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Polizeiticker Ermittlungen im Todesfall Daniel H. stehen vor dem Abschluss
Region Polizeiticker Ermittlungen im Todesfall Daniel H. stehen vor dem Abschluss
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15:28 21.12.2018
Am Tatort in der Chemnitzer Innenstadt befindet sich inzwischen eine Gedenktafel für Daniel H. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Im Fall des gewaltsamen Todes des Chemnitzers Daniel H. Ende August in seiner Heimatstadt steht die Staatsanwaltschaft offenbar vor dem Abschluss ihrer monatelangen Ermittlungen. Wie Sprecherin Ingrid Burghart am Freitag gegenüber der LVZ sagte, soll Anfang Januar eine Entscheidung gefällt werden, ob Anklage erhoben werden kann. Als sicher gilt, dass das Verfahren gegen einen flüchtigen dritten Tatverdächtigen abgetrennt wird.

Aktuell befindet sich ein Verdächtiger, der 23-jährige Alaa S., noch in Untersuchungshaft. Yousif A., der in der Tatnacht zusammen mit Alaa S. von der Polizei in der Chemnitzer Innenstadt festgenommen wurde, ist bereits seit Mitte September wieder auf freiem Fuß, weil eine Haftprüfung keine hinreichenden Hinweise für eine Inhaftierung ergab. Nach dem dritten Verdächtigen, Farhad A., wird international gefahndet – bisher aber ohne Erfolg.

Verdächtige beteuern Unschuld

Alle drei Männer waren am Abend des Todes von Daniel H. laut eigener Angaben in einer Chemnitzer Shisha-Bar. Auf dem anschließenden Weg zu einem Döner-Imbiss sollen die Männer auf eine andere Gruppe getroffen sein, zu der auch der Verstorbene gehörte. Es kam zu einer Meinungsverschiedenheit und einer tätlichen Auseinandersetzung, bei der Daniel H. durch Stiche tödlich verletzt wurde. Sowohl der noch inhaftierte Alaa S. als auch Yousif A. beteuerten bei den Vernehmungen ihre Unschuld.

In Folge des Todesfalls kam es in Chemnitz zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Demonstrationen mit Beteiligung Rechtsextremer. Augenzeugen und Medien berichteten von Hetzjagden auf Migranten in der Stadt, sowohl Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) als auch der inzwischen entlassene Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen bezweifelten diese Darstellungen. Zudem wurde der Haftbefehl gegen die Verdächtigen samt Adressdaten von Unbekannten im Internet veröffentlicht. Inzwischen hat sich die Lage in Chemnitz wieder etwas beruhigt.

Am Tatort in der Innenstadt war in den vergangenen Monaten ein provisorischer Gedenkort für den Verstorbenen aufrecht erhalten worden. Inzwischen hat die Stadtverwaltung in Abstimmung mit der Familie des Opfers eine Gedenkplatte im Fußweg installieren lassen. Zugleich wurde angekündigt, dass die Gedenkstelle auf Wunsch der Familie ansonsten beräumt wird.

Von Matthias Puppe

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