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Oschatz Wolfsattacke: Acht Schafe und vier Lämmer in Wellerswalde bei Oschatz getötet
Region Oschatz Wolfsattacke: Acht Schafe und vier Lämmer in Wellerswalde bei Oschatz getötet
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16:19 05.08.2019
Ein Wolf fotografiert durch ein Zielfernrohr. In Wellerswalde hat höchstwahrscheinlich eines oder mehrere dieser Raubtiere Schafe gerissen. Quelle: dpa
Wellerswalde

Aufregung in Wellerswalde bei Oschatz: In der vergangenen Woche wurden in dem Ortsteil der Gemeinde Liebschützberg acht Mutterschafe und vier Lämmer getötet sowie zwei weitere Lämmer verletzt. Die Experten von der neu eingerichteten Fachstelle Wolf für Sachsen in Deutschenbora haben die toten Tiere begutachtet und schließen den Wolf als Verursacher nicht aus.

Ein Ehepaar aus Wellerswalde lässt seine Schafe in zwei getrennten Herden am Flüsschen Luppa in Richtung Merkwitz weiden. „Es handelt sich um Hobby-Tierhalter“, sagte Vanessa Ludwig, Referentin Öffentlichkeitsarbeit in der Fachstelle Wolf, am Montag auf Anfrage. Die betroffenen Schafhalter wollten sich nicht öffentlich zu der Attacke äußern.

Blutbad noch nicht vorüber

Das erste Mal wurden in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche in einer Herde mit 22 Tieren zwei Mutterschafe getötet und ein Lamm verletzt. Doch damit war das Blutbad noch nicht vorüber. In der darauffolgenden Nacht wurden in der kleineren Herde mit 13 Tieren sechs Mutterschafe sowie vier Lämmer getötet und ein weiteres Lamm verletzt. Zwei der getöteten Tiere sollen bis auf die Knochen abgenagt gewesen sein, die anderen waren nach Kehlkopf-Bissen verendet.

Wolf als Verursacher nicht auszuschließen

Am Donnerstag waren die Experten von der Fachstelle Wolf in Wellerswalde und übernahmen die Rissbegutachtung – zum ersten Mal überhaupt nach der Gründung der Fachstelle Wolf. Bis zum 1. August waren noch die Landratsämter für die Rissbegutachtung tätig. Ergebnis des Gutachtens vor Ort: „Der Wolf ist als Verursacher nicht auszuschließen“, sagte Vanessa Ludwig. Diese vorsichtige Formulierung erklärt sie damit, dass nur ein Gentest mit Sicherheit auf einen Wolf schließen lasse. Klar ist aber nun: Die betroffenen Schafhalter haben Anspruch auf Entschädigung. „Der Zaun entspricht dem Mindestschutz, er ist 90 Zentimeter hoch und hat ein stromführendes Netz“, so die Referentin. Die Höhe der Entschädigung wird nun nach verschiedenen Kriterien ermittelt wie zum Beispiel Alter oder Rasse der getöteten Tiere.

Ein Wolf oder mehrere Wölfe?

Unklar ist, ob die Wellerswalder Schafe von einem oder mehreren Wölfen getötet worden sind. „Auch ein einzelner Wolf kann mehrere Tiere töten“, sagte Vanessa Ludwig. Nach ihren Angaben gibt es in Sachsen insgesamt 18 Wolfsrudel mit jeweils fünf bis zehn Tieren sowie vier Wolfspaare (Stand: Wolfsmonitoring 2018).

In Wellerswalde gibt es noch weitere Schafhalter. Einer davon ist Stefan Reichel, der sich jedoch vom Wolf keine Angst einjagen lässt. Seine zwei Mutterschafe sind als „Rasenmäher“ im Garten im Einsatz und schlafen nachts in der Scheune. „Da sich unser Grundstück mitten im Dorf befindet, mache ich mir über den Wolf keine Gedanken“, sagte er.

Betroffene Tierhalter können sich an die Hotline 035242-6318201 der Fachstelle Wolf wenden

Von Frank Hörügel

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