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Oschatz Trockenheit macht Bauern rund um Oschatz zu schaffen
Region Oschatz Trockenheit macht Bauern rund um Oschatz zu schaffen
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13:15 29.05.2018
Der Sonnenschein und Regenmangel im Mai 2018 sorgen für extrem Trockenheit und schlechte Bedingungen für den Getreideanbau. Quelle: Foto: dpa
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Oschatz

Während das Vogtland und andere Teile Deutschlands mit Regen- und Wassermassen zu kämpfen haben, zeigt sich in Nordsachsen ein anderes Bild: Der Regen bleibt aus. Besonders im Frühling ist das problematisch – schließlich braucht Wachstum Wasser.

Landwirte ernüchtert über Wetterlage

Daran zu knabbern haben zwar auch die Kleingärtner, besonders hart aber trifft es die Landwirte. Stellte sich die Situation im April vergangenen Jahres noch so dar, dass aufgrund der hohen Bodenfeuchtigkeit keine Aussaat erfolgen konnte, herrscht in diesem Jahr das gegenteilige Phänomen vor.

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Was es bedeute, wenn kein Regen fällt, weiß jeder, sagt Ernst Bößneck. Der Geschäftsführer des Heideguts Dahlen ist hörbar ernüchtert über die derzeitige Wetterlage.

Trockenperiode im Mai nicht außergewöhnliches

Laut Sebastian Schuffenhauer ist solch eine lange Trockenperiode im Mai jedoch nichts außergewöhnliches. „Das gab es schon früher immer mal. Neu sind lediglich die extremen Unwetter, die wir zuletzt beobachten konnten.“ Der Oschatzer Hobbymeteorologe hat in den vergangenen vier Wochen lediglich 20 Liter Niederschlag in Oschatz gemessen.

Die fehlenden Höhen- und Tiefenwinde würden dazu führen, dass die etwaigen Gewitter an Ort und Stelle verbleiben und nicht weiterziehen. Es sei auch keine Trendwende in Sicht, eine Voraussage sei aber generell schwierig. „Durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist zumindest Gewitterpotenzial vorhanden. Es könnte also eventuell bald Oschatz treffen – dann könnten aber die trockenen Böden Probleme bereiten.“

Die Folge: verstärkte Heuproduktion

Ernst Bößneck und seine Berufsgenossen können derweil nichts anderes tun, als auf die Gunst von Petrus zu warten. Auch künstliche Bewässerung könne da keinen Ausgleich schaffen, da die Territorien nicht komplett erschlossen seien. „Wir müssen mit diesen Extremen einfach klarkommen. Als Bauer muss man aus der Not immer eine Tugend machen“, sagt er.

In diesem Fall bedeute das eine verstärkte Heuproduktion. Da aber mache der niedrige Milchpreis einen Strich durch die Rechnung. So oder so könnte es diesmal ein noch schwierigeres Jahr für die Landwirte werden, da Bößneck eine „deprimierende Ernte“ infolge der Trockenheit prognostiziert.

Zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe in Nordsachsen

Auch für die Wälder wird es gefährlich: In Nordsachsen herrscht wegen Witterung aktuell die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. „Bei dem Wetter ist davon auszugehen, dass die Gefahrenstufe sich noch erhöht und sich auch auf andere Bereiche ausweitet“, sagte Renke Coordes vom Staatsbetrieb Sachsenforst.

Von Christian Neffe

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