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Oschatz Wenig Schädlinge im Waldboden der Dahlener Heide
Region Oschatz Wenig Schädlinge im Waldboden der Dahlener Heide
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18:05 18.02.2019
Entwarnung: Bei der Zählung der Kiefernschädlinge in der Dahlener Heide wurden eine sehr verhaltene Belastung festgestellt. Dagegen befürchten Fachleute eine Borkenkäfer-Katastrophe. Quelle: Foto: Axel Kaminski
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Dahlener Heide

Kalendarisch ist noch Winter, auch wenn durch den Sonnenschein am Wochenende ein anderer Eindruck entstand. Im Forst hat man eine wichtige Winterarbeit bereits hinter sich gelassen: die Winterbodensuche.

Dabei suchen die Waldarbeiter nach Kiefernschädlingen, die im Boden überwintern – also den Puppen, Raupen beziehungsweise Kokons solcher Falter wie Kiefernspinner, Kiefernspanner, Kiefernschwärmer, Nonne, Forleule und Kiefernbuschhornblattwespe. Aus den Funden bei dieser Suche lassen sich Prognosen für die im Jahresverlauf zu erwartende Belastung durch diese Forstschädlinge stellen. Diesbezüglich gibt Robert Sohre, Leiter des Forstrevieres Reudnitz, Entwarnung: „Diese Kiefernschädlinge treten sehr verhalten auf“.

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Gefahr geht vom Borkenkäfer aus

Dennoch ist er mit dem Blick auf das bevorstehende Jahr alles andere als sorgenfrei. Durch die Sturmschäden in den Wäldern und die anschließende, lang anhaltende Trockenheit werde der Borkenkäfer ein riesiges Problem darstellen. Könnten die Bäume in einem normalen Jahr die Borkenkäfer abwehren, so seien sie dazu bei solch extremer Witterung wie 2018 nicht in der Lage. „Normalerweise gibt es bei den Borkenkäfern zwei Nachwuchsgenerationen. Im vergangenen Jahr waren es drei, teilweise auch vier“, erläutert Robert Sohre. Dabei kämen auf ein Weibchen rund 300 Larven – in einer Generation.

Das sei an sich schon eine Katastrophe. Sorgen bereitet den Forstwirten ein möglicherweise mildes und trockenes Frühjahr. Was den Städter in die Parks und auf die Freisitze zieht, wäre für den Forst eine zusätzliche Belastung.

Schwere forstwirtschaftliche Folgen

Absterbende Bäume sind dabei nur eine Seite des Problemes. Die andere sind die wirtschaftlichen Folgen. Nach den Sturmereignissen im Herbst 2017 und im Frühjahr 2018 waren ohnehin schon Holzmengen auf dem Markt, die die jährliche Einschlagsmenge überschritten. Dazu kämen geschätzt mehr als 100 000 Festmeter Schneebruch allein im Erzgebirge. Dass weitere, durch die Borkenkäfer bedingten Holzmengen die Marktsituation verschärfen würden – zumindest für die Anbieter – liege auf der Hand.

Borkenkäfer stehen quasi als Sammelbegriff für eine Reihe von Schädlingen: der Buchdrucker und der Kupferstecher befallen vor allem Fichten, der Zwölfzähnige Kiefernborkenkäfer sowie der Sechszähnige Kiefernborkenkäfer die Kiefern. Das Holz beider Baumarten wird vom Gestreiften Nutzholzborkenkäfer befallen.

Von Axel Kaminski