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Oschatz Staubige Wettbewerbe und anschauliche Traditionen
Region Oschatz Staubige Wettbewerbe und anschauliche Traditionen
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16:39 02.09.2019
Eckard Jepp aus Dahlen richtet seinen MC Cormick auf die nächste Furche aus. Ein Video zum Wettbewerb im Oldtimerpflügen ist unter www.lvz.de zu finden. Quelle: Fotos (3): Axel Kaminski
Lampertswalde

Eine Attraktion des Drescherfestes ließ das Herz von Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos) besonders hoch schlagen. Die aus Stroh gebaute Hüpfburg für die jungen Besucher: „Sie weckt Erinnerungen an schöne Kindertage, als ich mit meinen Cousins bei unserer Oma war. Wir haben stundenlang in ihrer Scheune gespielt und getobt.“ Nur die Oma habe das wohl nicht so gut gefunden, wenn dann in der Scheune alles durcheinander war.

Erinnerungen weckte das Fest in Lampertswalde in vielerlei Hinsicht. Wenn beim Oldtimerpflügen ein Holter B10 und ein MC Cormickauf benachbarten Parzellen ackern, dann sind das schon einmal 125 Jahre Technikgeschichte auf wenigen Metern. Ein Stück weiter war eine regelrechte Fortschritt-Armada im Einsatz. Die ZTs sind mittlerweile ebenfalls echte Oldtimer, haben zwischen 35 und 40 Jahre auf dem Buckel. Insgesamt stellten sich zwölf Teilnehmer mit ihren Traktoren dem Staub und der Hitze.

Baujahr entscheidet nicht über Sieg

Allein wegen der Baujahre der Zugmaschinen oder der Pferdestärken unter ihren Hauben waren die Chancen beim Wettpflügen nicht ungleichmäßig verteilt. Die Parzellen, die die Teilnehmer bearbeiten mussten, sind zwar alle gleich lang, aber ihre Breite richtete sich nach der Anzahl der Pflugschare. Deshalb benötigte Eckard Jepp aus Dahlen mit seinem MC Cormick ebenso zwölf Fahrten wie die Brüder Dominic und Toni Jahn mit ihren ZT. Bewertet wurde von den Kampfrichtern, ob die gezogenen Furchen gerade und gleichmäßig waren. Der Zollstock, mit dem sonst überprüft wurde, ob die Mindesttiefe von 20 Zentimetern erreicht wurde, blieb am Sonntag jedoch in der Hosentasche. Dafür war der ausgetrocknete Boden einfach viel zu hart.

Keine Hobbytraktoristen

Die Jahns aus Stennschütz arbeiten übrigens als angestellte Landwirte und haben zusammen rund ein Dutzend Traktoren. Die Zeiten, als bei ihnen kein Platzmangel herrschte, sind vorbei. Wie sie sind oder waren die meisten Starter in der Landwirtschaft tätig, auch wenn nicht jeder dabei mit dem Pflügen zu tun hat.

Einige der Starter sind sogar älter als ihre Traktoren. Am größten dürfte diese Differenz bei Kurt Schneidewind gewesen sein, dessen Belarus 1952 gebaut wurde. Damals war der Zissener 14 Jahre jung.

Landwirtschaftliche Arbeit ohne Unterstützung von Motoren führte die Dreschflegelgruppe aus Klötitz vor. Dazu gab es eine kleine Einführung über die Entwicklung der Produktivität beim Dreschen.

Heißer Arbeitsplatz abseits des Feldes

Gegenüber dem Festgelände, im Highlaaus Zissen (Dahlen) nderhof, konnten die Besucher noch Gärtnereiprodukte, Honig und Erzeugnisse aus Alpakawolle anschauen und kaufen. Viel Zulauf hatte auch jener Händler, der mit seinen Strohhüten Schutz vor der prallen Sonne anbot. Dem Mann mit dem heißesten Platz auf dem Drescherfest konnte er jedoch nicht helfen. Am Spieß, an dem Markus Probst 35 Kilogramm Schweineschulter über Hartholz grillte, war es deutlich heißer als auf dem Acker. Die deftige Kost war aber trotz der Hitze sehr gefragt.

Bevor die Arbeit auf dem Land von Computern unterstützt und mit GPS zentimetergenau Flurgrenzen bestimmt werden konnten, waren Augenmaß und Geschick in viel stärkerem Maße gefragt. Wie das genau aussah, war beim Oldtimerpflügen im Rahmen des Drescherfestes zu sehen.

Ergebnis Drescherfest

Oldtimer-Wettpflügen

1. Dominic Jahn ZT 323 A 81,5 Punkte

2. Olaf Höfling ZT 300 H 80,5

3. Günter Pirl ZT 323 79,5

4. Toni Jahn ZT 300 77

5. Eckhard Jepp MC Cormick 76

6. Jens Pirl ZT 303 75,5

7. Bernd Leonhardt Holter B 10 71

8. Kurt Schneidewind Belarus 63,5

9. Joachim Terpitz Belarus 62,5

Von Axel Kaminski

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