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Oschatz Zu viele Wohnungen? Müssen Eigentümer jetzt mit Wertverlust rechnen?
Region Oschatz Zu viele Wohnungen? Müssen Eigentümer jetzt mit Wertverlust rechnen?
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15:48 26.07.2019
Für den WGD-Neubau an der Delitzscher Karlstraße gibt es eine lange Nachfrageliste. Quelle: Heike Liesaus
Nordsachsen

In einem Großteil der sächsischen Kommunen wird am Bedarf vorbeigebaut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Für den Landkreis Nordsachsen ermittelte das Institut mit Sitz in Köln den Bau von jährlich 497 Wohnungen in den Jahren 2016 bis 2018 – benötigt wurden den Angaben nach aber nur 273. Damit liege das Verhältnis zwischen Baufertigstellungen und Wohnungsbedarf bei 182 Prozent.

Allgemeingültige Werte?

Zum Vergleich: Ganz anders sieht es in Leipzig aus. Dort liegt der ermittelte Bedarf bei 4201 Wohnungen, neu errichtet wurden laut der Studie pro Kalenderjahr aber lediglich 1901. Damit seien nur 45 Prozent der benötigten Neubauwohnungen auch entstanden. Damit zählt Leipzig neben Köln, Kiel oder Braunschweig deutschlandweit zu den 30 kreisfreien Städten oder Landkreisen, in denen weniger als die Hälfte des Bedarfs gedeckt wurde.

Der aktuelle Postbank Wohnatlas 2019, für den Experten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts eine Kaufpreisprognose für die Jahre ab 2018 erstellt haben, prognostiziert für Nordsachsen gleichzeitig einen Wertverlust von Wohneigentum. Mit durchschnittlich bis zu Minus 2,32 Prozent müssten Immobilienbesitzer im Landkreis in den kommenden elf Jahren rechnen, erklärt Postbank-Pressesprecher Ralf Palm. Eine Folge von zu vielen Wohnungen?

Der Bedarf besteht in Delitzsch

Ob die Studienergebnisse, die nur Durchschnittswerte angeben und auf ganz Nordsachsen bezogen sind, auch für die Städte wie Delitzsch, Oschatz oder Eilenburg zutreffen, bezweifelt André Planer. Der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft Delitzsch (WGD) kann den Ergebnissen nur teilweise zustimmen. Für ihn ist beispielsweise nicht nachzuvollziehen, wie der Bedarf durch das IW ermittelt worden ist. Bezogen auf den Leerstand sei eine Wohnung im fünften Obergeschoss beispielsweise schwieriger zu vermieten als eine im ersten. Dafür gebe es in Delitzsch schlichtweg keinen Bedarf.

André; Planer, Geschäftsführer der Delitzscher Wohnungsgesellschaft (WGD). Quelle: Kay Würker

Auch im Bereich Neubauten treffen die Aussagen der Studie nur bedingt auf Delitzsch zu. Für Regionen wie Nordsachsen folgern die Macher der IW-Studie, dass Investitionen statt in Neubauten besser in bereits bestehende Gebäude fließen sollten. Viele der Bestände könnten jedoch gar nicht auf Neubauniveau umgebaut werden – Stichwort Smarthome, hält Planer dagegen. Es gibt sicherlich Fälle, bei denen dies sinnvoll ist, er kenne jedoch genügend Beispiele, die dagegen sprechen. Zudem seien alle in den zurückliegenden Jahren entstandenen Neubauten in der Stadt vermietet. Für die weiteren WGD-Projekte – beispielsweise an der Karlstraße – gebe es lange Nachfragelisten, sagt Planer. Der Bedarf bestehe offensichtlich.

Immobilienpreise steigen, wenn ...

Die Unterscheidung in Ortslagen spielt auch in der Studie der Postbank eine Rolle: „Allerdings spiegeln die Prognosen nur durchschnittlich erwartete Entwicklungen in Städten und Landkreisen wider“, schreiben die Experten. So wie es in Leipzig Objekte, Ortslagen oder Stadtteile geben wird, in denen die Preissteigerungen höher oder niedriger als im Durchschnitt ausfallen, sei dies auch in den angrenzenden Landkreisen der Fall. Städte und Gemeinden, die in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen über eine zügige Verkehrsanbindung an Leipzig verfügen, „werden von Käufern zunehmend nachgefragt. Dort werden die Immobilienpreise spürbar anziehen“. Immobilien, die verkehrstechnisch ungünstig liegen, werden hingegen deutlich an Wert verlieren.

Von Mathias Schönknecht

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