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Oschatz Walken und Wandern im Wald um Wermsdorf und Dahlen sind tabu
Region Oschatz Walken und Wandern im Wald um Wermsdorf und Dahlen sind tabu
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12:08 19.02.2018
Nahe dem Parkplatz an der S 38 wird Schadholz verladen. Quelle: Foto: A. Kaminski
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Wermsdorf

Rund ein Jahr wird man nach jetzigen Schätzungen in den Revieren des Sachsenforstes im Wermsdorfer Wald zu tun haben, um die Schäden von Orkantief Friederike zu beseitigen. Das bedeute aber nicht, dass in einem Jahr nichts mehr von den Verwüstungen vom 18. Januar 2018 zu erkennen sein werde.

Nicht in jedem Fall wird neu gepflanzt

„Es gibt mehrere Flächen, auf denen auf ein bis zwei Hektar kein Baum mehr steht“, erläutert Mario Erdmann, der das Revier Collm leitet. Außerdem seien viele der noch stehenden Bäume so geschädigt, dass sie nicht überleben könnten und deshalb gefällt werden müssten. Auf solchen Flächen werde nicht in jedem Fall neu gepflanzt. „Nach meiner Erfahrung müssen wir einen Teil der Flächen der natürlichen Bewaldung überlassen“, schildert Mario Erdmann die praktikable Alternative. Eine Pflanzung sei dort problematisch, wo viele Bäume mit Wurzelballen gekippt seien.

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Auswirkungen auf den Holzpreis noch unklar

Auswirkungen auf den Holzpreis hatten Forstleute nach „Herwart“ noch weitgehend ausgeschlossen. Die Schadholzmenge habe nicht über den Einschlagmengen des Sachsenforstes gelegen. Jetzt läge die Schadholzmenge im Bereich von ein bis anderthalb Jahreseinschlägen. Um eine Tendenz bei den Holzpreisen abzuschätzen, müsse man wissen, dass zum Beispiel der Erzgebirgskamm weit weniger betroffen sei. Auch über die Holzmengen in anderen Bundesländern habe man noch kein klares Bild. „Sicher ist nur, dass Friederike für unsere Region katastrophal war“, unterstreicht Mario Erdmann. Erste Schäden seien inzwischen behoben. So sei das Schwarzwildgatter, das der Orkan in Mitleidenschaft gezogen hatte, repariert.

Sperrung der Wälder angemessen

Die Sperrung der Wälder durch das Landratsamt hält Mario Erdmann für angemessen. Man müsse noch überall mit herabstürzenden Teilen von Baumkronen rechnen. Aus diesem Grund wurde die Wermsdorfer Winterwanderung verschoben und der Walking-Treff am Sonntag in Schmannewitz abgesagt.

Von Axel Kaminski