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Oschatz TV-Journalisten Aline Abboud und Constantin Schreiber stellen sich den Fragen der Naundorfer Oberschüler
Region Oschatz TV-Journalisten Aline Abboud und Constantin Schreiber stellen sich den Fragen der Naundorfer Oberschüler
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16:35 18.09.2019
TV-Journalisten Aline Abboud und Constantin Schreiber stellen sich den Fragen der Naundorfer Oberschüler Quelle: Manuel Niemann
Naundorf

Auftakt mitten im dann doch sehr ländlichen Sachsen: Wer als großstadterfahrener Journalist in Naundorf aufschlägt, erlebt einen Kontrastwechsel: Wenige Bus-Verbindungen, die Tankstelle als einzige Einkaufsmöglichkeit, wenn der Magen knurrt. Und das Internet im Haus ist nicht schnell genug, um sich mal eben schnell einen Beitrag auf Youtube anzusehen, über den dann gesprochen werden soll.

Uwe Zorn, einst Lehrer in Berlin und jetzt an der Werkschule Naundorf, beschreibt den Journalisten Constantin Schreiber und Aline Abboud eine Lebenswirklichkeit, die abweicht von Berlin oder Frankfurt, von wo aus die beiden anreisten. Es ist eine, in der es die Medien, die er mit seinen Schülern für das Gespräch mit dem Tagesschau- und Nachtmagazin-Moderator und der von ihm eingeladenen Redakteurin und Moderatorin beim ZDF vorbereitend lesen sollte, gar nicht mehr so einfach am Kiosk gibt.

Trotz zunehmender Skepsis das Gespräch suchen

Schreiber hat die Deutsche Toleranzstiftung ins Leben gerufen, die Menschen mit unterschiedlicher Meinung wieder mehr ins Gespräch kommen lassen will. Für ihr erstes Projekt „Triff mich!“, lädt die Stiftung auch Journalisten ein, die an Schulen über ihre Arbeit berichten.

„Meine Frau kommt hier aus der Gegend und es war so, dass wir vor der Landtagswahl gemerkt haben, wie kontrovers manche Sachen diskutiert wurden auch im familiären Kreis“, erklärt Constantin Schreiber, warum die erste dieser Gesprächsrunden in Naundorf stattfand. Der Bedarf, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, die in den Redaktionen sitzen, sei groß.

Jugendliche informieren sich via Youtube, Instagram und Whatsapp

Im Gespräch mit Gemeinschaftskunde- und Geschichtslehrer Uwe Zorn wird allerdings klar: Für die Generation seiner Schüler ist es gar nicht mehr so klar, was ein redaktionell verantworteter Beitrag ist. Statt Zeitungen und das Fernsehen sind es inzwischen Youtube, Instagram und Whatsapp, über die sich seine Schüler informieren.

„Die Unterscheidungsmöglichkeiten werden immer dünner, noch profitieren wir davon, dass wir eine Marke haben, die für etwas steht. Aber bei der nachfolgenden Generation konkurrieren wir mit allen möglichen Youtubern – als ein Kanal von vielen“, berichtet Schreiber, der mit der Tagesschau eine ähnlich starke Marke wie die ZDF-Moderatorin Abboud hat.

Nahbarer Einblick in die Arbeit von Journalisten

Dass jedermann jetzt publizieren könne, sieht auch sie als Gefahr. „Im Endeffekt sind wir uns alle bewusst, dass wir jetzt noch eine viel größere Verantwortung haben.“ Allerdings sei es auch nicht so, dass nur, weil Leute die Medien als „Lügenpresse“ beschimpften, alles anders gemacht werde. „Triff mich!“ möchte Vorurteile und falsche Vorstellungen von den Medien abbauen: „Ich kann sagen, dass Angela Merkel nicht früh morgens anruft und uns sagt, was wir zu sagen haben“, sagt Abboud.

Sie und Schreiber geben einen nahbaren Einblick in ihre Arbeit, verraten etwa, dass sie ein Blatt Papier beim Nachrichtenverlesen in den Händen halten, auch weil es Zuschauer irritiert, wenn nur vom Teleprompter abgelesen wird. Sie erläutern, aus welchen Gründen welche Nachrichten ausgewählt werden.„Warum sollten wir auch irgendwelche Lügen erzählen?“, fragt Abboud.

Polarisierung macht auch vor Jugendlichen nicht Halt

Die Schüler, die beobachten sollten, wie über Parteien vor der Landtagswahl berichtet wurde, fixieren sich bei ihren Fragen immer wieder auf die AfD.

Überrascht das Lehrer Uwe Zorn? „Nö, wir hatten eine hohe Polarisierung bei den Wahlen“, sagt er. „Die Jugendlichen leben nicht im luftleeren Raum, das ist auch ihre Lebenswelt, was sie sehen, was sie hören und zuhause gesprochen wird.“

Von Manuel Niemann

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