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Oschatz Zarter Damenschuh begeistert Besucher
Region Oschatz Zarter Damenschuh begeistert Besucher
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06:00 28.06.2019
Ein zierliches Schmuckstück: Dieser Schuh aus Leder und Damast hat der italienischen Tänzerin Barbara Campanini gehört.  Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Wermsdorf

Aktuell wird im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg an die Glanzzeit der herrschaftlichen Anlage erinnert: Bis Oktober ist dort die SonderschauFriedrich August und Maria Josepha – das verlorene sächsische Rokoko“ zu sehen. Dazu haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zahlreiche Schätze aus ihren Ausstellungen und Depots geholt. An dieser Stelle zeigen wir jeweils einen „Schatz der Woche“, für den sich bereits der Weg ins Schloss Hubertusburg lohnt. Rund 150 Exponate wurden für die Ausstellung in der Beletage zusammengetragen. Hier bekommt der Besucher einen Eindruck von der Sammelleidenschaft der Wettiner und den Geschenken, mit denen Gäste und Partner die Kurfürstenfamilie beeindrucken wollten.

Kunststück beim Luftsprung

Schon vielfach für Entzücken hat ein kleiner Schuh gesorgt, der in einer Vitrine im Raum drei „Oper und Musik am Hof“ ausgestellt ist. Bei dem zierlichen Exponat handelt es sich um den Schuh der La Barbarina. Unter diesem Künstlernamen begeisterte die Tänzerin Barbara Campanini auf den Bühnen in Paris, London und Berlin. Die Italienerin war eine der ersten professionellen Tänzerinnen ihrer Zeit und berühmt für ihre „entrechants“. Das sind Sprünge bei denen die Beine mehrmals schnell gekreuzt werden – überliefert ist, das La Barbarina dieses Kunststück achtmal bei einem einzigen Luftsprung fertig brachte.

Tänzerin wird Gräfin

Friedrich II. holte die Tänzerin nach Preußen, wo sie ein für die damalige Zeit hoch dotiertes Engagement erhielt. Die Künstlerin hatte eine Vielzahl von Verehrern, mitunter war sie derer aber schnell wieder überdrüssig. Barbara Campanini war auch verheiratet, trennte sich aber von ihrem Mann und setzt die Scheidung durch. Später wurde sie zur Gräfin ernannt und gründete ein Stift für arme Adelsdamen.

Maßanfertigung für La Barbarina

Der derzeit in Wermsdorf ausgestellte Schuh ist nachweislich aus dem Besitz von La Barbarina und stammt aus dem Jahr 1770. Verarbeitet wurden Leder und zartrosa Damast, auffällig ist die angedeutete breite Schnalle. Das Exponat gehört heute zum Bestand der Rüstkammer. Vermutlich trug die Italienerin die Maßanfertigung allerdings nicht bei Auftritten, sondern eher bei Festen und Empfängen.

Aufführungen im hölzernen Opernhaus

Auch am sächsischen Hof hatte die Bühnenkunst Priorität und sogar im Wermsdorfer Schloss wurden Opern aufgeführt, Konzerte gegeben, es wurde getanzt und Theater gespielt. Schon August der Starke liebte die Zerstreuung durch die Künste und auch sein Sohn war davon begeistert. Kein Wunder, denn Friedrich August hielt sich während seiner Kavalierstour zeitweilig in Italien auf, wo schon lange Sänger, Tänzer und Musiker wie Stars verehrt wurden. 1733 wurde der Komponist Johann Adolf Hasse angestellt und komponierte fortan für die Wettiner. Seine Frau Faustina Bordoni war Sopranistin und lieh den Werken ihres Mannes auf den Aufführungen im Dresdener Zwinger oder dem hölzernen Opernhaus von Hubertusburg ihre Stimme.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis18 Uhr geöffnet.

Von Jana Brechlin

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