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Oschatz Verblüffte Schüler bei Anti-Gewalt-Theater an Robert-Härtwig-Schule in Oschatz
Region Oschatz Verblüffte Schüler bei Anti-Gewalt-Theater an Robert-Härtwig-Schule in Oschatz
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13:24 09.09.2019
Schauspieler des „theatertill“ in Düsseldorf vermitteln den Schülern der Robert-Härtwig-Oberschule eine ungewöhnliche Lektion zum Thema Gewalt. Quelle: Foto: Bastian Schröder
Oschatz

Provokant, emotional, nachdenklich: Diesen Tag werden die Schüler der Robert-Härtwig-Schule sicher nicht so schnell vergessen. Am Freitag haben Schauspieler der bundesweiten Initiative „Tour gegen Gewalt“ der Unfallkasse Sachsen mit ihrem gleichnamigen Theaterstück in Oschatz Station gemacht und einen mitreißenden Auftritt hingelegt.

Ahnungslose Schüler bis zum Ende

Die simple Idee des Stücks: Fünf Menschen erzählen über ihre Erfahrungen mit Gewalt. Da ist zum Beispiel der charismatische Musiker Richard, der von seinem Protest gegen eine rechtsextreme Partei berichtet und nach gewalttätigem Widerstand gegen die Staatsgewalt verhaftet wird. Oder der aufbrausende Klaus, der immer wieder mit rechtsextremer Propaganda auffällt und zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, nachdem er den Besitzer eines asiatischen Geschäfts bei einem Überfall schwer verletzte. Die Spannbreite der Tatbestände, mit denen die Schüler an diesem Freitagvormittag konfrontiert werden, reicht von Rechtsextremismus und Rassismus bis hin zu Mobbing, Vergewaltigung und häuslicher Gewalt.

Der Clou: Bis zum Ende der Aufführung werden die Oberschüler in dem Glauben gelassen, dass es sich um authentische Erfahrungsberichte von Betroffenen handelt. Erst dann erfahren sie: Alles nur gespielt – auch wenn die Schilderungen der Schauspieler auf realen Begebenheiten basieren.

Die Erlebnisse werden emotional und eindringlich geschildert und die Schüler von den Schauspielern immer wieder direkt angesprochen. Die reagieren mit unsicherem Gelächter, ungläubigem Staunen und mitunter auch Tränen. Und immer wieder Szenenapplaus. Die Botschaft am Ende ist eindeutig: Gewalt ist keine Lösung.

Viele Impulse für pädagogische Arbeit

Bei den Schülern kam das an. Die Stimmung in der Aula war im Anschluss an die Aufführung aufgewühlt. Den Lehrern sei es daher wichtig, das Gesehene im Unterricht noch einmal zu besprechen, sagte die Präventionsverantwortliche der Schule Annette Lehmann: „Das Stück hat viele Emotionen ausgelöst. Zwischendurch hatten wir ein wenig Angst, wie wir damit umgehen sollen. Am Ende wurde aber alles gut aufgelöst und wir sind froh, das angeboten zu haben.“

Seit zehn Jahren ist die „Tour der Gewalt“ mit Schauspielern vom „theatertill“ in Düsseldorf nun schon in Deutschland unterwegs. Und eventuell auch bald wieder in Oschatz. „Wir haben heute viele Impulse für unsere pädagogische Arbeit und das soziale Miteinander an unserer Schule bekommen“, so die begeisterte Schulleiterin Kerstin Wasiak, die das Ensemble erneut nach Oschatz einlud.

Von Bastian Schröder

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