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Oschatz Zwei Abende, ein Original: Peter Flache gastiert bei den Oschatzer Theatertagen
Region Oschatz Zwei Abende, ein Original: Peter Flache gastiert bei den Oschatzer Theatertagen
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18:47 10.11.2019
Kabarettist Peter Flache als pensionierter Revierförster Dieter auf der Jagd nach dem Wolf...
Oschatz

Wenn ein waschechter Sachse im Herzen des Freistaats ein Gastspiel gibt,lockt das Publikum: Mit 100 Besuchern teilte Kabarettist und Autor Peter Flache am Freitag in der Stadthalle die Vorbereitungen zu einem Fest. Die Feier, ausgerichtet von Kunstfigur Backe, wirft ihre Schatten voraus. Mitfeiern will ein halbes Dutzend Typen – allesamt verkörpert von Flache.

Ein Dorf wird lebendig

Das Karussell der Knallchargen dreht sich, das Publikum wird Zeuge der Weltsicht der Provinzler, wie sie im Buche stehen. Das ist zwar nie frei von Zoten und Klischees, aber wahnsinnig gut beobachtet, pointiert und zugespitzt dargeboten. Schmerzfrei, überdreht und mit Sinn für absurde Wortspiele lässt Flaches One-Man-Show ein ganzes Dorf lebendig werden. Seine Figuren tratschen, fluchen und philosophieren sich über zwei Stunden und entlassen das Publikum mit der Erkenntnis in die Nacht, dass ein bisschen was von jedem in uns allen steckt – auch wenn wir das nie zugeben würden.

Das Tier im Mensch

Die tiefste Provinz ist es auch, in der „Dieter und der Wolf“ seinen Ursprung hat. Da wurde am Sonnabend leiser und weniger gelacht – was aber nicht daran lag, dass nur 30 Gäste kamen. Nein, diese tragische Komödie hätte wahrlich mehr Zuschauer verdient. Denn Regisseur Holger Böhme schreibt Flache einen Kerl auf den Leib, der nicht nur an der Oberfläche kratzt. Der pensionierte Revierförster wettert über seine verhasste Nachfolgerin, über Wolfsschützer, die das Tier nur aus Filmen kennen und Bürokraten, die den Abschuss des Grauen – seiner Ansicht nach – unnötig in die Länge ziehen.

Verhandelt werden in dem Ein-Personen-Stück noch ganz andere Fragen. Nämlich die, ob der Mensch dem Menschen wirklich ein Wolf ist, ob er, analog zum Räuber im Wald, besser im Rudel oder als Einzelkämpfer leben sollte – und was ihn überhaupt vom Tier unterscheidet. „Der Mensch hat Fantasie, das Tier Instinkt“, lautet eine Antwort, die die Inszenierung gibt.

Originelle Wendungen

Am Ende steht die paradoxe Erkenntnis, dass die Bedrohung durch den Wolf das Dorf so nahe zusammen gebracht hat, wie schon lange nicht mehr. Dass Dieter den Erzfeind Isegrim am Ende dennoch laufen lässt, gehört zu den originellen Wendungen des Stückes, die man nicht erwartet hätte.

Von Christian Kunze

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