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Polizeiticker Feuer im Kohlebunker von Dresdens kleinstem Dampfer
Region Polizeiticker Feuer im Kohlebunker von Dresdens kleinstem Dampfer
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13:13 08.09.2016
Um 6.36 waren die ersten Kameraden der Dresdner Feuerwehr vor Ort.   Quelle: Roland Halkasch
Dresden

Feuer auf dem Schiff! Auf Dresdens kleinstem Dampfer hat es am Donnerstagmorgen gebrannt. Auf dem einzigen Schiff, das noch mit Kohle befeuert wird, brannte ausgerechnet die Kohle. Der Schwelbrand wurde gegen 6.30 Uhr von einem Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt entdeckt. Der Feuerwehr gelang es, den Schwelbrand so schnell zu löschen, dass das Feuer keinen größeren Schaden anrichten konnte. Dennoch muss der Dampfer jetzt pausieren. Robert Rausch, Sprecher der Flotte, rechnet damit, dass die Beseitigung aller Schäden mindestens eine Woche dauert.

Rund sechs Tonnen Braunkohle lagen in den zwei Bunkern des Schiffs unterhalb des Passagierdecks kurz hinter den Schaufelrädern. Erst am Mittwoch hatte die „Diesbar“ Kohle geladen. Sie hatte am Terrassenufer festgemacht und sollte zur Sächsischen Weinstraße fahren. Daraus wurde nichts, der DampferWehlen“ ging für sie Tour. „6 Uhr ist der Sicherheitsdienst vorbeigekommen, das kann man so im Protokoll nachlesen“, berichtete Rausch auf DNN-Nachfrage vom Donnerstagmorgen. Da war noch nichts zu sehen von dem Feuer im „Bauch“ des Schiffs. Als ein Mitarbeiter eine halbe Stunde später ans Terrassenufer kam, entdeckte er Rauch. Weißer Qualm durch zwei Fenster hinter dem Schornstein aus dem Maschinenraum nach draußen. Der Mitarbeiter schlug Alarm, 6.31 Uhr rückte die Feuerwehr an.

„Das waren etwa 45 Mann von der Wache Altstadt“, berichtete Feuerwehrsprecher Ralf Schröder. „Wir mussten erst mal die Lage erkunden. Aber es war schnell klar, dass da Kohle brennt“, so der 43-Jährige. Die Brandschützer haben den Bunker geöffnet und von oben mit Wasser und Schaum gelöscht. Danach hatten sie die Aufgabe, die gesamte Kohle auszuladen. Eimerweise schleppten sie den nassen Brennstoff vom Schiff und kippten ihn am Ufer in einen Container. Dort löschte ein Brandschützer bei Bedarf nach.

Feuerwehrmann Torsten Kunte arbeitete dabei im Kohlebunker der Diesbar. „Ich schaufel die Kohle in den Eimer, der wird dann an einem Seil hochgezogen“, beschrieb er die Arbeit, als er eine Pause hatte. Dabei musste er die schützende Feuerwehrmontur und ein Atemgerät tragen. „Da unten ist es bissel heißer“, berichtete er aus dem Kohlebunker, „das schafft man 15 Minuten und dann ist zick. Das ist richtig schwere Arbeit.“

Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Feuerwehrsprecher Ralf Schröder vermutet, dass Selbstentzündung die Brandursache war. Wenn Kohle bröselig und es im Kohlehaufen ein wenig feucht sei, könne sich Hitze entwickeln, die sogar einen Brand auslösen kann, erklärte er den möglichen Ablauf. Bunkerbrände habe es früher immer wieder gegeben.

Die Wasserschutzpolizei muss klären, was tatsächlich Ursache des Schiffsbrands war. Unterdessen hat die „Dampfschiffahrt“ bereits die Firma bestellt, die schon nach dem Imbiss-Feuer auf dem Dampfer Leipzig im Frühjahr die Reinigungsarbeiten erledigt hat. Die Spezialisten sollen am Freitag anrücken, um alle Teile des Schiffs zu wienern, die in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Dabei geht es vor allem darum, Ruß und andere Ablagerungen zu beseitigen, die sich auf der Dampfmaschine und Verkleidungen abgelagert haben. Sollte es keine weiteren Schäden geben, muss die Maschine danach gefettet werden, bevor sie probelaufen darf. Erst dann ist wirklich klar, wann Dresdens kleinster Dampfer wieder auf große Fahrt gehen kann. „Zum Glück hat niemand etwas aufgemacht, eine Tür oder ein Fenster“, stellte Rausch fest. So wurde verhindert, dass ein offenes Feuer ausbricht und auf größere Teile des Schiffs übergreift. Damit könnte sich der Schaden beim zweiten Dampfer-Brand in diesem Jahr in Grenzen halten. Zur Erinnerung: Anfang April hatte ein Kurzschluss einen Kiosk-Brand auf dem Dampfer „Leipzig“ ausgelöst. Der komplette Kiosk musste erneuert werden. Der Schaden summierte sich damals auf rund 250 000 Euro.  

Von Christoph Springer

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