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Polizeiticker Leipziger sprengt sich mit Böller zwei Finger ab
Region Polizeiticker

Gedenken mit Straftaten: Leipziger verletzt sich mit Böller in Böhlen

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17:05 22.11.2021
Der Rettungsdienst ist am Sonntagabend an den Bahnhof Böhlen gerufen worden.
Der Rettungsdienst ist am Sonntagabend an den Bahnhof Böhlen gerufen worden. Quelle: Marcel Kusch/dpa
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Böhlen

Der Totensonntag ist dem Gedenken an die Verstorbenen und dem Trost für die Trauernden gewidmet. Eine spezielle Art hatte sich ein 30-jähriger Leipziger am Bahnhof Böhlen ausgesucht, informiert die Bundespolizei. Der Mann sprühte am Sonntagabend zur Erinnerung an eine Familienangehörige nicht nur ein Graffiti an die Schallschutzmauer. Vielmehr zündete er auch noch einen Böller. Dieser detonierte allerdings in der Hand und riss ihm dabei zwei Fingerglieder ab.

Medizinischen Behandlung und Ermittlungsverfahren

Bei dieser Aktion war ein Bekannter bei ihm, der sofort den Rettungsdienst alarmierte. Der 30-Jährige wurde nach einer Erstversorgung am Bahnhof ins Krankenhaus zur weiteren medizinischen Behandlung gefahren. Die Bundespolizei Leipzig hat gegen den Leipziger ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Sprengmittelgesetz eingeleitet. Um welche Art von Pyrotechnik es sich hierbei handelte, ist Gegenstand der derzeitigen Nachforschungen.

Die Bundespolizei stellt gerade zum Jahresende immer wieder in Deutschland nicht zugelassene Feuerwerks- und Knallkörper fest. Die oft mangelhafte Verarbeitung und der teils verarbeitete Industriesprengstoff können zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen, selbst bei korrekter Anwendung.

Regeln und Strafen für gesetzwidrige Böller

Deshalb gibt es folgende Regelungen und Sanktionen, so die Behörde: Wegen ihrer Gefährlichkeit ist die Einfuhr nicht zugelassener Feuerwerkskörper unter Strafe gestellt. Wer solche Feuerwerkskörper trotzdem nach Deutschland einführt, verstößt gegen die Vorschriften des Sprengstoff- und/oder Zollrechts. Dies kann zu einer Geld- und sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren führen. Der Strafverfolgung schließt sich die kostenpflichtige Entsorgung beschlagnahmter Feuerwerkskörper an.

Auch der Umgang mit nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern ist in Deutschland verboten. Ausschließlich Artikel mit CE- Zeichen sind erlaubt. Die Bundespolizei fordert die Bürger auf, nur zugelassene Qualitätsprodukte bei autorisierten Händlern zu erwerben und darauf zu achten, dass die CE-Zeichen nicht gefälscht sind.

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Von LVZ