Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Großrazzia in Sachsen gegen Dynamo-Dresden-Fangruppierung „Faust des Ostens“
Region Polizeiticker Großrazzia in Sachsen gegen Dynamo-Dresden-Fangruppierung „Faust des Ostens“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:30 05.06.2012
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen die Dynamo-Dresden-Fangruppierung "Faust des Ostens" (Archivbild der Saison 2010/11). Quelle: Stephan Lohse
Dresden

Dabei waren rund 130 Beamte im Einsatz, teilte die Polizei mit. Sichergestellt wurden vor allem zahlreiche Computer und Datenträger sowie Pyrotechnik, Spirituosen, Anabolika und ein Teleskopschlagstock.

Die Gruppierung, in Fankreisen auch „FdO“ abgekürzt, soll etwa 200 Personen umfassen, der Führungskreis umfasse etwa 20 Personen. „Faust des Ostens“ gilt als rechtsextreme Gruppierung, aktuell wird nun wegen des Verdachtes auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Laut den Ermittlern seien Mitglieder der Gruppierung seit 2010 gehäuft wegen Körperverletzung und fremdenfeindlichen Straftaten aufgefallen. Zudem soll „FdO“ für die auf den Namenszug des Glücksgas-Stadions im Jahr 2011 verantwortlich sein. Die weiteren Ermittlungen hätten zudem den Verdacht ergeben, dass sich die „Faust des Ostens“ durch organisierte Ladendiebstähle finanziert.

Zwölf der durchsuchten Objekte befinden sich in Dresden. Laut Polizei fanden auch in Dippoldiswalde, Döbeln, Freiberg, Triebischtal und Höckendorf Durchsuchungen statt. Betroffen waren 13 Männer im Alter zwischen 16 und 29 Jahren und eine 25 Jahre alte Frau. Sie gelten allesamt als Mitglieder bzw. Unterstützer.

"Einzelne Personen, die dieser Gruppe zugeschrieben werden, haben Stadionverbot", teilte Dynamo-Pressesprecher Enrico Bach auf Anfrage von DNN-Online mit. Ob Dynamo konkrete Namen weiterer Anhänger übermittelt bekommt, ist offen. Die Gruppe spiele im Stadion laut Bach keine Rolle mehr. Die Fansszene habe sich selbst reguliert und klar positioniert. Die Dresdner Fansszene könne zufrieden sein, dass der Gruppe keine Plattform mehr geboten werde.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig wertete die Aktion als deutliches Signal an gewaltbereite Fans. "Mit der heutigen Durchsuchungsaktion gegen die Gruppierung 'Faust des Ostens' wurde deutlich, das es sich nicht um friedliche Fußballfans sondern um eine kriminelle Vereinigung handelt. Fremdenhass und Gewalt standen dabei im Vordergrund. Dies hat nichts mit Sport zu tun", teilte der Minister am Nachmittag mit.

chs/dbr/sl