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Oschatz Steven Dornbusch organisiert Oschatzer Stadtfest
Region Oschatz Steven Dornbusch organisiert Oschatzer Stadtfest
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10:20 07.06.2019
Zwei Oschatzer auf den Weg nach Afghanistan: Felix Knabe und Steven Dornbusch mit Sidney King, Louis Garcia und Jason Nussbaum. Quelle: privat
Oschatz

„Es wird anders, ohne den Charme von den vergangenen Jahren zu verlieren.“ So macht Veranstalter Steven Dornbusch neugierig auf das Stadtfest in Oschatz vom 28. bis 30. Juni. „Dann verwandelt sich die Oschatzer Innenstadt wieder in die größte Partymeile der Region. Die Besucher können sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, welches am 29. Juni um 14 Uhr von Oberbürgermeister Andreas Kretschmar auf der Bühne des Neumarktes offiziell eröffnet wird.“ Los geht es allerdings schon am Freitag.

Schon seit drei Jahren organisiert Steven Dornbusch zusammen mit den Oschatzer Freizeitstätten das Stadtfest. „Wir sind Betreiber, die Stadt ist Veranstalter“, erklärt der gebürtige Oschatzer, der heute in Leipzig lebt. „Das Stadtfest lag mir schon immer sehr am Herzen. Ich hatte immer das Gefühl, dass noch mehr Potenzial darin steckt. Uta Moritz, Geschäftsführerin der Oschatzer Freizeitstätten GmbH, war dazu bereit, mit uns das Stadtfest umzugestalten.“ Denn der Veranstaltungskaufmann und Musikmanager hat im Laufe der Jahre viele Erfahrungen gesammelt. Er weiß, worauf es ankommt, was die Leute mögen und wie er ihre Aufmerksamkeit gewinnt.

Veranstaltungen in den Bundeswehrcamps

Bereits zu Schulzeiten fand er schnell Gefallen daran, die Schuldisco mitzuorganisieren. Es war aufregend, den Kassettenrecorder zu bedienen und die Mitschüler mit der ausgewählten Musik zu begeistern. Nach der Schule verpflichtete er sich zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Eine schwere Zeit. Besonders bei Auslandseinsätzen. Hier merkte er, wie wichtig es war, dass die Soldaten auch mal etwas anderes erlebten, als immer das Elend zu sehen. So begann er, gelegentlich eine Party zu organisieren. Ein paar Stunden, in denen die Soldaten vom schweren Alltag abschalten konnten. Noch heute versucht er, immer mal wieder eine Veranstaltung in den Bundeswehrcamps in Afghanistan auf die Beine zu stellen. Zu der Zeit, als er selbst noch in einem dieser Camps lebte, lernte er einen Musikmanager kennen. „Das war etwa 2004. Damals stand bereits fest, dass ich die Bundeswehr verlassen werde. Ich arbeitete eine Zeit lang bei Radio PSR, bei R.SA und Energy und lernte hier für mein folgendes Leben viele Sachen kennen. Das war der Anfang für mein späteres Musikmanagement, bei dem ich auch Künstler wie Heinz Rudolf Kunze und Melanie Müller betreute beziehungsweise betreue.“ Stolz ist er auch auf seine jüngste Band Goitzsche Front, die im Februar 2018 auf Platz 1 der offiziellen deutschen Albumcharts stürmten.

Doch wo passen noch Veranstaltungen wie das Oschatzer Stadtfest in den Plan? „Stadtfeste organisiere ich nur zwei bis drei. Neben Oschatz ist es noch Wurzen und Frauenhain. Hier wäre das Stadtfest eingestellt worden.“ Doch Tourneen und das Festivalgeschäft stehen vorne an. So ging es in der Vergangenheit nicht nur für die Bands, sondern auch für ihn nach Mexiko, Russland, in die Türkei oder in die USA. Die Newado Entertainment GmbH existiert seit 2017. Zuvor war Steven Dornbusch über zehn Jahre als Einzelkämpfer aktiv. Damals fing alles mit einer Oschatzer Band an. FOD bestand aus Klassenkameraden. Diese waren sogar mit im Kosovo für einen Auftritt. Steven Dornbusch hatte das Management der Band übernommen.

