Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Telekom will für Mahlis weiter nach Standort suchen
Region Oschatz Telekom will für Mahlis weiter nach Standort suchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 07.06.2019
Handynutzer haben in Mahlis nur sehr schlechten Empfang. Quelle: Agnieszka Krus/RND
Mahlis

In der Diskussion um den geplanten Funkturm bei Mahlis hat sich die Deutsche Telekom zu Wort gemeldet. Sprecher Georg von Wagner geht dabei auf den Widerstand aus den Reihen der Einwohner ein und unterstreicht die Notwendigkeit von digitaler Infrastruktur. Die Gegner des Mastes dagegen betonten ihre Befürchtungen, durch die Funkwellen Gesundheitsschäden zu erleiden. Das wiege schwerer als mobile Erreichbarkeit, so die Bürgerinitiative, die 280 Unterschriften gegen einen Mast am Ortsrand gesammelt hat.

Verweis auf Sicherheitsstandards

Georg von Wagner verweist angesichts dessen auf Untersuchungen des Bundesamtes für Strahlenschutz: Das habe sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt und erklärt, dass es nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht von negativen gesundheitlichen Auswirkungen ausgehe. „Da wir die geltenden Sicherheitsstandards und Grenzwerte einhalten, sind wir überzeugt, dass eine sichere Nutzung des Mobilfunks gewährleistet ist“, so der Telekom-Sprecher. Und der sei dringend nötig. „Nur Orte, die eine funktionierende digitale Infrastruktur haben, bleiben in der Zukunft für Familien und Firmen interessant“, so der Sprecher. Wo es keinen Zugriff auf das Internet per Computer und Smartphone gebe, werde sich niemand mehr ansiedeln. „Insofern ist diese Haltung fatal“, meint Georg von Wagner mit Blick auf den Protest in Mahlis.

Schwieriges Terrain

Die Telekom wolle an dem Standort den Funkstandard GSM zum Telefonieren und LTE für schnelle Datenverbindungen anbieten. Wichtig sei, dort zu bauen, wo auch die Nutzer sind. „Handy und Mast sind eine Einheit, die nur im engen Zusammenspiel reibungslos funktioniert.“ Mahlis sei topographisch anspruchsvoll. „Die Mobilfunk-Antenne muss die umliegende Bebauung leicht überragen, damit ein möglichst großes Gebiet versorgt werden kann. Deshalb wäre der von der Gemeinde angebotene Standort am Sportplatz für uns eine gute Wahl gewesen“, so der Unternehmenssprecher.

Bedarf anzeigen

Georg von Wagner macht klar, dass ein Bau bei Mahlis auch für den nächsten Mobilfunkstandard 5G wichtig wäre. „Wo kein LTE, da auch kein 5G.“ LTE bleibe noch lange die Basis, auf der sich das Netz entwickle. Die kritische Einstellung im Ort sei vor diesem Hintergrund „absurd“, meint er und fügt hinzu: „Sie ignoriert die Debatte der vergangenen Wochen und Monate über die Digitalisierung Deutschlands komplett. Sie ignoriert, was alle Parteien fordern. Und sie katapultiert Mahlis ins Abseits.“ Er bezweifle, dass die 280 Unterschriften gegen den Standort das Allgemeinwohl repräsentieren, schließlich nutze auch hier die Mehrheit jeden Tag beruflich und privat das Handy. Die Meisten würden jedoch schweigend hoffen, dass die Dinge in die richtige Richtung laufen, dabei wäre jetzt der Zeitpunkt, dass sich all’ jene melden, die Bedarf an mobiler Erreichbarkeit haben.

Ständiges Funkloch

Ohne geeigneten Standort, bestehe die Gefahr, dass Mahlis ein Funkloch bleibe. „Es gibt nur noch wenige Orte, in denen sich ein Teil der Einwohner so quer zu Mobilfunk stellt wie in Mahlis“, meint Georg von Wagner. Viele andere Gemeinden würden für eine bestmögliche Mobilfunk-Versorgung kämpfen. Davon war im Fall Mahlis auch Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) ausgegangen. „Ich habe bisher immer nur gehört, dass sich Einwohner besseren Empfang wünschen. Insofern hat mich der Protest überrascht“, sagte er.

Telekom sucht weiter

Die Telekom sucht unterdessen weiter nach einem Standort. Gebe es private Interessenten, würde man auch diese Liegenschaften prüfen. „Es ist noch nichts entschieden“, betont der Sprecher.

Von Jana Brechlin

Die Nächte vom 11. bis 15. Juni werden unruhig. Die Bahn plant Gleisbauarbeiten am Bahnhof Oschatz – und bittet schon jetzt um Verständnis wegen der Lärmbelästigungen.

07.06.2019

Drei Personen wurden am Mittwochnachmittag bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 6 nahe dem Oschatzer Stadtteil Merkwitz leicht verletzt. Ein Opel war auf einen Hyundai aufgefahren.

06.06.2019

Mit einem Autokonvoi ziehen die Rocker „Goitzsche Front“ und Dieter „Maschine“ Birr von Oberwiesenthal bis an die Ostsee. Ein Zwischenstopp wird am 7. Juni 2019 in Oschatz eingelegt. Ein großes Open-Air- Konzert zusammen mit der Oschatzer Band „Die Unkomplizierten“ startet um 20 Uhr auf der Festwiese am Finanzamt in der Dresdener Straße.

06.06.2019