuppler

Mit ihnen hatte Friedrich August Großes vor. Der Kurfürst von Sachsen und König von Polen wollte durch Verbindungen seiner Nachkommen die Macht des Hauses in Europa festigen und ausbauen. „Zu den Folgen der Hochzeit gehörten viele Kinder, die fast alle bestens verheiratet werden konnten“, fasst Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes, zusammen. Tatsächlich heirateten die Wettiner in Höfe in Neapel, Bayern und sogar Frankreich ein. Hierbei betätigte sich der Graf von Brühl als wertvoller Strippenzieher, der geschickt Kontakte nutzte, Erwartungen weckte und so wichtige Verbindungen auf den Weg brachte, um die wettinsche Dynastie zu stärken.

Schüchternheit schreckt Erzherzog ab

Doch nicht bei allen Kindern gelang dies: Eine für Prinzessin Maria Kunigunde, die 1740 als achte Tochter des Herrscherpaares geboren wurde, eingefädelte Vermählung scheiterte. Für sie war eine Ehe mit dem Habsburger Erzherzog Joseph vorgesehen. Überliefert ist jedoch, dass die Prinzessin bereits bei dem ersten Treffen derart schüchtern war, dass der Österreicher verzichtete und sich der nächsten Kandidatin zuwandte.

Äbtissin mit Geschäftssinn

Auf dem Gemälde von Rotari von 1755 wirkt die junge Frau tatsächlich etwas zurückhaltend. Der Blick geht zur Seite und weicht dem Betrachter aus und das von ihr gehaltene Handarbeitszeug lässt durchaus darauf schließen, dass sich die junge Prinzessin am liebsten allein beschäftigt hat. Maria Kunigunde entschied sich schließlich für ein geistliches Leben und wurde 1776 sogar letzte Fürstäbtissin der Reichsstifte Essen und Thorn, wobei sie weitsichtigen Geschäftssinn entwickelte. Sie starb 1826 in Dresden.

Die Sonderschau Friedrich August und Maria Josepha im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg ist dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Pfingstmontag zusätzlich von 10 bis 18 Uhr.

Von Jana Brechlin

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