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Oschatz Zwei Parteien und drei Wählervereinigungen treten an
Region Oschatz Zwei Parteien und drei Wählervereinigungen treten an
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12:53 22.05.2019
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Dahlen

Vier Listen mit insgesamt 20 Kandidaten bewerben sich um die 16 Sitze im Stadtrat. Stärkste Fraktion ist bisher die Wählergemeinschaft Heidestadt Dahlen (WHD). Von den 5168 gültigen Stimmen, die die 1863 Wähler vor fünf Jahren abgaben, entfielen 2151 auf die WHD. Damit konnte sie sechs der 16 Sitze im Stadtrat für sich beanspruchen. Im Verlauf der vergangenen fünf Jahre arbeiteten alle acht Kandidaten der WHD im Stadtrat mit oder hatten die Chance dazu. Als zunächst Karl Berger und später Klaus Wagner ihre Mandate aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen abgaben, rückte zunächst Andreas Peinemann nach. Jörg Wünschmann verzichtete aus beruflichen Gründen auf diese Möglichkeit.

Stadträte der Linken treten nicht wieder zur Wahl an

Spannend wird, welche Kandidaten die Lücke füllen, die Bärbel Lehmann und Andreas Naujoks hinterlassen. Beide arbeiteten bisher für Die Linke im Stadtrat mit, die nun am Sonntag keinen Wahlvorschlag unterbreiten wird. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatten sie in der Summe 624 Stimmen erhalten.

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Gestiegen ist hingegen die Anzahl der Kandidaten, die auf den Listen der CDU und der SPD antreten werden. Von den zwei Kandidaten der CDU schaffte 2014 Marcus Podstufka den Einzug in den Stadtrat. Diesmal stehen auf dem Stimmzettel unter der CDU drei Namen.

Für die SPD war Ulla Grimm vor fünf Jahren Einzelkämpferin im Wahlkampf. Sie konnte 333 Stimmen auf sich vereinigen. Diesmal möchte auch Jens Bak für die SPD in den Stadtrat einziehen.

Drei Wählervereinigungen werben um die Gunst der Dahlener

Neben den beiden Parteien bewerben sich insgesamt drei Wählervereinigungen um die Sitze im Stadtrat. Sowohl die Unabhängige Bürgergemeinschaft als auch die Freie Wählergemeinschaft Dahlen gehören seit Jahren zu den festen Größen in diesem Gremium. In ihren Reihen gibt es einige erfahrene Räte, die einen großen Erfahrungsschatz in die Waagschale werfen können.

In der vergangenen Wahlperiode ist in Dahlen mit der Sanierung des Marktplatzes ein besonderer Akzent gesetzt worden. Derzeit beginnt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr damit, die angrenzenden Straßen auszubauen. Hier beschränkt sich die Rolle der Stadt auf die Beleuchtung und die Fußwege.

Für den neuen Stadtrat gibt es dennoch ausreichend Aufgaben. So nahm in den vergangenen Monaten die Diskussion um einen Neubau zum Ersatz der Kita „Kleine Sackhupper“ an Fahrt auf. Dabei sind nicht nur hohe finanzielle Hürden zu nehmen. Kontrovers betrachtet wird, ob eine moderne und große Einrichtung entstehen soll oder Kinder nach wie vor in mehreren Ortsteilen betreut werden. Eine Ortsumgehung und eine neue Turnhalle für den Schul- und Vereinssport sind immer wieder vorgebrachte Wünsche. Allerdings liegt zu beiden weder ein Grundsatzbeschluss noch eine realistische Planung vor.

Aus den Wahlprogrammen

Wählergemeinschaft Heidestadt Dahlen: Die Wählergenmeinschaft setzt in ihrem Wahlprogramm die Schwerpunkte Familien, Senioren, Kultur und Tourismus sowie Stadt-(teil-)entwicklung. Für Familien will man Eigenheimstandorte beziehungsweise attraktiven Wohnraum anbieten und dazu auch ein Leerstandskataster entwickeln, um die Lückenbebauung zu erleichtern. Die innenstädtische Schwerlastverkehr soll durch die Optimierung der Verkehrsführung optimiert werden. Das Waldbad Schmannewitz als Naherholungsziel soll erhalten und weiterentwickelt werden. Neue und nachhaltige touristische Angebote sollen erschlossen werden. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden soll die Dahlener Heide verstärkt vermarktet werden insbesondere durch einen überregionalen Wanderweg. Die Funktion der Stadt als Grundzentrum muss erhalten werden. Die Ortsteilzentren sollen belebt werden.

Mit acht Kandidaten trat die WHD am 25. Mai 2014 bei der Stadtratswahl an und konnte dabei sechs Sitze erringen. Von jenen acht treten fünf Jahre später noch vier wieder an: Thomas Pätzold, der 2014 das beste Ergebnis einfuhr, Hartmut Risse, Jürgen Goldhardt und Steve Klose.

Unabhängige Bürgergemeinschaft: Von den Kandidaten, die vor fünf Jahren für die Unabhängige Bürgergemeinschaft bei der Stadtratswahl antraten, ist am Sonntag nur Karl-Heinz Trudel wieder dabei. Als Stadtrat erhielt er seit 2004 durchweg das Vertrauen der Wähler erhielt. Anliegen des Schmannewitzers ist es, mit der Verbesserung des Wohnumfeldes besonders für junge Familien Anreize zum Verbleib und zur Ansiedlung schaffen. Er habe da Spiel- und Bauplätze im Blick, ebenso wie das Internet, Schulen und Kitas.

