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Oschatz Zithern im Juli: Seniorengemeinschaft Borna/Schönnewitz feiert den Sommer
Region Oschatz Zithern im Juli: Seniorengemeinschaft Borna/Schönnewitz feiert den Sommer
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04:59 12.07.2019
Rolf Krampe und Alexander Schroth (rechts) spielten in der Kulturscheune Zithern im Duett. Quelle: Manuel Niemann
Liebschützberg

Rolf Krampe reibt seine Fingerkuppen aneinander, als würden sie jucken. Vor und zurück biegt er sie. Damit bereiten sie sich auf das Spielen vor, sagt Alexander Schroth, der mit ihm auftritt – als Volksmusikduo Krampe, weil sonst Krampes Sohn an der zweiten Zither sitzt. Sie brauchen nicht lang, bis mitgesummt und gesungen, mitgeklatscht und geschunkelt wird.

„Wir kommen aus dem Osterzgebirge, aus Freital-Hainsberg, wo die Kleinbahn Richtung Kipsdorf fährt“, kündigt Krampe das Duo an. Die Zitherspieler, die auch Mundart beherrschen, sind der Höhepunkt auf dem Sommerfest der Seniorengemeinschaft Borna/Schönnewitz.

Neue Aufgabe im Alter

In die Kulturscheune Borna eingeladen hat sie Ingrid Drexler, die die Zitherspieler im Mitteilungsblatt der Stadt Strehla entdeckt hat. Auch ohne ein Fest als Anlass treffen sich die Senioren im Liebschützberger Ortsteil etwa einmal im Monat. „Da muss man sich immer etwas einfallen lassen“, sagt Drexler, die zu einem Trio gehört, das die Seniorengemeinschaft 2011 übernahm.

Nicht nur sie hat sich so eine neue Aufgabe für das Alter gesucht. „Wenn man nicht Teil einer Gemeinschaft ist, dann ist man weg vom Schuss“, sagt sie. „Bloß rumsitzen und Kaffee trinken, das machen wir nicht“, sagt die 70-jährige. Stattdessen organisieren sie sich Vorträge zu Streuobstwiesen, altersgerechtem Wohnen oder auch Jugendliche, die ihnen neue Technik und das Internet erklären.

Geselliges Zusammensein in der Gemeinschaft

Auch Vorlesungen laufen gut, sagt Drexler, „aber Spielenachmittage haben wir ein bisschen abgehakt.“ Aktuell sind sie 40 Senioren und Seniorinnen. Der Älteste ist 96. „Bei uns sind Mitglieder aus Schönnewitz, Bornitz, Wadewitz und Borna, aber es kann jeder kommen“, beschreibt sie. Ein wenig sorge sie sich, das keiner nachkomme: „Die Neueren, so Anfang 70, fühlen sich noch nicht alt“, sagt sie. „Vielleicht machen wir uns auch zu sehr einen Kopf.“

„Ich habe auch’ne Zither. Wenn ich aufgeregt bin, zitter ich von alleine“, scherzt eine Frau am Tisch, an dem bis dahin der selbst gebackene Kuchen – Mohn und Eierschecke – im Mittelpunkt stand. Geselligkeit steht neben der Musik auf dem Programm: „Manche tanzen auch“, sagt Drexler, „und dann gibt es eine Bratwurst. Manche nehmen gleich eine mehr und mit heim zum Abendbrot – wie es eben so ist.“

Von Manuel Niemann

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