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Oschatz Stadt Dahlen will Pendler gewinnen
Region Oschatz Stadt Dahlen will Pendler gewinnen
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06:00 19.01.2017
Derzeit wird am Geschäftshaus gebaut. Quelle: Dirk Hunger
Dahlen

Dahlen rechnet sich gute Chancen aus, neue Einwohner zu gewinnen. Bürgermeister Matthias Löwe (WHD) führt dafür die vielfältige Versorgung vor Ort, die Bahnanbindung und einen geplanten Eigenheimstandort in der Heidestadt ins Feld. Darüber und über weitere Investitionen 2017 spricht er im OAZ-Interview.

2016 ist Geschichte. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Es ist Einiges geschafft und Neues in die Wege geleitet worden. Mit dem letzten Bauabschnitt der S 24 in Dahlen haben die Arbeiten an der Bahnhofstraße eine Ende gefunden. Die Strecke ist nun vom Markt bis zum Kreisverkehr am Stadtausgang erneuert und eine runde Sache. Außerdem ist unsere Grundschule wieder komplett zweizügig, und das wird sich auch so fortsetzen. Der Hort hat mit 150 Kindern seine maximale Auslastung erreicht. Beides spricht für die Zukunftsfähigkeit des Standortes. Und wir haben damit begonnen, die Pläne für das Baugebiet Am Weinberg wieder zu beleben. Dafür gab es bereits 1998 Anstrengungen. Wir greifen das jetzt auf und wollen einen neuen Eigenheimstandort schaffen.

Gibt es dafür tatsächlich Bedarf?

Es gibt deutliche Signale. Einheimische Interessenten nutzen oft Baulücken, und das ist auch in unserem Sinne. Wenn wir aber auch Zuzug erreichen wollen, ist ein neues Baugebiet wichtig. Wer sich seinen Traum vom eigenen Haus erfüllen möchte, greift dafür nicht unbedingt auf ein leer stehendes Gehöft zurück. Das müssen wir akzeptieren und entsprechende Angebote schaffen. Die 19 Eigenheimstandorte Am Weinberg sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Wie attraktiv ist Dahlen für potenzielle neue Einwohner?

Wir haben durch die Bahn eine sehr gute Anbindung an die großen Städte – das ist wichtig für Pendler, die in Leipzig oder Dresden ihre Arbeit haben und Kultur genießen wollen, andererseits aber schnell bei uns sind, wo sie ihren Ruhepol in der Wohngemeinde finden. Abgesehen davon bin ich froh über unsere allgemeine Versorgung: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zum Einkaufen, Kindereinrichtungen auch in den Ortsteilen, die Grundschule und Filialen von Sparkasse und Volksbank. Dazu kommt, das sich unsere medizinische Versorgung sehen lassen kann: Patienten finden Allgemeinmediziner, Zahnärzte, eine Kinderarztpraxis, Physiotherapeuten, ein Seniorenpflegeheim und zusätzlich Angebote zur Betreuung von Senioren, das alles ist wichtig auch im Hinblick auf die Altersstruktur der Bewohner.

Es gibt ein Einzelhandelskonzept für die Stadt. Wie wird das umgesetzt?

Wir haben damit eine klare Richtung für den Bestand in der Kernstadt vorgegeben und wollen Planungssicherheit für bestehende Flächen schaffen. Im Leitfaden ist zum Beispiel eindeutig festgelegt, dass sich bei unserer heutigen Struktur kein weiterer Discounter in der Stadt ansiedeln kann. Bestehende Investoren sollen dagegen die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln. Das sieht man gerade am Rewe-Markt, wo derzeit von privat der Erweiterungsbau durchgeführt wird. Das Konzept soll Dahlen als Grundzentrum stärken, und das tut es bereits, der Leitfaden wird umgesetzt.

Abgesehen vom Geschäftshaus in der Gartenstraße ist der Markt in Dahlen ein wichtiges Zentrum und soll entsprechendes gestaltet werden. Wie geht das voran?

Die Aufnahme in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ war eine wichtige Weichenstellung. Erste Planungen sind bereits gelaufen, Bemusterungen mit der Denkmalpflege haben stattgefunden, so dass wir 2017 mit den Ausschreibungen beginnen können. Mit Mitteln aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ werden wir die angrenzende Infrastruktur neu gestalten, dazu gehören zum Beispiel Gehwege oder Parkbuchten am Rand des Marktplatzes.

Hört sich nach größeren Bauarbeiten an. Wie lange wird es dauern, bis der Markt neu gestaltet und barrierefrei ist?

