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Oschatz Stadtmuseum kauft acht Porträts berühmter Oschatzer
Region Oschatz Stadtmuseum kauft acht Porträts berühmter Oschatzer
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20:03 28.08.2019
Die Oschatzer Museumsleiterin Dana Bach zeigt zwei Gemälde von Carl August Gadegast und seiner Frau Christiane Juliane. Quelle: Foto: Frank Hörügel
Oschatz

Er ist der Mann, der Oschatz einst weltweit bekannt gemacht hat. Carl August Gadegast (1791 bis 1865) züchtete im 19. Jahrhundert im Oschatzer Thalgut sowie den Rittergütern Mannschatz und Schmorkau wertvolle Merino-Schafe und verkaufte die Tiere nach Russland, Ungarn, Südafrika, Australien und Südamerika. Ursprünglich begann der Züchter mit einer Herde von 25 Schafen, später zählte die Herde 1500 Tiere. Bei der Weltausstellung 1873 in Wien gewann er mit seinen Schafen sogar eine Goldmedaille.

Merino-Schafe machen Züchter zu wohlhabenden Mann

Der Verkauf der Zuchtböcke und der Wolle dieser Tiere machten Gadegast zu einem wohlhabenden Mann. Auch deshalb gehörte er zu den 15 Gründern der Städtischen Sparkasse Oschatz. Diese erfolgreiche Entwicklung über vier Generationen der Familie Gadegast wurde erst durch die Enteignung des Thalgutes im Jahr 1945 im Zuge der Bodenreform beendet. Letzter Besitzer war zu diesem Zeitpunkt Otto Robert Gadegast, der 1947 in Oschatz verstarb.

Porträts für moderaten Preis gekauft

Trotz der Bedeutung dieser Oschatzer Familie für das Ansehen der Stadt sah es mit Exponaten zur Familie Gadegast im Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum bisher eher dürftig aus. Es gibt ein Buch über die Familie Gadegast, das anlässlich eines Familientreffens am 3. September 1910 gedruckt worden war. Und es gibt einen Teller mit dem Familienwappen. „Wir hatten bisher wenig von Gadegast“, sagt Museumsleiterin Dana Bach. Die Betonung liegt auf bisher. Denn vor einigen Tagen hat das Museum acht Porträts von Mitgliedern der Familie Gadegast gekauft. „Für einen moderaten Preis“, betont die Museumschefin. Zwei der Porträts wurden von dem Maler C. Lindner aus Meißen gemalt, die Schöpfer der anderen Werke sind unbekannt.

Verkäufer ist der Ur-Ur-Urenkel

Verkäufer der Gemälde ist Christian Hähnel aus Dessau. „Ich bin der Ur-Ur-Urenkel von Carl August Gadegast“, sagt der 66-Jährige. Seine Mutter entstammte der Nebenlinie Gadegast-Uhlmann und bewohnte bis zu ihrem Tod im Jahr 2016 die Uhlmann’sche Villa in Mügeln, die anschließend verkauft wurde. „Der Wunsch meiner Mutter war es, dass die Bildersammlung komplett nach Oschatz zurück kommt“, sagt Christian Hähnel. Genau das ist nun passiert.

Gemälde kommen erst mal ins Magazin

Wie geht es jetzt mit den Gemälden weiter? „Wir nehmen die Bilder in unser Inventar auf – und dann kommen sie erst einmal ins Magazin“, sagt Dana Bach. Dauerhaft sollen die Porträts nicht im Museum ausgestellt werden. Dafür fehle einfach der Platz. „Aber im Rahmen einer Sonderausstellung wollen wie sie schon einmal präsentieren“, sagt die Museumsleiterin. Genau das ist auch der Wunsch von Gadegasts Ur-Ur-Urenkel. „Ich hoffe, dass die Bilder bei einer landwirtschaftlichen Sonderausstellung mit aufgehangen werden“, sagt Christian Hähnel.

Zwei Porträts für Heimatmuseum Mügeln

Der Dessauer hat außerdem dem Heimatmuseum Mügeln zwei Porträtbilder von Franz Gustav Teschner und seiner Frau Minna geschenkt. Teschner war bis zur Enteignung 1945 Besitzer der Chemischen Fabrik Mügeln. Seine Tochter war mit einem Nachfahren der Familie Gadegast verheiratet.

Von Frank Hörügel

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