Goitzsche Front auf Platz 1

Immer wieder lernte er in der Musikszene die unterschiedlichsten Talente kennen. So war es auch bei Goitzsche Front. Schwierig war es bei den von ihm entdeckten YouTube-Stars Lochis. „Diese waren zu der Zeit gerade um die 13 Jahre. Ich habe sie im Internet entdeckt und fuhr zu den Eltern. Wir haben mehrere Gespräche geführt, bevor ich sie auf die Bühne holen konnte.“

Viel Freizeit hat der stolze Familienvater für seine Frau und seine Tochter nicht. „Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich eine Familie habe, die meine geringe Freizeit akzeptiert und alles mitträgt. Wo andere Leute Wochenende haben, bin ich arbeiten. Als Beispiel: Goitzsche Front hatte 2018 über 60 Konzerte hintereinander. Auch ich war an diesen Tagen nicht zuhause. Ja, es sind schon sehr viele Tage, an denen man nicht bei seinen Lieben ist“, sagt er leise seufzend. Doch sein Job bringt auch so viele tolle Momente mit sich. So sind von heute an bis zum 10. Juni Goitzsche Front gemeinsam mit Maschine, dem Ex-Frontmann der Puhdys, unterwegs. Dann geht es von Oberwiesenthal bis an die Ostsee. Fünf Tage mit fünf Open-Air-Veranstaltungen – und eine Station ist morgen in Oschatz.

Hut ab, vor Melanie Müller

Im Herbst ist er mit Eric Stehfest am 14. September unter anderem auch in der Kulturbastion in Torgau zu erleben. Ebenso ist er auf Mallorca bei den Auftritten von Melanie Müller dabei. Hier ist es nicht nur Party. „Vor dem Job, den sie macht, zieh’ ich meinen Hut. Zwei bis drei Shows am Tag. Das ist wirklich eine wahnsinnige Leistung.“ Spannend war auch die Zeit mit der Band Unheilig. Ja, viele tolle Geschichten kann Steven Dornbusch erzählen.

Doch dann ist er auch froh darüber, wieder in der Heimat zu sein und sich auf das Stadtfest in Oschatz zu freuen. Hier sind seine Wurzeln. So ist er gespannt darauf, wie die Besucher das große Fest mit den vielen Highlights annehmen werden. Denn für ihn ist das größte Lob die zufriedenen Besucher.

Voller Marktplatz bei Stereoact

Wenn Steven Dornbusch allerdings auf das Stadtfest im vergangenen Jahr zurückblickt, bleibt ein kleines Seufzen nicht aus. Denn der Regen hat das Fest wortwörtlich „absaufen lassen“. Doch ein klein wenig war dies auch der Grund für positive Veränderungen in diesem Jahr. „Wir starten ein Experiment. Durch den starken Regen im vergangenen Jahr musste die Abendveranstaltung auf Sonntag verlegt werden. Zu unserer Überraschung war der Marktplatz voll, als Stereoact auf der Bühne standen. Das war cool. Als wir das Programm ändern mussten, hat der Buschfunk so gut funktioniert, dass es die Leute hungrig auf den nächsten Tag gemacht hat. In diesem Jahr wird es DJ Ronny Rockstroh sein, der versuchen wird, die Leute auch am Sonntagnachmittag zum Bewegen zu animieren.“

Eine andere Änderungen in diesem Jahr ist unter anderem das Riesenrad. Dieses dreht sich nicht mehr auf dem Altmarkt, sondern nun direkt vor dem Rathaus. „So können die Besucher Riesenrad fahren und gleichzeitig dem Bühnenprogramm folgen und tolle Fotos machen.“ Eine weitere Änderung gibt es in der Lutherstraße. Diese wird künftig nicht mehr bespielt. „Die Resonanz war hier immer sehr verhalten. Es ist sehr aufwendig, den Verkehr umzuleiten. Somit ist der untere Teil des Altmarktes nicht gesperrt, dafür weiterhin der obere Teil, am Taxihalteplatz und am Brunnen. Die Schausteller, die immer in der Lutherstraße standen, ziehen nun rund um den Kirchplatz. Hier gibt es jetzt den Irish Folk Bereich. Die Besucher können Guinness und Burger genießen und es spielt die Oschatzer Folkband Querdurch“, so der 41-Jährige.

Stadtfest Oschatz steht bevor

Erhalten bleibt der Freitagabend mit einem Mix aus Oldies und Rock‘n‘Roll. „Das kam so gut an, dass wir die Eisboys wieder auf die Bühne holen. Letztes Jahr kamen viele Besucherinnen im Petticoat. Es war eine wirklich tolle Party und ist hoffentlich auch in diesem Jahr so gut besucht.“ Auch hofft der Veranstalter auf Besucheransturm bei der großen Schlagernacht am Samstagabend ab 20 Uhr mit der Schlagermafia und den Doubles von Roland Kaiser, Helene Fischer und Nena.“ Den Abschluss des Stadtfestes bildet Dirk Zöllner im Duo Infernale. Denn auch in diesem Jahr soll die Veranstaltung nicht mit „Halligalli“ aufhören, sondern mit Kultur.

„Um große Künstler zu bewegen, benötigt man viel Geld“, sagt er noch. „Doch der Stillstand ist der Tod. Wir haben immer an neuen Ideen gearbeitet. Ich habe mich bei anderen Stadtfesten umgesehen. Und auch einiges von Oschatz mit zu anderen Veranstaltungen in andere Städte mitgenommen. Wie zum Beispiel Stereoact.“

Von Kristin Engel

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