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Oschatz Verschwundene 13-Jährige aus Dahlen: Ermittlungen dauern an
Region Oschatz Verschwundene 13-Jährige aus Dahlen: Ermittlungen dauern an
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14:15 15.10.2019
Rondk K. lebte bis zu ihrer Ausreise im Wohnheim der ASG in Dahlen. Quelle: Manuel Niemann
Dahlen/Wurzen/Leipzig

Ein 13-jähriges Mädchen, das nach seiner Flucht aus dem Irak in Dahlen lebte, verschwindet scheinbar spurlos. Der Fall der als zunächst vermisst geltenden Rondk K. erregte Anfang September überregional das Interesse. Zuletzt war sie am 31. August in ihrem Wohnheim gesehen worden, das von der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen (ASG) in der Dahlener Bahnhofstraße unterhalten wird.

Rätsel über Verbleib des Mädchens

Angeblich wollte sie mit dem Zug nach Wurzen fahren, um eine Freundin zu besuchen. Dort kam sie aber nie an. In Wurzen ging das Mädchen auf die Pestalozzi-Oberschule und nahm neben der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) bereits an einigen Unterrichtsfächern regulär teil. Sie wurde als ruhiges, zurückhaltendes, aber auch zuverlässiges Mädchen beschrieben, das bereits gut Deutsch spreche. Aus diesem Grund schlossen die Ermittler auch die Möglichkeit eines Gewaltverbrechens nicht aus. Weil die Möglichkeit eines Tötungsdelikts im Raum stand, wurde eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Nach einer Woche dann die Entwarnung: Rondk K. gehe es gut, sie halte sich im Ausland, allerdings nicht im Irak auf, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Sie verwies zugleich auf die noch laufenden Ermittlungen – nun wegen des Verdachts der Entziehung der Minderjährigen.

13-Jährige soll sich im europäischen Ausland aufhalten

Auf das schwebende Verfahren verweist Staatsanwältin Vanessa Fink auch einen Monat nach dem Verschwinden des Mädchens. Sie könne nur so viel bestätigen: „Die Ermittlungen, insbesondere im familiären Umfeld von Rondk K., ergaben, dass diese sich inzwischen im europäischen Ausland aufhält und wohlauf ist.“ Obwohl es derzeit keine Hinweise gebe, dass Rondk K. gegen ihren Willen Deutschland verlassen habe, werde zu den Umständen ihrer Ausreise weiter ermittelt. Diese Ermittlungen gibt es, weil die minderjährige Rondk K. – so der Verdacht – ihrem Vormund, dem Jugendamt des Landkreises, entzogen und ins Ausland verbracht wurde. Eine solche Entziehung Minderjähriger wird als Straftat mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet.

Jugendamt in Kontakt mit Ermittlern

Heike Schmidt, Dezernentin für Soziales und Gesundheit im Landratsamt Nordsachsen, bestätigt auf LVZ-Nachfrage, dass das Jugendamt als bestellter Vormund nach wie vor für die unbegleitete Minderjährige verantwortlich ist. „Das Amt steht in Kontakt zu den Ermittlern, hatte aber keinen Kontakt zu ihr selbst“, teilt sie auf Anfrage mit. Ob das Mädchen vielleicht in Gesprächen bereits angedeutet hatte, dass sie das Land verlassen möchte, dazu könne sie keine Aussage treffen. Wie es ihr gelungen sei, Deutschland zu verlassen oder ob sie dabei Helfer hatte, werde gerade ermittelt.

Weder das Jugendamt noch die Staatsanwaltschaft haben Anhaltspunkte dafür, dass seitens des Wohnheims etwaige Aufsichtspflichten verletzt worden seien. Für den Wohnheim-Träger ASG gebe es keine Konsequenzen, weil er seinen Pflichten nachgekommen sei und korrekt gehandelt habe, erklärt Heike Schmidt. „Die 13-Jährige hatte angegeben, zu einer Freundin zu wollen. Das ist in dem Alter nichts Ungewöhnliches“, sagt sie.

Von Manuel Niemann

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