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Polizeiticker Grünes Gewölbe: „Vitrine nicht vollständig leergeräumt“ – Bestandsaufnahme in Dresden
Region Polizeiticker Grünes Gewölbe: „Vitrine nicht vollständig leergeräumt“ – Bestandsaufnahme in Dresden
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12:01 26.11.2019
Die undatierte, am 25.11.2019 von der Polizeidirektion Dresden herausgegebene, Aufnahme zeigt eine große Brustschleife. In Dresdens Schatzkammer ist am frühen Morgen eingebrochen worden. Der Einbruch betrifft den historischen Teil der wertvollen Sammlung. Quelle: Polizeidirektion Dresden
Dresden

Nach dem dreisten Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden fahndet die Polizei weiter nach den flüchtigen Tätern. Noch unklar ist das Ausmaß des Verlusts, mit dem das berühmte barocke Schatzkammermuseum international in die Schlagzeilen geraten ist. Selbst Museumsdirektor Dirk Syndram kennt das ganze Ausmaß nicht. Immerhin sei die Vitrine nicht vollständig leergeräumt worden, sagte er. „Ich habe ein Foto gesehen, das zeigt, dass nicht alles fehlt.“

Das bestätigte auch die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann. „Die Täter konnten nicht alles mitnehmen, weil alle Objekte auch einzeln befestigt waren, sie waren mit Stichen vernäht mit dem Untergrund“, sagte sie im ZDF.

Suche nach den Tätern und ihrer Beute

Sicherheitskonzept wird überprüft

Ackermann sprach von einem „sehr komplexen“ Sicherheitssystem im Residenzschloss. „Es sind mehrere Alarme ausgelöst worden, beim Einbruch selbst, durch die Bewegungsmelder im Raum, beim Aufbrechen der Vitrine und die Polizei ist beim ersten Alarm informiert worden“, sagte die Museumschefin. Das Sicherheitskonzept werde nun erneut gecheckt. „Es muss sicher geprüft werden, wie die Sicherheit noch gesteigert werden kann.“

In das Grüne Gewölbe in Dresden ist ein Einbruch verübt worden. In den Ausstellungen lagern mehr als 4000 zum Teil einzigartige Exponate.

Eine umfassende Bestandsaufnahme ist erst nach Ende der Spurensicherung möglich. „Sobald der Tatort freigegeben ist, werden wir die Sachen schnellstmöglich bergen und wissen, wie viel von den knapp 100 Objekten, die insgesamt in der Vitrine waren, nicht mehr da sind“, sagte Syndram. Die Tat bezeichnete er als „Super-Gau“.

Spurensuche wird am Dienstag fortgesetzt

Die Spurensuche wurde am Montagabend um 21 Uhr unterbrochen und sollte am Dienstagmorgen um 7 Uhr weitergehen, wie ein Polizeisprecher sagte. „Deswegen bewachen wir das Schloss in der Nacht.“ Die Suche nach DNA der Diebe sei nicht einfach in einem Museum, in dem ständig Betrieb ist.

Unbekannte waren am Montagmorgen gegen 5 Uhr in das streng gesicherte Museum eingedrungen und hatten Schmuckstücke aus dem 18. Jahrhundert mit Diamanten und Brillanten gestohlen. Nach Angaben der Ermittler stiegen sie über eines der vergitterten Fenster des Pretiosensaales ins Residenzschloss mitten in der Altstadt ein, gingen gezielt ins Juwelenzimmer und zertrümmerten dort eine der Vitrinen.

Auf einem von der Polizei veröffentlichten Überwachungsvideo sind zwei Einbrecher zu sehen, die mit Taschenlampen den dunklen Raum betreten und mit einer Axt auf die Vitrine mit den kostbarsten Stücken des Juwelenzimmers einschlagen.

„Beute ist unverkäuflich“

Die Brillant- und Diamantgarnituren in dem Schatzkammermuseum, das Sachsens Kurfürst August der Starke (1670-1733) eingerichtet hatte, sind für das Museum unersetzlich und für die Diebe unverkäuflich, wie Syndram erklärte. „Das sind alles Schliffe des 18. Jahrhunderts, man kann solche Steine nicht einfach zu Geld machen.“ Die Historizität und der Erhalt der Schmuckstücke machten deren Wert aus, herausgebrochene Diamanten entwerteten sie. „Es wäre eine Dummheit, das zu machen.“

Die Juwelendiebe von Dresden haben beim spektakulären Einbruch ins Grüne Gewölbe drei Schmuckgarnituren mit fast 100 Teilen gestohlen. Der Chef des Museums spricht vom „Staatsschatz des 18. Jahrhunderts“. Der Wert der Stücke ist laut Experten unschätzbar.

Anhand von Polizeifotos konnte Syndram sehen, dass prominente Stücke der Brillant- und Diamantrosengarnitur sowie vom Brillantschmuck der Königinnen fehlen: ein Kleinod und ein Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens, die Große Brustschleife, eine Kette aus sächsischen Perlen, eine Epaulette (Schulterstück) und ein mit über 770 Diamanten besetzter Degen.

Hightech-Vitrinen im Juwelenzimmer

Das Historische Grüne Gewölbe wurde 1945 teilweise zerstört und bis 2006 authentisch wiederhergestellt. Höhepunkt des Museumsbestands ist das Juwelenzimmer mit vier Hightech-Vitrinen, in denen bisher Diamanten und Brillanten auf tiefdunkelblauer indischer Rohseide lagen.

Das Residenzschloss soll laut den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nach dem regulären Schließtag am Mittwoch wieder für Besucher öffnen. Das Historische Grüne Gewölbe indes bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Neben der Spurensuche am Tatort muss geklärt werden, wie ein solcher Coup gelingen konnte - trotz der strengen Sicherheitsmaßnahmen.

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Von LVZ