Wir versuchen, das in zwei Jahren umzusetzen. Es gibt eine Menge zu koordinieren, immerhin sollen 535 000 Euro investiert werden und wir haben es an diesem wichtigen Knotenpunkt mit verschiedenen Baulastträgern zu tun, weil hier Staatsstraße, Kreis- und Kommunalstraße aufeinander treffen. Gleichzeitig soll das Leben weitergehen – das wird allen Beteiligten einiges abverlangen.

Bahnhofstraße und Marktplatz sind zwei große Projekte, über die viele Jahre gesprochen wurde. Die Straße ist tatsächlich fertig, am Markt soll es losgehen. Was lange währt, wird gut – oder?

Fakt ist, dass beides große Maßnahmen sind, über die wir nicht allein entscheiden, sondern uns mit anderen Behörden abstimmen müssen. Wir suchen uns Projekte aus, die nachhaltig sind. Das ist nicht immer der einfachste Weg und fordert uns alle, auch die Einwohner. Deshalb wird es auch beim Markt vorher eine Informationsveranstaltung geben. Die Menschen nehmen Anteil an dem, was in ihrer Stadt geschieht und ich denke, man kann deutlich sehen, dass hier etwas geschaffen wird.

Wo wird in diesem Jahr noch investiert?

Für neue Fenster in der Grundschule bekommen wir Mittel vom Bund aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“. 117 000 Euro sind dafür vorgesehen. Aus dem Landesbudget des Programmes soll Geld für den Gehweg und die Beleuchtung entlang der Buchaer Straße in Schmannewitz fließen. Außerdem schließen wir mit der Erneuerung der Dahlebrücke in der Kastanienallee für 183 000 Euro die letzte Maßnahme aus dem Programm zur Beseitigung der Hochwasserschäden 2013 ab.

Die Schmannewitzer Ortsdurchfahrt und die Karl-Marx-Straße in Börln sind Dauerbrenner.

Für die wir aber in erster Linie nicht verantwortlich sind. Die Torgauer Straße in Schmannewitz ist eine Staatsstraße und in Börln ist der Kreis in der Pflicht – dafür sind im Kreishaushalt nun Planungsmittel vorgesehen, und das freut uns. Wir sind jedenfalls immer mit den Straßenbauämtern in Kontakt. Wenn es zum Bau kommt, werden wir dafür sorgen, dass wir als Stadt bereit sind, die Arbeiten an den Nebenanlagen zu übernehmen.

In den vergangenen Jahren hat Dahlen beim Ausbau des Breitbandnetzes aufgeholt. Ist jetzt überall schnelles Internet verfügbar?

Zumindest liegt an jedem Ortseingang Glasfaserkabel an. Rund 450 000 Euro hat das gekostet, und das war gut investiertes Geld. Jetzt müssen wir zusehen, gemeinsam mit dem Landkreis in den Dörfern weiter etwas zu tun, damit alle Interessenten Zugriff auf schnelles Netz haben. Das gehört auch zur Infrastruktur und kann helfen, den demografischen Wandel zu bremsen.

Abgesehen von Pflichtaufgaben gibt es auch viele Wünsche – ist da noch Luft, um diese zu erfüllen?

Kaum, wir können nicht alles abdecken. Wir versuchen, die Menschen im Ehrenamt vor allem materiell zu unterstützen, mehr geht oft nicht. Bei der Fülle der Aufgaben ist es klar, dass die Stadt die Eigeninitiative der Bürger braucht, um belebt zu sein. Dafür gibt es in Dahlen und den Orten viele gute Beispiele. Wir haben engagierte Vereine und Ortschaftsräte und dazu zahlreiche Interessenten, die sich zum Beispiel in Schmannewitz beim Konzept zur Fortschreibung des Erholungsortes aktiv einbringen. Wir können uns glücklich schätzen, dass es solche Menschen gibt und wissen das im Stadtrat sehr zu schätzen. Trotzdem würde ich mir manchmal von den weniger Aktiven mehr Eigeninitiative wünschen und bin mir sicher, dass wir so kleine Projekte gemeinsam schneller realisieren könnten.

Was ist Ihnen für die kommunalpolitische Arbeit wichtig im neuen Jahr?

Dass wir weiter sachlich miteinander arbeiten und unsere Pläne umsetzen können. Uns geht es nicht darum, Luftschlösser zu zaubern, um für Gesprächsstoff zu sorgen. Wir sind uns im Stadtrat einig, dass wir anpacken, was realistisch ist.

Interview: Jana Brechlin

Von Jana Brechlin

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