Jüngste Kandidatin der UBG ist Daniela Rohrbach. Die 32-jährige Sozialpädagogin legt ihren Fokus auf die lösungsorientierte Kommunikation zwischen den Bürgern und der Stadtverwaltung sowie innerhalb des Stadtrates. Rüdiger Preuß möchte mit der Pflege der regionalen Infrastruktur sowie der Unterstützung und Wertschätzung des Vereinslebens, der Aktivitäten der Feuerwehren und Unternehmer weiter an der Attraktivität von Dahlen und allen Ortsteilen arbeiten.

Karl-Heinz Trudel ist zwar der einzige UBG-Kandidat, der schon vor fünf Jahren zur Wahl antrat – aber nicht der einzige mit Erfahrung in der Kommunalpolitik. Roland Dietze war bis Oktober 2017 Vorsteher des Schmannewitzer Ortschaftsrates. Er kandidiert ebenso für den Dahlener Stadtrat wie Rüdiger Preuß, der ihm in seinem Schmannewitzer Amt nachfolgte. Mit Jan Krenkel und Daniela Rohrbach stellen sich zwei Kandidaten erstmals der Wahl – und bringen in die UBG Sichtweisen aus Dahlen und Börln ein.

Freie Wählergemeinschaft Dahlen: Im Trio der Freien Wählergemeinschaft ist Wulf Sukale der Einzige, der schon im Stadtrat mitgearbeitet hat. FWG-Urgestein Ernst Bößneck tritt nach über 20-jähriger Tätigkeit nicht mehr an. Die Chance, in seine Fußstapfen zu treten, wollen René Andrich und Bert Rödel nutzen.

Sie haben sich die Bewahrung der Kinderbetreuung in den Ortsteilen der Stadt Dahlen auf die Fahne geschrieben, ebenso wie den Erhalt aller sechs Feuerwehren, der Polizeidienststelle und der anderen Rettungskräfte in der Stadt. Die Kandidaten der FWG Dahlen wollen Konzepte und Visionen für eine bessere touristische Erschließung der Heidestadt voranbringen, zum Beispiel durch ein Radwegenetz für Dahlen und dessen Umgebung. Verbesserungsbedarf sehen sie bei den Zubringerbuslinien zum Bahnhof Dahlen. Ein weiteres Ziel ist die Sanierung der Grundschule samt Sportplatz und Turnhalle.

Im Trio der Freien Wählergemeinschaft ist Wulf Sukale der einzige, der schon im Stadtrat mitgearbeitet hat. Daneben leitet er den Böhlaer Ortschaftsrat. FWG-Urgestein Ernst Bößneck tritt nach über 20-jähriger Tätigkeit nicht mehr für dieses Ehrenamt an. Die Chance, in seine Fußstapfen zu treten, nutzen zwei deutlich jüngere Kandidaten.

CDU: Ein Schwerpunkt ist es, das Ehrenamt weiter zu stärken und die Unterstützung für die Vereine in allen Ortsteilen deutlich zu verbessern. Die Attraktivität der Stadt soll attraktiver – sowohl für all jene werden, die mit dem Gedanken spielen, hierher zu ziehen als auch für alle, die überlegen, ob ihre Zukunft hier oder anderswo liegt. Die Infrastruktur in der Stadt und in den umliegenden Stadtteilen muss verbessert werden. Ein weiteres Ziel ist der Ausbau der gewerblichen Infrastruktur. Nicht zuletzt ist es wichtig, Transparenz für die Einwohner schaffen, sie zu informieren und zum Austausch anzuregen.

Marcus Podstufka gehört dem Dahlener Stadtrat seit fünf Jahren an. Die beiden anderen Kandidaten auf der CDU-Liste stellen sich zum ersten Mal der Wahl.

SPD: Nachdem die SPD bei den Wahlen zum Stadtrat 2004 und 2009 keine Wahlvorschläge unterbreitet hatte, bekam Ulla Grimm, die allein auf dem Wahlvorschlag der Partei stand, vor fünf Jahren aus dem Stand 333 der abgegebenen 5168 gültigen Stimmen. Dieser Stimmanteil reichte für den Einzug in den Stadtrat. Neben ihr bewirbt sich beim Wahlgang am Sonntag Jens Bak auf der SPD-Liste um ein Stadtratsmandat.

Zu den Zielen der Dahlener SPD-Kandidaten gehört es, die Elternbeiträge für die Kindereinrichtungen in der Stadt stabil zu halten oder abzusenken. Sie treten außerdem dafür ein, den Ortskern der Heidestadt zu stärken. Das soll durch das Schließen von Baulücken, also Bauen auf erschlossenen Flächen und die Sanierung des vorhandenen Gebäudebestandes erfolgen. Ein weiteres Punkt im Wahlprogramm der SPD-Liste ist, mehr Handel und Gewerbe in der Stadt anzusiedeln. Die dazu schon vorhandenen Möglichkeiten auf Gewerbeflächen und in der Innenstadt müssen dazu deutlich besser vermarktet werden.

Bei den Wahlen 2004 und 2009 hatte die SPD keine Kandidaten aufgestellt. Seit 2014 sitzt Ulla Grimm für diese Liste im Stadtrat. Neben ihr kandidiert am Sonntag auch Jens Bak.

Von Axel Kaminski